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Boss Bitch: Unemanzipierte Frauenpower

Boss Bitch: Unemanzipierte Frauenpower
Foto: dpa

Mit ihrem ersten Album hat sie es auf Platz eins der deutschen Charts geschafft: Katja Krasavice polarisiert mit „Boss Bitch“. So klingt das Album der Youtuberin.


Nacktheit, öffentlicher Dirty Talk und sexistische Inhalte: Katja Krasavice will provozieren. Das zeigt sie auf ihrem ersten Rap-Album „Boss Bitch“, mit dem sie Eminem vom ersten Platz der deutschen Album-Charts verdrängt hat. Ihr Erfolgsrezept: Sex.

Wegen des Titels „Boss Bitch“ könnte man glauben, Krasavice vertrete auf ihrem Album ein emanzipiertes Frauenbild. Doch hört man ihrer säuselnden Stimme zu, wird schnell klar: Emanzipation findet sich auf „Boss Bitch“ nicht wirklich. Unverblümt rappt Krasavice darüber, was sie will und wie sie es bekommt. Die Antwort: vor allem durch ihre künstlichen Kurven. Gleichzeitig wertet sie andere Frauen mit Sätzen wie „Deine Freundin bringt dir Frühstück ans Bett, aber bei mir bist du wieder für Sex, yay“ ab – Egoismus statt Emanzipation.

Krasavice rappt zwar zu unaufgeregt poppigen Beats über Frauenpower und schlüpfrige Inhalte, reproduziert dabei aber lediglich ein Frauenbild, das man auch auf gängigen Pornoseiten findet. „Casino“ oder „Uhuh“ haben trotzdem Ohrwurmpotenzial und zeigen, dass sie mehr zu bieten hat als plumpe Strophen.


Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (24) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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