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Deutsche Rapper planen Song für Angehörige der Hanau-Opfer

Deutsche Rapper planen Song für Angehörige der Hanau-Opfer
Foto: Instagram/AzziMemo

Der Schock und die Trauer nach dem Anschlag von Hanau sitzen noch tief. Einige Opfer wurden bereits im Familienkreis beigesetzt. Rapper Azzi Memo plant nun eine Deutschrap-Kollaboration – der Erlös soll an die Angehörigen der Hanau-Opfer gehen.


Am 19. Februar 2020 hat der rechtsextreme Täter Tobias R. in Hanau neun Menschen erschossen – später tötete er seine Mutter und sich selbst. Laut Ermittlungen lässt sich bei der Tat auf ein rassistisches Motiv schließen: Neun der Opfer hatten einen Migrationsgintergrund.

Die Anteilnahme nach dem Anschlag von Hanau war groß: In mehr als 50 Städten fanden Demos und Kundgebungen gegen rechten Terror und Rassismus statt. Rapper Azzi Memo hat sich eine besondere Aktion für die Angehörigen der Opfer gestartet. Gemeinsam mit anderen deutschen Rappern will er einen Song aufnehmen – die Erlöse sollen an die Familien der Verbliebenen gespendet werden.

Auf Twitter erzählt der Rapper Azzi Memo von seinem Vorhaben: “Wir haben mit einigen Rapperkollegen eine Aktion gestartet. Wir werden einen Charity-Song veröffentlichen demnächst. Die gesamten Einnahmen werden an die Familien gespendet, die ihre Kinder verloren haben, ihre Ehemänner, ihre Frauen”, sagt er in dem Video, das er unter den Hashtags #Hanau und #keinplatzfuerrassismus auf Instagram und Twitter hochgeladen hat.

Persönliche Verbindung

Der Rapper hat eine Verbindung zu einem der Opfer: Der Sohn seines Cousins wurde von dem Täter getötet. Einen Tag nach dem rechten Attentat veröffentlichte Memo ein Video, in dem er seine Trauer und sein Beileid für die Opfer und Angehörigen, aber auch seinen Frust aussprach: „Sowas ist nicht in Worte zu fassen, dass sowas im 21. Jahrhundert noch passiert, dass so ein Fremdenhass noch existiert. Für mich ist es noch unglaubwürdig, dass in der Stadt, in der ich großgeworden bin, eine so multikulturelle Stadt, sowas passieren kann.“

Bei dem Projekt bekommt der 25-Jährige unter anderem Unterstützung von Rappern wie Manuellsen, Nate57, Rola, Soufian, Disarstar, Sierra Kidd, Olexesh, Credibil, Sinan-G und Maestro. Gemeinsam wollen sie ein Statement gegen Fremdenhass durch Deutschrap setzen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Musiker sich politisch gegen rechts engagieren: Als vor zwei Jahren Neonazis und Faschisten in der Chemnitzer Innenstadt demonstrierten, schlossen sich Künstler/innen wie Trettmann, Nura, Materia&Casper und die Toten Hosen zusammen. Unter dem Motto #wirsindbunt gaben sie in Chemnitz ein kostenfreies Konzert, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt. Zehntausende Menschen reisten dafür nach Chemnitz.

Vorbild Brothers Keepers?

Auch vor 20 Jahren war ein rechtsextremer Anschlag Grund für ein Deutschrap-Kollabo: Im Jahr 2000 wurde der aus Mosambik stammende Alberto Adriano von drei Neonazis in Dessau ermordet. Die Musiker Brothers Keepers schlossen sich daraufhin solidarisch mit Samy Deluxe, Xavier Naidoo und Denyo von den Beginnern zusammen. Gemeinsam nahmen sie den Song “Adriano (Letzte Warnung)” auf. Mit den Einnahmen wurde ebenfalls den Angehörigen der Opfer geholfen.

von Sarah Danquah


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