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12.000 Wissenschaftler unterstützen Klima-Streiks der Schüler

12.000 Wissenschaftler unterstützen Klima-Streiks der Schüler
Foto:  imago/Arnulf Hettrich

Rückenwind für Schüler, die für mehr Klimaschutz streiken: Mehr als 12.000 Wissenschaftler unterstützen in einer gemeinsamen Stellungnahme die Klimabewegung „Fridays for Future“.


Unterschrieben haben Ärzte, Hochschulprofessoren, Wissenschaftsjournalisten, Direktoren und Forscher weltweit renommierter Institute: Mehr als 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen in einer gemeinsamen Stellungnahme die Klimabewegung „Fridays for Future“. Am Freitag soll eine Liste der unterstützenden Forscher, die sich in der Initiative „Scientists for Future“ zusammengeschlossen haben, an die Umweltaktivisten übergeben werden.

Auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse könne man sagen, deren Anliegen seien berechtigt und gut begründet, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Stellungnahme. „Ärzte haben die Aufgabe Leben zu schützen und auf Gesundheitsgefahren hinzuweisen. Die Klimakrise ist die größte Gesundheitsgefahr“, warnte der Mediziner, Kabarettist und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen bei der Präsentation.

Weiter Kritik an Patrick Lindners Äußerungen

„Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht“, sagte Volker Quaschning, von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in Bezug auf eine Äußerung von FDP-Chef Christian Lindner. Lindner schrieb, dass man von Kindern und Jugendlichen nicht erwarten könne, die Zusammenhänge der Klimakrise zu verstehen. Das sei eine Sache für Profis. Lindner erntete daraufhin einen Shitstorm – und Widerspruch von der Wissenschafts-Welt.

„Die Klima-Profis sind klar auf Seiten der Schüler! Die Schüler gehen auf die Straße, weil die Politiker trotz schöner Worte die Klimaziele verfehlen“, schreibt Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung auf Twitter. Der Jenaer Physikprofessor Holger Gies schreibt: „Das ist das erste Mal, dass ich eine Schulentschuldigung für meine Kinder unterschreibe, die eine lange Liste (unbequemer) wissenschaftlicher Fakten und ein detailliertes Literaturverzeichnis enthält.“

Kemfert: Betroffene zu Beteiligten machen

Auch Umweltökonomin Claudia Kemfert erklärt sich in einem Beitrag solidarisch mit den Jugendlichen. Bei „Fridays for Future“ gehe es schließlich um politische Teilhabe und darum, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Beim Thema Klimaschutz seien Achtjährige deutlich mehr betroffen als die 80-Jährigen. „Sie sind die Generation, welche die schlimmen Folgen eines irreversiblen Klimawandels zu spüren bekommen wird“, schreibt Kemfert. „Diese Lektion haben die Schülerinnen und Schüler weltweit schon verstanden, bevor die große Mehrheit der Erwachsenen überhaupt das Schulbuch aufgeschlagen hat.“

Die Initiative der Wissenschaftler erinnert auch an die „Botschaft an meine Enkelkinder“, die der deutsche Astronaut von der Internationalen Raumstation ISS gesendet hatte.

Weltweit umfassendste Streiks am Freitag

Schüler und Studenten in Deutschland und in aller Welt demonstrieren inzwischen jeden Freitag während der Unterrichtszeit unter dem Motto „Fridays For Future“ für den Klimaschutz.

Am kommenden Freitag soll es die bisher umfassendsten internationalen Schulstreiks geben. Bislang sind Kundgebungen in mehr als 1200 Städten in 92 Ländern geplant, wie aus einer Liste des globalen Netzwerks hervorgeht. Allein in Deutschland sind mehr als 180 Proteste angesetzt. Auch in den USA unterstützen Wissenschaftler die Klimaproteste der Schüler mit Stellungnahmen.

Von Sonja Fröhlich/RND


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