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Sündenregister: Schmerzende Wahrheiten über desolate Schulpolitik

Sündenregister: Schmerzende Wahrheiten über desolate Schulpolitik
Foto: Claudius Verlag

Es läuft vieles schief in der Bildungspolitik: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger verfasst eine Streitschrift. Ein kleines, angriffslustiges Buch, das vielen Eltern, Lehrern und Schülern aus dem Herzen spricht.

Was soll Schulunterricht vermitteln? Wissen. Kompetenzen. Werte. Heinz-Peter Meidinger (66), Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, zählt in seinem gerade veröffentlichten Buch „Die 10 Todsünden der Schulpolitik“ noch mehr Punkte auf, die Schulen heutzutage leisten sollen: unter anderem Erziehungsdefizite beheben, individuell fördern, Inklusion verwirklichen, Berufsorientierung geben, Rassismus bekämpfen. Nebenbei soll freilich auch die Demokratie gestärkt, Digitalisierung vorbereitet und Integration vorangetrieben werden.

Meidinger kritisiert in seiner kurzen, knackigen Streitschrift nicht solche Ziele, sondern die Überfrachtung der Schulen, die „zum Reparaturbetrieb der Gesellschaft erklärt“ werden. Der pensionierte Lehrer und Autor aus Bayern geht frontal in den Ring. Benennt Reformstau, Ideologisierung der Schulpolitik, Personalnot, Akademisierung der Gesellschaft, defizitäres Corona-Schul-Krisenmanagement, das Dauerversagen des Bildungsföderalismus (mangelnde Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern) oder die Vernachlässigung des Leistungsprinzips (Bestnoteninflation und Niveauabsenkung). Meidinger geht es um eine Bestandsaufnahme der vergangenen Jahrzehnte und sagt, wieder sehr knackig, was nun zu tun sei.

Hervorzuheben ist neben seiner angenehmen Streitlust auch die einfache, ungedrechselte Sprache, mit der er den Leser ohne Lamento anspricht. Die 126 Seiten lassen sich fix durchackern – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, um schnell in die Debatte zu kommen.

Von Klaus Amberger

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