Seite auswählen

Werbung

Wie Emilia Clarke „Game of Thrones“ durch die Krankheit half

Wie Emilia Clarke „Game of Thrones“ durch die Krankheit half
Foto: imago

Emilia Clarke ist die Drachenmutter Daenerys Targaryen in „Game of Thrones“. Vor dem Start von Staffel 8 des Fantasy-Epos spricht die Schauspielerin im Interview über ihre Krankheit, ihr Selbstbewusstsein und die Liebesszenen mit Kumpel Harington.

Als sie nach der 1. Staffel von „Game of Thrones“ ein Blutgerinnsel im Gehirn um ihren Verstand fürchten ließ, da rettete Emilia Clarke nicht nur ärztliche Kunst. Sie „heilte“ sich selbst mithilfe ihrer Rolle: „Ich habe die ganze Zeit Daenerys’ Text in der Dothraki-Sprache vor mich hin gesprochen, um mein Gedächtnis zu beschäftigen.“ Wie schlecht es damals um sie stand, demonstrierte die 32-Jährige im US-Fernsehen mit Fotos, die sie nach der OP zeigen. Nun spricht sie vor der achten und finalen Staffel von „Game of Thrones über die Stärke, die sie aus ihrer Rolle gezogen hat

Wieso haben Sie jetzt beschlossen, mit Ihrem Schicksal an die Öffentlichkeit zu gehen?

Ich will anderen Menschen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie ich es war. Die nach einem Hirnschaden Hilfe brauchen, wieder auf die Beine zu kommen. Für die habe ich auch eine Hilfsorganisation gestartet.

Wie fühlt es sich an, ein solch großes persönliches Geheimnis gelüftet zu haben?

Wahnsinnig befreiend. Endlich muss ich nicht mehr aufpassen, was ich sage in Interviews. (lacht) Ich wurde so oft gefragt, woher ich die Stärke nehmen, eine solch toughe Frau wie die Mutter der Drachen zu spielen. Es ist fast surreal, dass ich nun ehrlich antworten kann: Ich habe durch mein Schicksal meine eigene Stärke erfahren.

Apropos Drachen, Sie haben sich Ihre drei Lieblinge auf die Innenseite des Handgelenks tätowieren lassen. War das eine Spontanaktion?

Nein. Ich hatte mir das schon vor ein paar Jahren vorgenommen. Allerdings musste ich warten, bis die letzte Szene abgedreht war. So habe ich ein permanentes Andenken an „Game of Thrones“.

Haben Sie sonst noch Andenken vom Set mitgehen lassen?

Wieso fragen mich immer alle, ob ich etwas vom Set geklaut habe? (lacht) Ich bin, glaube ich, die einzige Person, die nichts heimlich mitgenommen hat – weil ich einfach zu gut erzogen bin. Mit bleiben nur die Erinnerungen. Aber Mann, im Nachhinein hätte einen der Drachen stehlen sollen (grinst). Oder eine meiner Perücken.

Wie viele gab es denn?

Ich hatte am Ende fünf verschiedene. Ich habe allen meinen blonden Perücken Namen gegeben. Mein Liebling war die erste, sie heißt Daeny. An ihr klebt noch etwas Blut und die blonden Strähnen sind ziemlich ausgedünnt, weil sie so einiges mitmachen musste.

Mehr zum Thema: Game of Thrones Episodenguide: Alle Folgen in der Zusammenfassung

Wie emotional war die Verabschiedung am Set?

Es gab nicht nur EINE Verabschiedung. Es gab zehn. Immer wenn einer der Darsteller seine letzte Szene hatte, haben wir eine große Party gefeiert. Und es war jedes Mal unglaublich bewegend für alle. Dann gab es wieder eine Party mit allen nach der Premiere. Viele von uns sind noch in einer Whatsapp-Gruppe. Und wir werden uns sicher noch ein paar Male sehen. Ich denke also, die Goodbyes werden weiter gehen.

Wenn Sie in der Zeit zurückreisen und der jungen Emilia einen Tipp für die Zukunft geben könnten…

…dann wäre der: „Schnall dich fest an, es wird ein ganz schön intensiver und interessanter Ritt!“. Es gibt Tausende von Ratschlägen, die mir einfallen. Am wichtigsten ist aber: Bereue nichts! All das, was dir passieren wird – die Summe aller Erfahrungen – ist das, was dich als Mensch ausmacht. Selbstmitleid ist fehl am Platz. Ach ja, junge Emilia, iss weniger Süßigkeiten und weniger Portionen (lacht).

Um auf das Ende der Show zu kommen…

Stop! Darüber rede ich nicht!

Ich will ja keine Details. Doch Sie müssen sich ja im Laufe der Show Gedanken gemacht haben, wie es mit Daenerys enden wird. Waren Sie mit dem Ende zufrieden?

Ganz ehrlich, ich hatte nie irgendwelche Erwartungen. Selbst nicht von Staffel zu Staffel. Weil ich wusste, dass ich wahrscheinlich jedes Mal völlig daneben gelegen hätte. Es ist daher für mich unmöglich zu beantworten, ob ich mit der letzten Folge zufrieden bin. Ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll.

Wie viel Selbstbewusstsein haben Sie von Ihrer Rolle ins Privatleben übernommen?

Eine riesige Menge! Als Daenerys vor 800 Statisten zu stehen und in einer Fake-Sprache Anweisungen zu geben, die meine Macht ausstrahlen – dazu braucht man echt Eier (lacht). Meine Scheu zu überwinden hat mir einen Riesenschub an Selbstwertgefühl gegeben. Zu wissen, dass man in einer erfolgreichen Show eine starke Frau spielt, die damit das Selbstwertgefühl von vielen jungen Frauen steigert – das ist einfach großartig.

Was hat Daenerys Sie noch gelehrt?

Dass wahre Schönheit nichts mit Äußerlichkeiten zu tun hat. Beauty kann man nämlich faken. Es ist einzig und allein unser Verstand, der entscheidet, wer wir sind. In unseren Gedanken liegt unsere wahre Power und innere Stärke triumphiert am Ende immer. Wer sein Selbstwertgefühl allein aus seinem Aussehen bezieht, der ist auf einem Pfad, der kein Ziel hat.

Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht vor der Kamera stehen?

Das muss ich noch herausfinden, wenn ich tatsächlich mal irgendwann nicht arbeite. (lacht) Aber ich versuche so viel Zeit wie möglich zwischendurch mit meiner Familie und Freunden zu verbringen. Ich brauche den sozialen Kontakt. Dafür verzichte ich auch mal auf Schlaf.

Kit Harington hat in Interviews gesagt, dass die Liebeszenen zwischen ihnen nicht einfach waren, weil Sie so gut befreundet sind.

Es war einfach nur komisch, weil wir quasi sieben Staffeln nie zusammen gedreht haben. Ich habe eine sehr enge Freundschaft mit Kit und seiner Ehefrau Rose Leslie entwickelt und wir haben außerhalb des Sets viel zusammen gemacht. Und plötzlich stehen wir zusammen vor der Kamera und spielen ein Liebespaar. Wir mussten ständig kichern. Jedes Mal bei einer Kussszene hat Kit so getan, als müsste er sich danach übergeben (lacht) und hat dann stets laut „Igitt“ gesagt. Der Humor hat geholfen, ein paar etwas unangenehme Momente zu überwinden.

Was steht als nächstes für Sie an?

Ich habe gerade einen Kinofilm abgedreht. Er heißt „Last Christmas“. Also Pause gibt es nicht.

Von Dierk Sinderman/RND


Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiter bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen dann immer unter dem einzelnen Beitrag.

Poste einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

UNSERE MADS-PARTNER

Videos

Wird geladen...

Send this to a friend