Diese zehn Dinge solltest du beim nächsten Klassentreffen beachten
Small Talk, Angeber und alte Streitigkeiten: Bei Jahrgangstreffen gibt es einige Hürden zu überwinden. ZiSH gibt Tipps für ein stolperfreies Wiedersehen (Illustration: Stefan Hoch).
1. Hingehen
Auf dem Jahrgangstreffen sieht man alle seine Mitschüler wieder. Das sorgt im ersten Moment für Jubel und im zweiten für Ernüchterung. Denn dass man manche Gestalten aus der letzten Reihe hinter sich gelassen hat, ist ganz wunderbar. Hingehen lohnt sich aber trotzdem, denn wer weiß, ob der Klassenclown nicht mittlerweile Banker ist.
2. Trag, was du willst
Kleider machen Leute – dieser piefige Sinnspruch gilt leider auch heute noch. Wer früher mit Öko-Tretern und Blümchen auf dem Pulli in die Schule kam, konnte sich auf das Geläster der Mitschüler gefasst machen. Beim Klassentreffen will man nun mit den alten Vorurteilen aufräumen und zwängt sich in Glitzerkleider und hohe Schuhe. Aber auch hier gilt: Zieh an, was zu dir passt. Wer immer noch über Öko-Latschen lästert, ist gedanklich wohl noch in der Schulzeit hängen geblieben.
3. Aus der Rolle fallen
Sportler, Mauerblümchen und Pausenclown: Die Hierarchie aus dem Klassenzimmer gibt es nicht mehr. Auch wenn sich das auf dem Klassentreffen im ersten Moment vielleicht anders anfühlt. Sei du und nicht dein Ich von vor zehn Jahren.
4. Falsche Vorurteile
Mit Stolz trug sie ihren Pelzkragen und über dem abgeknickten Ellenbogen baumelte die Gucci-Tasche – du hast das Bild deiner Schulfeindin noch genau vor Augen. Nach all den Jahren hast du nun endlich den Mut, um deiner Widersacherin die Meinung zu geigen. Umso überraschter bist du, als Pelzkragen-Püppi auf einmal leger daherkommt und von ihrer letzten Tieraktivisten-Demo erzählt. Tja, nach der Schulzeit kann man sich eben doch weiterentwickeln – auch vergessene oder verhasste Schulkameraden können dich noch überraschen.
5. Nicht zu viel erwarten
Klassentreffen sind oberflächlich. Es gibt meist einen triftigen Grund, warum der Kontakt zu manchen nach der Schulzeit abreißt. Erwarte also einfach einen netten Abend und nicht, dass jedes „Wir müssen uns ganz unbedingt bald wieder treffen“ auch umgesetzt wird.
6. Lass den Schulstreit hinter dir
In der Schulzeit ist es fast unmöglich, in keinen Streit verwickelt zu werden – oder selbst einen anzuzetteln. Schließlich hat doch jeder einmal dem Schüler in der vorderen Reihe ein Papierkügelchen in den Nacken geschossen oder seinen Müll im Schulranzen des Sitznachbarn abgeladen. Alte Kamellen auf dem Jahrgangstreffen aufzuwärmen ist unnötig und vermiest höchstens die Stimmung. Sowohl alte Cliquen-Streitigkeiten als auch Eifersüchteleien sollten als verjährt betrachtet werden und nicht zu einer betrunkenen Prügelei führen.
7. Keine Ego-Monologe mehr
„Ich habe den perfekten Job. Der fette Arbeitsvertrag kommt nächste Woche. Ach, und habe ich schon erzählt, dass ich mir neulich eine Jacht gekauft habe? Man gönnt sich ja sonst nichts.“ – den klassischen Egozentriker, der alle mit angeberischen Monologen über sein ach so perfektes Leben langweilt, gibt es auf fast jeder Party. Schon in der Schulzeit konnte er seine Bestnoten nicht unerwähnt lassen, während du innerlich wütend daneben standest. Nun kannst du den Egomanen einfach ignorieren – die Zeiten, in denen du dich einschleimen musstest, um die Hausaufgaben abzuschreiben, sind schließlich vorbei.
8. Lass dich nicht einschüchtern
Millionär, Finanzchef, Influencer – Wir kennen sie alle, die Mitschüler, denen das Glück schon früher nur so zuflog. Und die Glückssträhne scheint nicht abzureißen. Auch heute pflastern Urlaubsfotos von Traumstränden und dem sympathischen Team des erfolgreichen Start-ups deines Ex-Mitschülers deine Facebook-Timeline. Dein eigenes Leben in der beschaulichen Kleinstadt wirkt dagegen erschreckend farblos. Da fällt es schwer, nicht neidisch auf den Glückspilz zu sein. Entspann dich: Dein Mitschüler hat sicher Spannendes zu erzählen, aber spätestens beim zweiten Bier geht es nicht mehr um sein tolles Leben.
9. Lach mit
Du warst die, die immer alles feinsäuberlich abgeheftet hat und auf der Jahrgangsparty nennt dich jemand „Streber“? Wenn auch mal ein Witz über alte Zeiten auf deine Kosten geht, nimm das nicht persönlich – so geht es hier allen. Mit einem lockeren Spruch nimmst du dem Scherzkeks den Wind aus den Segeln.
10. Lehrer-Sprüche
Schmalzige Haare, Jogginghose, Bierbauch und Trillerpfeife: Der Sportlehrer bleibt seinem alten Ich auch nach zehn Jahren treu. „Soll ich dich wieder im Badminton schlagen?“, „Wie hast du denn eigentlich dein Abitur geschafft?“, fragt er süffisant grinsend – auch seine Sprüche sind noch genauso daneben wie damals. Im Gegenteil zur Schulzeit kannst du sie mit einem einfachen Schulterzucken abschütteln – und lässt damit den Trillerpfeifen-Liebhaber irritiert am Büfett zurück.
Mitarbeit: Nina Hoffmann, Kristin Schaper, Marisa Dziuk und Sarah Franke.