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Studie: Warum Blickkontakt beim Reden so schwer ist

Studie: Warum Blickkontakt beim Reden so schwer ist
Foto: Quelle: imago/Westend61

Dem Gesprächspartner beim Reden in die Augen sehen gilt als höflich und fällt doch vielen Menschen schwer. Warum das so ist, haben japanische Wissenschaftler in einer Studie untersucht. Demnach könnte das Gehirn und nicht etwa Verlegenheit der Grund sein.


Wer mitten im Satz den Blick plötzlich schweifen lässt und dem Gegenüber beim Reden nicht in die Augen sieht, muss nicht schüchtern oder gar unhöflich sein. Er oder sie könnte schlicht damit überfordert sein, das passende Wort zu finden.

Wie japanische Wissenschaftler der Universität Kyoto vermuten, sei unser Gehirn bisweilen einfach nicht in der Lage, die richtigen Worte zu finden, während wir gleichzeitig darum bemüht sind, Blickkontakt mit unserem Gesprächspartner zu halten.

Doppelbelastung des Gehirns könnte Ursache sein

„Obwohl Augenkontakt und Sprechen unabhängig voneinander zu sein scheinen, wenden Menschen während eines Gesprächs häufig ihre Augen von Gesprächspartnern ab“, fassen die Forscher in dem 2016 erschienenen wissenschaftlichen Artikel zusammen.

Sie stellten deshalb die Vermutung auf, dass beide Prozesse dieselben geistigen Ressourcen des Gehirns beanspruchen könnten. Um die menschliche Kommunikation besser zu verstehen, müsse daher ein größeres Augenmerk auf das Zusammenspiel zwischen verbalem und nonverbalem Austausch gelegt werden.

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Studie testet Wortassoziationen

Für die Studie ließen die Forscher 26 Probanden Wortspiele machen, während sie auf dem Computer Gesichter angezeigt bekamen. Hielten die Probanden den Blickkontakt, fiel es ihnen oft schwerer, Assoziationen zwischen den Wörtern herzustellen.

Lies hier: Sprache lässt sich aus Hirnsignalen ableiten

Gerade bei komplexeren Assoziationen oder bei Wörtern, zu denen es viele mögliche Kombinationen gibt, hätten die Probanden laut der Wissenschaftler mehr Zeit für eine Antwort benötigt. So sei es zum Beispiel relativ einfach, ein passendes Verb für Messer, aber schwieriger, eines für Ordner zu finden.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Blickkontakt nicht per se mit der Suche nach dem passenden Wort zusammenhängt. Erst wenn der Sprechende auf ein Wort stößt, über das er aktiv nachdenken muss, könne beides im Gehirn miteinander kollidieren.

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Von Patrick Fam/RND


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