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Safer Internet Day: Hannover gegen Hass im Netz

Safer Internet Day: Hannover gegen Hass im Netz
Foto:  Emilia Encke

Cybermobbing kann jede und jeden von uns treffen. Beim Safer Internet Day in Hannover hat der Verein Juuuport gezeigt, was gegen den Hass im Netz hilft.

Ich will im Netz mehr Respekt. Denn wirklich niemand ist perfekt!“

So beginnt das Mädchen ihren Poetry Slam. Am Anfang ist sie noch etwas schüchtern, doch schnell wird ihre Stimme lauter und klarer. Immer mehr Passanten bleiben vor der Bühne stehen und applaudieren. „Denn sind meine Worte einmal im Netz, krieg´ich sie nie wieder zurück!“, lautet ihre letzte Zeile.

Um sich für mehr Online-Sicherheit und gegen Hass im Netz einzusetzen, veranstalteten die Partnervereine Juuuport und Werte Leben – Online am Dienstag, den 5. Februar, in der Innenstadt von Hannover einen Poetry Slam. Fünf Mädchen und Jungen verteilten im Anschluss Flyer und Postkarten an Passanten. „Gemeinsam für mehr Respekt im Netz“, steht auf einer Postkarte. Auf einer anderen sind die „Zehn Gebote der Digitalen Ethik“ aufgelistet. Schnell ist klar: Sie sind mit der aktuellen Situation im Netz alles andere als zufrieden. Dass die Aktion an diesem Tag stattfindet, ist kein Zufall, denn der 5. Februar ist der Safer Internet Day.

Das ist der Safer Internet Day

Seit 2004 findet in der ersten Februarwoche der von der EU initiierte internationale Safer Internet Day (SID) statt – ein wichtiger Tag für alle, die sich gegen Hass im Internet und für Online-Sicherheit engagieren. Unter dem Motto „Together for a better internet“ haben auch in diesem Jahr am 5. Februar Menschen weltweit zu mehr Sicherheit im Internet aufgerufen.

Im Zentrum von Hannover haben das die sogenannten Scouts von Juuuport e.V. übernommen, einer Online-Beratungsplattform von Jugendlichen für Jugendliche. Die Scouts, die sich ehrenamtlich für Juuuport engagieren, kommen aus Deutschland und der Schweiz. Jugendliche, die im Netz mit Cybermobbing, Hasskommentaren oder anderen Problemen zu kämpfen haben, können sich auf der Website von Juuuport per Kontaktformular anonym und kostenlos an die Scouts wenden und bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort. Durch ihre Poetry-Slam-Aktion am Safer Internet Day will Juuuport nicht nur online, sondern auch analog wirken.

Was macht die Arbeit bei Juuuport aus? 4 Menschen, 4 Antworten:

Lennart, 29, Pressereferent von Juuuport: „Unser Projekt lebt davon, dass Jugendliche sich gegenseitig auf Augenhöhe begegnen und helfen. Weil die Scouts im gleichen Alter wie die Betroffenen sind, ist die Hemmschwelle im Vergleich zu einem Erwachsenen niedriger. Wir schulen die Scouts zu Themen wie Cybermobbing und Datenschutz. Geht eine Anfrage ein, nimmt ein Scout, der gerade Zeit hat, sie an und beantwortet sie zu Hause vom Computer aus.“
Marit, 17, Scout: „Ein anonymes Gespräch bei Juuuport ist wie ein Chat. Alle Scouts haben auf dieser Plattform ihren eigenen Account und können die von Erwachsenen geprüften Anfragen beantworten. Ich finde es wichtig, sich für ein soziales Miteinander einzusetzen. Immer wieder tauschen wir uns bei Arbeitstreffen zu aktuellen Themen aus. So entsteht ein Wir-Gefühl, das uns bestärkt und viel Spaß bringt.“
Fabian, 18, Scout: „Flyer allein landen oft im nächsten Mülleimer. Deswegen machen wir mit einem Poetry Slam auf unsere Arbeit aufmerksam. Wir wollen nicht einfach stille Zuschauer sein. Negative Kommentare auf Facebook und Co. werden häufig überlesen. Wenn man sich dagegen wehrt, kann man für ein netteres Miteinander sorgen.“
Lea Römer, Redakteurin und Pressereferentin bei Juuuport: „Ich finde es sehr wichtig, sich für ein besseres Internet einzusetzen und zu zeigen, dass jeder eine Stimme hat. Man sollte nicht einfach akzeptieren, dass die Hasskommentare unsere sozialen Netzwerke überfluten, sondern versuchen, das Internet zu einem besseren Ort zu machen. Momentan haben wir rund 40 Scouts im Alter von 14 bis 22 Jahren, die sich ehrenamtlich engagieren.“

Von Emilia Encke

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