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Kasperletheater im Dada-Modus: Das war René Marik („Maulwurfn'“) im Pavillon

Kasperletheater im Dada-Modus: Das war René Marik („Maulwurfn'“) im Pavillon
Foto: Katrin Kutter

Auf seiner aktuellen „Zehage!“ – Tour zeigt der Puppenspieler René Marik im Pavillon, dass er mit einfachen Mitteln tiefe Geschichten erzählen und gehobenen Blödsinn machen kann.


Viel braucht es nicht: Ein bisschen blaues Licht, eine große Leinwand, die auf einen verhüllten Kasten gerichtet ist – den „schwarzen Lappen“ nennt Marik das – und ein paar Puppen. Und dann gehen sie los, die Geschichten vom blinden und sprachbehinderten „Maulwurfn“, der Mitte der 2000er über YouTube Bekanntheit erlangte und seitdem einfach nicht weggehen mag.

Eigenartige Figuren

Es ist schwer zu sagen, worum es in den Geschichten geht, die Marik im Pavillon erzählt. Sie sind jedenfalls alle da, die alten Bekannten: Der Maulwurfn, der berlinernde Eisbär Kalle, der leicht arrogante Frosch Herr Günther Falkenhorst, der Hasskasper und selbstverständlich das Liebesobjekt des Maulwurfn, eine Barbiepuppe, die er in seinem unnachahmlichen Maulwurfn-Sprech „de Barbe“ nennt.

Die eigenartigen Figuren dieses Kasperletheaters im Dada-Surrealismus-Modus kämpfen sich durch verschiedene kleine Episoden, vom Shakespeare- und Goethe Versuchen über den Untergang der Titanic über die Abenteuer des Super-Maulwurfn bis zu einer schönen Parodie des Filmes „Matrix“, in der der Maulwurfn hinter die Kulissen blicken darf und seinen Spieler René Marik kennenlernt, der zu der Gelegenheit auch seine Bauchredner-Künster vorführt. Dazwischen gibt es immer wieder Filmeinspieler, die zeigen, was Mariks Figuren eigentlich in der Phase zwischen seinen „Zehage!“ – Touren so getrieben haben.

Große Puppenspielkunst

Auch, wenn die Show hauptsächlich aus neuem Material besteht, ist sie doch purer René Marik. Das neue Material mag zwar neue Witze enthalten – das Publikum ist dennoch begeistert, wenn der Maulwurfn zwischendrin mal „hungi“ ist oder sich nach seinem „Zehage“ und nach „de Barbe“ sowieso sehnt, wenn Kalle sich berlinernd über etwas ereifert oder Herr Günther Falkenhorst über die Kulturlosigkeit seiner Mitpuppen nur den Kopf schütteln kann.Große Puppenspielkunst

Hier geht’s zur Bildergalerie.

Der 48-jährige Marek, der zuerst Mathematik und dann – an der renommierten Schauspielschule „Ernst Busch“ –Puppenspiel studierte, zeigt während seiner Show, so surreal-blödsinnig sein Kasperletheater auch sein mag, tatsächlich große Puppenspielkunst. Und zwar nicht nur mit den professionelleren Puppen wie dem Maulwurfn als Stabpuppe und Herrn Günther Falkenhorst als klassischer Klappmaulpuppe. Kalle ist nicht viel mehr als eine Eisbär-Souvenirhandpuppe aus dem Zoo, und de Barbe ist nur eine normale Barbie-Puppe.

Tiefergehender Dada-Blödsinn

In seinen Videos stellte Marik auch schon unter Beweis, dass er zwei Putzlappen (Dominik und Schakline heißen sie) Leben einhauchen kann. Es genau wegen dieser gehobenen Puppenspielkunst, dass Mariks Kasperletheater der nächsten Generation nicht zum sinnfreien Quatsch gerät – sondern ein unterhaltender Abend voller leicht dadaistischem tiefgehenden Blödsinn, in dem schließlich auch der Maulwurfn seine große Liebe findet.

Nächster Comedytermin im Pavillon: Am Mittwoch, 17. April tritt um 20 Uhr die Kabarettistin Anna Mateur auf. Das Konzert von Sven van Thom, das am Donnerstag, 18. April, geplant war, fällt aus.

Von Jan Fischer

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