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Jugendstudie: Mehrheit junger Menschen macht sich Sorgen um die eigene Zukunft

Jugendstudie: Mehrheit junger Menschen macht sich Sorgen um die eigene Zukunft
Foto: Unsplash/Mika Baumeister

Junge Menschen sind politisch interessiert, haben aber den Eindruck, nicht gehört zu werden. In Deutschland blicken laut der neuen Jugendstudie der Vodafone Stiftung neun von zehn jungen Menschen pessimistisch in die Zukunft.


Es klingt zunächst vielversprechend: Zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland haben den Eindruck, dass ihre Generation politisch etwas verändern möchte. Das ergibt eine repräsentative Befragung von mehr als 2000 jungen Menschen, welche die Vodafone Stiftung jetzt veröffentlicht hat. Doch die neue Jugendstudie offenbart auch erschreckende Zahlen: 67 Prozent der Befragten haben das Gefühl, die Politik nicht beeinflussen zu können. Nur 29 Prozent haben den Eindruck, politisch etwas bewirken zu können. 73 Prozent der jungen Menschen sind dagegen unzufrieden damit, wie die Parlamente ihre Interessen berücksichtigen. 

Grafik: Vodafone Stiftung

Bildung und Geschlecht beeinflussen Politikverständnis

Auffällig ist, dass sich 14- bis 24-Jährige mit formal niedriger Bildung weniger für politische Themen interessieren als Jugendliche mit einem hohen Bildungshintergrund. 42 Prozent der jungen Menschen mit formal niedriger Bildung informieren sich seltener als einmal die Woche über aktuelle Themen. Hingegen informieren sich alleine rund 46 Prozent der jungen Menschen mit formal hohem Bildungsniveau mindestens einmal am Tag.

Zudem fehlt es an Verständnis. 58 Prozent der jungen Menschen fällt es schwer zu verstehen, wie Politik in Deutschland funktioniert. Rund 30 Prozent der Jugendlichen mit hohem formalem Bildungsniveau können sich dieser Aussage anschließen – bei Menschen mit niedriger formaler Bildung sind es mit 62 Prozent mehr als doppelt so viele. Zudem schätzen mehr junge Frauen (58 Prozent) ihr politisches Verständnis als mangelhaft ein als junge Männer (42 Prozent).

Grafik: Vodafone Stiftung

Ebenfalls auffällig ist, dass 51 Prozent der jungen Frauen unzufrieden damit sind, wie die Demokratie in Deutschland funktioniert – hingegen nur 41 Prozent der jungen Männer. 36 Prozent der 14- bis 24-Jährigen mit hoher formaler Bildung sind unzufrieden mit dem Zustand der Demokratie – bei den Befragten mit niedrigem Bildungsniveau ist es dagegen gut die Hälfte. 

Jugendstudie: Sorgen um Klimawandel und Bildung

In einem Punkt ist sich Mehrheit der Befragten einig, ganz unabhängig von Bildungsniveau und Geschlecht. 86 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich Sorgen um die Zukunft machen. 58 Prozent der jungen Menschen stimmen der Aussage zu, dass es nachfolgenden Generationen etwas schlechter oder viel schlechter gehen werde. 

Entsprechend pessimistisch blicken junge Menschen auf die Lösung aktueller politischer Herausforderungen. 30 Prozent glauben, dass Deutschland bis 2050 sozial gerechter sein wird, nur 23 Prozent sind davon überzeugt, dass Deutschland bis dahin den Klimawandel nahezu unter Kontrolle hat– und 28 Prozent haben Hoffnung auf ein besseres deutsches Bildungssystem.

Mehr junge Menschen in der Politik

Was muss sich verändern, damit auch junge Menschen in der Politik gehört werden? Gut die Hälfte der Befragten sagt: Die Regierung benötigt mehr junge Politikerinnen und Politiker, um die Interessen der Jugendlichen vertreten zu können. Lediglich 32 Prozent sehen das Wahlrecht ab 16 Jahren als möglichen Lösungsansatz. Ebenfalls wünscht sich die Mehrheit mit 73 Prozent mehr digitale Präsenz von Politikerinnen und Politikern – vorzugsweise auf Instagram. Weitere Informationen zur Studie gibt es online unter vodafone-stiftung.de.

Grafik: Vodafone Stiftung

Von Carolina Celine Montag


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