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Studierende starten Petition gegen Diskriminierung in der Drogerie

Studierende starten Petition gegen Diskriminierung in der Drogerie
Foto:  Daniel Naupold/dpa

Ist das Angebot in Drogerien wirklich so vielfältig, wie es gern beworben wird? Eine Gruppe Studierender kritisiert, dass es nicht genügend Produkte für Schwarze Menschen gibt – und hat eine Petition ins Leben gerufen.


Alle Hautfarben sichtbar machen – nicht nur die hellen Töne: Das fordert die Petition „Produktvielfalt für BIPoC“, die der Instagram-Account @we.are.variety ins Leben gerufen hat. Dahinter steckt eine Gruppe Studierender der Hochschule Rhein-Main.

Keine Farbvielfalt bei Make-up und Strumpfhosen

„Wir möchten auf die Diskriminierung von BIPoC durch Produkte, mangelnde Farbvielfalt und den schlechten Zugang zu diesen aufmerksam machen“, heißt es auf dem Instagram-Account. BIPoC steht für „Black, Indigenous and People of Color“. Die Aktion kritisiert auch die Werbung von Herstellerinnen und Herstellern. Denn dort sei oft die Rede von Produktvielfalt, der Realität entsprächen solche Slogans aber nicht, so Kritik. Deswegen richtet sich die Petition vor allem an die Unternehmen, die diese Produkte herstellen. Die Initiatorinnen und Initiatoren wünschen sich eine größere Farbvielfalt etwa bei Make-up, Strumpfhosen und Pflastern – denn dort sei die Auswahl für Schwarze Menschen oft stark eingeschränkt. Zudem beklagen die Studierenden, dass die gängigen Shampoos nicht für krauses Haar geeignet seien und es spezielle Shampoos dafür meist nicht in der Drogerie gebe.

Shops für BIPoC im Lockdown geschlossen

Die Initiative beklagt eine strukturelle Benachteiligung für nicht-weiße Menschen. Von beige bis pastellrosa seien unzählige Produkte für helle Hauttypen dabei – darüber hinaus gebe es oft zu wenige bis gar keine Produkte in Drogerien. Betroffene Menschen müssten dann in speziellen Shops einkaufen, so die Kritik. Diese Shops seien jedoch während des Lockdowns geschlossen gewesen, weil ihre Produkte nicht zu den Waren des täglichen Bedarfs zählten.

Die Petition fordert nun Produktvielfalt in den Drogerien und appelliert an die Herstellerinnen und Hersteller, ihr Sortiment entsprechend zu erweitern. Die Petition ist unter change.org zu finden. Bis Freitagmittag hat die Initiative gut 1000 Unterschriften gesammelt.

Warum heißt es Schwarze Menschen mit großem S? Schwarze Menschen ist eine Selbstbezeichnung von BIPoC und beschreibt eine von Rassismus betroffene gesellschaftliche Position. Es handelt sich dabei um eine konstruierte Zuordnung, die nicht immer auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist.

Von Chantal Moll


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Über den Autor/die Autorin:

6 Bemerkungen

  1. Avatar

    Es ist wirklich eine unfassbare Tragödie mit der Diskriminierung in der Drogerie.
    Ich habe eine bläuliche Hautfarbe und meine Freundin eine gründliche….wir finden einfach kein passendes Makeup. Vielleicht sollten wir Faschingsfarben verwenden.

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  2. Avatar

    Pardon, wo soll das alles noch hinführen? Diese Petition ist meiner Meinung nach nur dümmliches „Wichtigmacher-Gehabe“. Genauso wie das „Problem SCHWARZfahren“ keines ist!

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  3. Avatar

    Interessanter Artikel. Was mir aufgefallen ist, in den vom Starkregen betroffenen Gebieten sind sog. Bipoc so gut wie gar nicht vertreten. Sie helfen nicht, sind auch nicht bei den Hilfsund Rettungskräften vertreten. Wie kommt das? Ist das eine Art bewusst unterlassene Hilfeleistung oder trauen die sich ohne passendes Makeup (ist ja ganz schwer ranzukommen lt. obigem Artikel) aus Scham nicht auf die Strasse?

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  4. Avatar

    Sind das wirklich echte Probleme der „BIPoC“? Oder sind das bloß von weißen Gutmenschen konstruierte Probleme so wie das böse N-Wort, mit dem die „BIPoC“, die ich kenne, keine Schwierigkeiten haben. Die bezeichnen sich selbst übrigens auch nicht als BIPoC.

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  5. Avatar

    Mir hat ein Vögelchen gezwitschert, dass die LGBTQIABIPoC manchmal nichts mehr finden, womit sie andere nerven können.

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  6. Avatar

    Da habt ihr Studenten sicherlich eine riesige Marktlücke entdeckt! Warum macht ihr nicht einfach eine Drogerie mit derartigen Produkten auf und werdet reich? Vermutlich, weil ihr gut wisst, dass sich die Produkte eben nicht so wirklich gut verkaufen, denn ahnt mal: wenn sie sich gut verkaufen ließen, wären sie auch im Sortiment. Aber ihr geht sicher weit genug, um im Dienste der Political Correctness auch einen Rückschritt zur Planwirtschaft hinzunehmen.

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