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Traum vom Medizinstudium: Was tun, wenn der Abi-Schnitt nicht reicht?

Traum vom Medizinstudium: Was tun, wenn der Abi-Schnitt nicht reicht?
Foto: Insa Catherine Hagemann

Eines Tages Leben retten – das Medizinstudium ist der Traum vieler Abiturientinnen und Abiturienten. Doch ohne 1,0-Abitur wirkt es oft unerreichbar. Wir stellen Möglichkeiten vor, wie es mit dem Wunschstudium auch ohne Bestnoten klappen kann.


Das Quotenmodell

Drei Quoten entscheiden, welche Bewerberinnen und Bewerber über Hochschulstart einen Platz angeboten bekommen. 30 Prozent aller Studienplätze werden rein über den Abiturschnitt vergeben – das ist die Abiturbestenquote. 60 Prozent der verfügbaren Studienplätze müssen unter Berücksichtigung des Numerus Clausus (NC) und zwei weiteren Kriterien – zum Beispiel einem Freiwilligendienst und einem Auswahlgespräch – über das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben werden. Seit 2020 werden Wartesemester nicht mehr anerkannt. Stattdessen werden zehn Prozent der Studienplätze unabhängig vom NC über weitere Kriterien verteilt, das nennt man die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ).

Der benötigte Schnitt wurde nur knapp verfehlt? Viele Studienplätze werden nach der ersten Zulassungswelle abgelehnt und durch die nächste Person auf der Rangliste besetzt – eine Anmeldung für das Nachrückverfahren ist also empfehlenswert! Mit ganz viel Glück kann der Studienplatz auch ausgelost werden – darauf sollte man allerdings nicht setzen.

Freiwilligendienst und Ausbildung

Einige Erfahrungen werden im AdH und in der ZEQ positiv berücksichtigt. Ein Freiwilliger Dienst wie ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ehrenamtliche Tätigkeit kann für Pluspunkte sorgen. Für das Medizinstudium sollte dieser im medizinischen Bereich stattfinden und darf sogar im Ausland absolviert werden. Auch viele Berufsausbildungen werden von Universitäten anerkannt. Möglichkeiten gibt es viele – zum Beispiel die Ausbildung zur Rettungssanitäterin oder zum Krankenpfleger.

Tipp: Informiere dich vor deiner Bewerbung darüber, welche Universitäten besonders viele Punkte für eine Ausbildung oder einen Dienst anrechnen.

Studierfähigkeitstests

Der bekannteste, wirksamste und lernaufwändigste Weg zum Medizinstudienplatz ist wohl der Test für Medizinische Studiengänge (TMS). Er findet zwei Mal im Jahr statt und bietet die Möglichkeit, den NC um bis zu 0,8 zu verbessern. Achtung – man muss sich früh genug anmelden. Für das Wintersemester liegt die Frist schon im Januar. Weitere Informationen

In Österreich mit MedAT: Der MedAT ist ein Studierfähigkeitstest für österreichische Universitäten. Er ist anspruchsvoll, findet aber vollkommen unabhängig vom Abischnitt statt. Ein weiterer Vorteil daran, nach Österreich zu gehen, ist die EU-Ausländerquote von 20 Prozent, in die du mit deutscher Staatsbürgerschaft fallen würdest. Weitere Informationen

Studieren im Ausland

Auch andere Länder als Österreich – vor allem Ungarn, Bulgarien oder Rumänien – sind für das Medizinstudium beliebt. Das kostet Geld: Laut studimed.de in Rumänien etwa 3750 Euro pro Semester, in Ungarn sogar bis zu 8000 Euro pro Semester. Über Medizinstipendienprogramme kann man Stipendien für das Studium im Ausland erwerben. Nach einem Jahr gibt es die Möglichkeit, das Studium in Deutschland fortzuführen.

Privatuniversitäten

Wenn jemand in Deutschland bleiben und auf höchstem Niveau studieren möchte, ist eine Privatuniversität wie die Hochschule Witten-Herdecke eine Möglichkeit. Privatunis haben zusätzlich zum Abitur meistens Auswahlgespräche und Voraussetzungen wie ein Praktikum, die es erlauben, mit mehr als nur guten Noten zu punkten. Viele Privatunis bieten Finanzierungsmodelle für Studierende aus weniger wohlhabendem Elternhaus an – trotzdem ist diese Möglichkeit eher kostspielig.

Die Studienplatzklage

Wenn alle Stricke reißen, bleibt manchen Studienplatzsuchenden nur noch eine Möglichkeit: sich einklagen. Hier handelt es sich um einen gerichtliches Verfahren, bei dem geprüft wird, ob die Universität nicht noch mehr Studienplätze anbieten kann, als sie angibt. Diese Methode ist am Ende nicht nur die teuerste, sondern auch ziemlich unsicher. Oft bleibt die Klage erfolglos, weshalb am besten gleich viele Unis auf einmal verklagt werden sollten.

Alternative Studiengänge

Es scheint alles versucht und das Medizinstudium klappt trotzdem nicht? Auch das ist kein Weltuntergang. Es gibt viele Studiengänge, die in eine ähnliche Richtung gehen und etwas leichter zu bekommen sind. Vielleicht wecken ja auch Pharmazie, Biologie oder Neurowissenschaften das Interesse!

Übrigens: Diese Tipps gelten nicht ausschließlich für medizinische Studiengänge. Eine Ausbildung, ein Freiwilligendienst oder das Studium im Ausland sind auch für die meisten anderen Studiengänge von Vorteil, wenn der Schnitt verfehlt wurde!

Von Yuni Becker


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Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

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