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Trump kritisiert Oscar-Rede von Spike Lee

Trump kritisiert Oscar-Rede von Spike Lee
Foto:  Getty Images/Dia Dipasupil

Der Star-Regisseur Spike Lee zog mit seinem Oscar-Auftritt die Blicke auf sich: In seiner Dankesrede wurde der für „BlacKkKlansman“ ausgezeichnete Drehbuchautor politisch – sehr zum Missfallen von US-Präsident Donald Trump.


US-Präsident Donald Trump hat den afroamerikanischen Regisseur Spike Lee nach dessen politischer Rede bei der Oscar-Verleihung scharf angegriffen. Dieser habe einen „rassistischen Schlag“ gegen den Präsidenten gesetzt, twitterte Trump am Montag. Dabei habe er mehr für Afroamerikaner getan als „fast“ jeder andere Präsident.

Lee hatte in seiner Dankesrede für das beste adaptierte Drehbuch über die Geschichte der Schwarzen in Amerika sowie seine Familiengeschichte gesprochen.

Die Mutter seiner Großmutter sei eine Sklavin gewesen, sagte Lee, um danach auf die Präsidentschaftswahl 2020 zu kommen: „Lasst uns alle auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Macht eine moralische Entscheidung zwischen Liebe und Hass.“ Trump erwähnte er nicht namentlich.

Hier die Rede von Spike Lee im Video:

Lee hatte zwei Reden parat

Der Regisseur hatte für den Fall des Oscargewinns zwei Reden parat – eine mit den Namen von Leuten, denen er danken wollte, und die politische Rede, für die er sich dann entschied, wie er Backstage verriet. Der Grund: „Mein schwarzer Hintern mag es nicht noch einmal hier rauf schaffen“, frotzelte Lee.

Lee hatte den Preis für den Film „BlacKkKlansman“ bekommen, bei dem es nach wahren Begebenheiten um die Ermittlungen eines schwarzen Polizisten gegen eine örtliche Gruppe des Ku-Klux-Klans geht.

Trump in BlacKkKlansman zu sehen

In dem Werk sind Szenen von Trump nach gewalttätigen Protesten von Rechtsextremen in der Stadt Charlottesville im Sommer 2017 zu sehen. Damals hatte Trump die Schuld auf „beiden Seiten“ gesehen. Beobachter werteten die Aussage als Weigerung des Präsidenten, Rassismus zu verurteilen.

Lee musste für sein Verhalten rund um die Preisverleihung Kritik einstecken. Die Auszeichnung von „Green Book“ als bester Film missfiel dem Kult-Regisseur. Der mit seinem Film „BlacKkKlansman“ ebenfalls in der Königskategorie nominierte Lee verließ nach der Bekanntgabe beinahe den Saal, kehrte aber nach Beendigung der Dankesreden auf seinen Platz zurück.

Er und andere Kritiker sahen die Tragikomödie von Peter Farrelly als überholte und klischeebeladenen Neuauflage von „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ mit vertauschten Rollen. Hauptkritikpunkt ist die Erzählweise des Streifens mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali gewesen.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines Weißen erzählt und bedient damit das Klischee des „White Saviour“ – also des „weißen Retters“.

Viele stempelten Lee daraufhin als schlechten Verlierer ab.

Von RND/AP/dpa

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