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Stadt Leipzig plant Sportunterricht in der Arena

Stadt Leipzig plant Sportunterricht in der Arena
Foto: André Kempner

Die Schüler der Thomasschule ertüchtigen sich womöglich bald in der Leipziger Arena.


In etwa drei Jahren, wenn die angedachte Ballsporthalle an der Ecke Zwickauer Straße/Richard-Lehmann-Straße steht, werde eine Halle in der Arena frei, sagte Henry Maier, Sachgebietsleiter für Schulentwicklungsplanung der Stadt, der LVZ. Dort trainieren derzeit noch Handballer.

In der Ballsporthalle, deren Finanzierung von Freistaat und Bund noch nicht abschließend geregelt ist, soll neben Großveranstaltungen auch Schulsport stattfinden.

Aktuell nutzen die Gymnasiasten der Thomasschule die schuleigene kleine Halle, einige Klassen werden in der Telemannstraße unterrichtet. In der dortigen Drei-Felder-Halle trainieren außerdem Grundschüler der Schule am Floßplatz sowie Oberschüler der Petrischule.

In Leipzig herrscht akuter Sporthallenmangel. Der Schulentwicklungsplan, der Anfang kommenden Jahres veröffentlicht werden soll, fordert den Bau einer Dreifeld-Sporthalle im Gebiet Zentrum-Süd. Doch der Stadt fehlt die Fläche dafür.

Die Wege, welche die Schüler zum Turnunterricht zurücklegen müssen, sind weit. Dadurch geht häufig Unterrichtszeit verloren.

Johannes Gosch, Vorsitzender des Stadtschülerrates, ist „sehr unzufrieden“ mit der Sporthallensituation in der Stadt. Er spricht von einem „maßlosen Defizit“.

 Ab kommendem Schuljahr verringern sich die Kapazitäten in der Sporthalle an der Telemannstraße in der Südvorstadt. Das Gymnasium, das dort im August 2017 eingeweiht wurde, wächst. Dennoch sollen die Grundschüler vom Floßplatz weiterhin in der Halle sporteln.

 Wenn es zu eng wird, müssten eben die Gymnasiasten in einer anderen Sporthalle unterrichtet werden, sagt Maier. Der kurze Weg zur Halle für die Grundschüler habe Vorrang.

Bessere Voraussetzungen für den Sportunterricht erhofft sich Maier von den geplanten Schulen am Bayerischen Bahnhof. Oberschule und Gymnasium sollen dort 2025 eröffnen. Eine oder zwei Turnhallen mit insgesamt sechs Feldern sind geplant. Am Bayerischen Bahnhof sollen dann auch die Schüler der Petrischule Völkerball spielen und sich am Barren üben. Bis es allerdings soweit ist, werden die Schüler auf umliegende Turnhallen aufgeteilt.

 CDU-Stadtrat Michael Weickert sitzt wie auch Gosch im Unterausschuss Schulnetzplanung. Vom Vorschlag, künftig in der Arena zu unterrichten, habe er noch nichts gehört. „Das wäre wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt er mit Blick auf die hohen Betriebskosten.

 Weickert appelliert an die Stadtverwaltung, vorhandenes Geld auch einzusetzen. „Wir lösen die Sporthallen-Probleme nicht durch schnelle Entschlüsse“, vielmehr müssten vorliegende Planungen auch umgesetzt werden.

Linken-Stadträtin Margitta Hollick, ebenfalls im Ausschuss, gibt zu bedenken, dass der Arena-Nutzung der Betreibervertrag entgegenstünde. Es gebe einfach zu wenig Sporthallen, sagt sie.

Und der Bau einer Turnhalle dauert. „Mindestens die nächsten zwei bis drei Jahre werden wir noch große Probleme haben, weil das Thema nur aufgeschoben wird“, meint Gosch.

Von Theresa Held

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