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„Voyager 1“ und „2“: Die Botschafter der Menschheit auf der Reise durchs All

„Voyager 1“ und „2“: Die Botschafter der Menschheit auf der Reise durchs All
Foto: NASA/ dpa

Unglaubliche 18 Milliarden Kilometer von zu Hause entfernt und trotzdem laufen dauernd Dokumentationen über sie im Fernsehen: MADS-Autor Felix erklärt, was es mit den Raumsonden „Voyager 1“ und „Voyager 2“ auf sich hat.


Star Trek, Star Wars, Futurama, Raumschiff Enterprise: All diese Serien spielen im Weltall, weit außerhalb unseres Sonnensystems. Aber ist sowas nicht an den Haaren herbei gezogen? Gibt es sowas in echt? Die Antwort ist: Ja, sowas gibt es in echt. Zwar nicht ganz in dem Ausmaß, aber von Menschen gemachte Objekte haben unser Sonnensystem schon verlassen. Und das sogar mit einer Nachricht für außerirdische Lebensformen.

Die beiden Voyager-Sonden

Voyager 1“ und „Voyager 2“ sind die beiden einzigen Sonden, die unser Sonnensystem je verlassen haben. Die beiden Sonden befinden sich somit im sogenannten „interstellaren Raum“. Die Reise der beiden „Veteranen-Sonden“ begann im Jahr 1977. Am 20. August hob „Voyager 2“ ab und 16 Tage später, am 5. September 1977, ihre Schwester-Sonde „Voyager 1“. Der Bau der Sonden begann schon 1975. Beide Sonden wiegen einzeln ungefähr 825 Kilogramm.

Die Mission(en) der Weltraum-Veteranen

Die eigentliche Aufgabe von „Voyager 1“ und „2“ war zunächst die genauere Erforschung von bereits bekannten Planeten. Auch um zwei Saturnmonde sollten genauer untersucht werden. Doch mit der Zeit wurden ihre Aufträge immer mehr ausgeweitet und verändert. Im Jahr 1990 begann die letzte Phase der dreiphasigen Erkundungsmission. 2009 untersuchte „Voyager 1“ auf ihrer Reise das Magnetfeld der Sonne und Radiowellen.

Botschaft für Außerirdische

Nicht nur die Entfernung zur Erde ist eine Besonderheit. Der Inhalt der beiden Sonden ist auch in jeder Hinsicht etwas ganz Besonderes. In „Voyager 1“ und „2“ befinden sich nämlich Nachrichten für Außerirdische. Aber wie sieht so eine Nachricht aus? Ist sie verschlüsselt? Welches Medium wird benutzt? Etwas, wie ein USB-Stick? Die Antwort ist: eine Art Schallplatte, die sich „Voyager Golden Record“ nennt. Auf ihr sind Audio- und Bildinformationen über die Menschheit gespeichert. Wie sich diese Audiobotschaft anhört, kann man sich übrigens auf Soundcloud anhören.

Was ist heute los beim „Voyager-Projekt“?

Ruhig geworden ist es all die Jahre nie so richtig um die beiden Sonden. Gerade im November 2019 entdeckte „Voyager 2“ eine mysteriöse Magnetwand zwischen Sonnensystem und interstellarem Raum. Aber wie kann man denn wissen, was die Sonde gerade macht, wo sie doch so weit von uns entfernt ist?– Das Kommunizieren mit den beiden Sonden ist zwar schwierig und langwierig, aber nicht unmöglich. Die Sonden können nämlich Daten an die Erde schicken und umgekehrt. Für eine Kommunikation in eine Richtung werden 16 1/2 Stunden benötigt.

Wie lange werden die Sonden noch forschen (können)?

Auch wenn sie so eine riesige Strecke zurückgelegt und so viele Daten gesammelt haben, sind natürlich auch „Voyager 1“ und „Voyager 2“ nicht unsterblich. Man muss dabei bedenken, dass die Schwester-Sonden nun seit knapp 43 Jahren durch den Weltraum fliegen. Bereits 2025 will die NASA die wissenschaftlichen Aktivitäten der Sonden einstellen, sie danach aber noch weiter betreuen. In den 2030er-Jahren ist der letzte Kontakt zwischen Erde und Sonden geplant. Und selbst, wenn sie mit der Zeit verfallen, bleibt doch die Chance, dass irgendwann ein Außerirdischer unsere Nachricht findet.

Von Felix Habicht


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