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Aufgeladen: Darum bekommen wir im Winter öfter „einen gewischt“

Aufgeladen: Darum bekommen wir im Winter öfter „einen gewischt“
Foto:  iStock.adobe.com

Das Händeschütteln, der Kuss oder das Berühren einer Türklinke reichen aus und schon bekommen wir „einen gewischt“. Vor allem im Winter passiert das häufig. Was steckt dahinter, wenn es knistert?


Jeder kennt das Gefühl: Nichtsahnend reicht man zur Begrüßung die Hand oder berührt eine Türklinke und zack, bekommt man „einen gewischt“, so wie es im Volksmund heißt. Der Stromschlag entsteht, weil sich in diesem Moment der Körper elektrostatisch entlädt. In der kalten Jahreszeit ist das sogar noch häufiger der Fall.

Woran liegt es, dass wir einen Schlag bekommen?

Bei der sogenannten statischen Elektrizität werden Elektronen von einem Stoff auf den anderen übertragen. Alle Gegenstände und auch Lebewesen sind permanent elektrisch geladen, wobei positive und negative Ladungen über die Feuchtigkeit in der Luft ausgeglichen werden. Ist die Luft zu trocken, kann kein Ladungsaustausch stattfinden. Die Folge: Der Körper lädt sich elektrisch auf. Schuhe mit einer Gummisohle isolieren zusätzlich und verhindern eine Entladung über die Füße zum Boden. Auch „bei einer Reibung mit einem dicken Pullover aus Synthetikfasern kommt es zu einer statischen Aufladung“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Durch die Reibung verschwinden an der Oberfläche viele Elektronen, also negativ geladene Teilchen. Ein Überschuss an positiver Ladung bleibt übrig. Berührt man so geladen einen Gegenstand, gleicht sich die Spannung mit einem Blitz aus, weil das Gleichgewicht der Ladung gestört ist. „Der Körper besitzt also in diesem Moment mehr positive als negative Ladung oder umgekehrt“, ergänzt Jung.

Trockene Luft ist ein schlechter elektrischer Leiter

Gerade in der Winterzeit, wenn die Räume geheizt sind und die Luft trocken ist, bekommen viele Menschen „einen gewischt“. Denn: „Trockene Luft leitet wenig bis gar nicht“, so der Diplom-Meteorologe. „Über trockene Luft kann die Ladung daher nicht abgegeben werden. Sie bleibt dann bei uns, bis wir uns Metall nähern oder einer Person, bei der der Funke blitzschnell überspringen kann“. Wenn die Luftfeuchtigkeit unter circa 55 Prozent sinkt, kann sich statische Ladung besonders gut aufbauen.

Ein weiterer Risikofaktor: „Besonders Menschen mit trockener Haut sind für die Mini-Stromschläge anfällig“, sagt Jung. „Die Ladung kann sich auf der trockenen Haut nur schlecht über den Körper verteilen“.

Wann knistert es am häufigsten?

Die relative Luftfeuchtigkeit schwankt im Tagesverlauf. In der Nacht ist sie besonders hoch. Nachts kommt es also weniger zu den statischen Entladungen. Am Tag steigt die Lufttemperatur wieder an, die Luftfeuchtigkeit sinkt. Am Nachmittag ist die Gefahr der unangenehmen Stromschläge also am größten.

Wie kann man die unangenehmen Stromschläge verhindern?

Wer sich vor Mini-Stromschlägen schützen möchte, sollte auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit des Raumes achten, Schuhe mit Ledersohlen tragen oder regelmäßig geerdete Gegenstände berühren, um den Körper zu entladen. Auch Kleidung aus Naturfasern und Baumwolle helfen gegen die Stromschläge. Damit die Haut nicht zu trocken wird, sollte man sich regelmäßig eincremen, da sich dann die Ladung gut verteilen kann.

Wie viel Volt kann so ein Stromschlag haben?

Bis zu 35 000 Volt Spannung können bei diesem elektrischen Schlag durch unseren Körper fließen.„Für den Körper ist so ein Schlag aber ungefährlich“, so Jung.

Von RND/Jessica Schantin


Über den Autor/die Autorin:

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Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiter bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen dann immer unter dem einzelnen Beitrag.

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