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Video-Trend „Gongbang“: Wer will Youtubern beim Lernen zuschauen?

Video-Trend „Gongbang“: Wer will Youtubern beim Lernen zuschauen?

Vielen Schülern fällt es schwer, sich zum Lernen zu motivieren. Der „Gongbang“-Trend aus Südkorea könnte Abhilfe schaffen. Die beliebten Youtube-Videos zeigen andere Menschen beim Pauken – und zwar stundenlang.


Das Surfen auf Youtube galt bisher nicht unbedingt als förderlich für die Konzentration. Seit einiger Zeit jedoch machen sogenannte „Gongbang“-Videos auf der Plattform die Runde und motivieren Schüler und Studierende zum Lernen. Sie zeigen andere Menschen über Stunden hinweg beim Lernen. Das Setting ist zumeist das heimische Arbeitszimmer, aber auch Bibliotheken erscheinen hin und wieder als Kulisse.

Der Trend des „Gongbang“, was mit „Lernsendung“ übersetzt werden kann, stammt aus Südkorea und soll den Zuschauern dabei helfen, sich über einen längeren Zeitraum auf das Büffeln einzulassen. Anders als bei den beliebten „Let’s Play“-Videos, bei denen User ihren Stars stundenlang beim Spielen zuschauen, passiert in den Lernclips recht wenig. Zwischendurch wird eine Seite umgeblättert, ein Schluck Wasser getrunken oder die Katze gestreichelt. Im Hintergrund sind entweder leise Musik oder nur einige wenige Geräusche zu hören.

Lernen mit der „Tomaten-Technik“

Eine besondere Lernmethode, auf die die Youtuber oft zurückgreifen, nennt sich „Pomodoro Technique“ (Tomaten-Technik). Sie wurde in den 1980ern von dem italienischen Unternehmer Francesco Cirilloerfunden, um das Zeitmanagement und die Konzentration zu verbessern. Dabei machen die Lernenden nach 25-minütigen Abschnitten, den sogenannten Pomodoros, regelmäßig fünf bis zehn Minuten Pause. Nach vier Abschnitten wird eine längere Auszeit zwischengeschoben. Ein Timer zeigt den Zuschauern die genaue Lernzeit an.

Die Videos dauern oft mehrere Stunden, viele von ihnen haben bereits Hunderttausende Aufrufe. In den Kommentaren, etwa von Youtuberin Jamie und ihrem Channel „TheStriveToFit“, bedanken sich viele Nutzer für die Lerngesellschaft. „Ich hab das vier bis fünf Mal in den letzten zwei Wochen benutzt. Hätte nicht gedacht, dass diese Art von Videos bei mir funktionieren, aber sie helfen mir, fokussiert zu bleiben“, schreibt ein Nutzer. „Jamie, du bist genau der Lernkumpel, den ich in dieser dunklen Woche brauche“, kommentiert eine andere.

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Vor allem in asiatischen Ländern müssen Schüler für wichtige Prüfungen oder die Aufnahme an einer Universität oft stundenlang lernen. Die Videos dienten zunächst zur eigenen Motivation, schnell verbreitete sich die Idee der virtuellen Lernpartner aber im Netz. Mittlerweile ist der „Gongbang“-Trend auch in westlichen Ländern angekommen, in den USA etwa sind sie unter dem Stichwort „Study With Me“ zu finden. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile ähnliche Videos zum Beispiel von Medizinstudent Mischa.

Von Mila Krull/RND


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