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So erleben Schüler in MV die Corona-Krise

So erleben Schüler in MV die Corona-Krise
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Junge Leute haben eine Meinung zu aktuellen Themen und Ereignissen. Heute schreiben Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Regionalen Schule in Klütz und der 8. Klasse der Regionalen Schule Am Rietberg in Neuburg bei Wismar ihre Ansichten zu Schwerpunkten in der OZ oder zu eigenen Themen, die sie bewegen, etwa zum Homeschooling, Rassismus oder zu Radfahrern.

Jetzt noch nicht ins Ausland

Annalena Schulz (15), Klütz: Ich finde, dass man noch nicht vollständig Schulen und Kindergärten öffnen sollte. An diesen Orten gibt es vielleicht noch mehr Viren als zu Hause. Es ist auch unsinnig, jetzt schon in andere EU-Länder zu reisen. Es kann ja sein, dass genau eine Person irgendwohin fährt, die das Corona-Virus in sich trägt, und schon geht dann das Problem wieder von vorn los. Aber man sollte jetzt wieder ohne Maske einkaufen gehen können und ohne den Zwang einen Einkaufswagen nehmen zu müssen.

Touristen erst später reinlassen

Julian Rudolph (16), Klütz: Die Corona-Maßnahmen sollten noch nicht gelockert werden. Auch die Urlauber hätten noch nicht ins Land gelassen werden dürfen. So entsteht bestimmt eine zweite Corona-Welle. Schulen und Kindergärten müssten weiterhin so öffnen, wie sie es jetzt tun, weil Kinder soziale Kontakte brauchen und weil sie sich ansonsten nicht so gut weiterentwickeln können.

Corona hemmt Entwicklung

Leonie Behlau (16), Klütz: Ich finde es schade, dass Schulen und Kitas noch nicht wieder normal geöffnet haben.Viele vergessen dadurch beispielsweise den Schulstoff. Für manche Aufgaben braucht man nun länger, um sie zu verstehen. Auch viele Themen, die wir für die Prüfungen brauchen, werden jetzt schneller und gequetscht behandelt. Das geht mir manchmal etwas zu schnell. Kindergartenkinder brauchen auch soziale Kontakte. Ich bin froh, wenn das Thema Corona endlich vom Tisch ist.

Für Events ist es zu früh

Anna Andro (16), Klütz: Es ist noch zu früh für Konzerte, Festivals & Co. Trotzdem finden jetzt wieder Veranstaltungen, etwa Autotreffen, statt. Die Corona-Krise ist noch nicht vorüber. Und das wird noch eine Weile so bleiben. Deshalb sollten die ganzen Corona-Maßnahmen noch nicht so schnell gelockert werden.

Homeschooling ist gute Idee

Maximilian Brandt (15), Klütz: Schulen und Kitas sollten noch nicht richtig öffnen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Zahl der Infizierten steigen kann. Homeschooling ist eine gute Idee. So, wie es zurzeit ist, dass jeden Tag eine Klassenstufe zum Unterricht kommt, ist es gut. Weil es so nur kleinere Schülergruppen gibt.Die Chance, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, wird so geringer. Das Gleiche gilt für Kindergärten. Auch dort sollte erst mit kleinen Gruppen begonnen werden.

Problem: verpasster Schulstoff

Nele Apel (16), Klütz: Schulen sollten wieder regelmäßig öffnen. Allein schon deshalb, damit Schüler wieder eine Routine bekommen. Wenn man zwei oder drei Monate zu Hause bleibt, hat man irgendwann keinen Bock mehr, jeden Tag die Aufgaben für die Schule zu machen. Gerade momentan, da es weitere Lockerungen gibt, trifft man sich lieber mit Freunden, als allein zu Hause zu sitzen. Ein weiteres Problem ist der fehlende Stoff, den wir jetzt aufgrund der Corona-Krise nicht behandeln konnten. Zumal darunter auch Themen sind, die für die Prüfungen wichtig sind. Ich frage mich, wie die Schüler das alles in unserem letzten Schuljahr nachholen sollen.

Nele Apel

Hilfreicher Kinderbonus

Chanel Kaprowski (15), Klütz: Es ist toll, dass es einmalig 300 Euro pro Kind gibt. Durch die Corona-Krise müssen viele Eltern teilweise in Kurzarbeit gehen und bekommen nur noch 60 Prozent ihres Lohnes. Viele Selbstständige bekommen gar kein Geld mehr. Auch Kinder müssen die Krise durchhalten, sie konnten lange ihre Freunde nicht sehen. Es ist gut, dass sich Familien nun von dem Kinderbonus etwas kaufen oder einen Ausflug starten können.

Gleichberechtigung für alle

Jesse Coney Katzmarek (15): Ich finde Feindseligkeiten gegenüber Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Homosexuellen sowie Divers-Menschen nicht gut. Alle sollten die gleichen Rechte haben wie Heterosexuelle, zum Beispiel dass sie auch Blut spenden dürfen, um anderen zu helfen. Die Ehe für Homosexuelle wurde erst viel zu spät in Deutschland legalisiert. Dazu kommt, dass auch die Adoption für sie erlaubt sein muss.

Jesse Coney Katzmarek

Viele ignorieren Rassismus

Johanna Hackert (16), Klütz: Ein wichtiges Thema ist der Rassismus. Vor allem gegen Schwarze. Genau jetzt in dieser Zeit, in der die ganze Welt protestiert wegen der Tötung des schwarzen US-Amerikaners George Floyd durch einen Polizisten, ist es wichtig, dass alle mitdiskutieren. Es gibt zu viele Menschen, die bei diesem Thema wegsehen, uninteressiert sind oder einfach so tun, als ob es das Problem nicht existiert. Täglich werden überall auf der Erde Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion schlecht behandelt. Jeder Mensch ist gleich. Es muss mehr Leute geben, die nicht länger den Rassismus ignorieren.

Windräder mit Nachteilen

Hajo Neubauer (15), Klütz: Windräder sind eine gute Variante, um Strom zu erzeugen. Aber es gibt leider auch Nachteile, die auch nerven können. Ein Nachteil ist der Lärm, den die Windräder machen. Außerdem wird die Landschaft zerstört. Für Vögel sind die Rotoren eine Gefahr. Aber Windräder sind eine gute Lösung, sauber Strom zu gewinnen. Statt an Land sollten sie auf dem Wasser errichtet werden, wo genug Platz vorhanden ist.

Gute Lösung: Online-Festival

Dias Januzakov (16), Klütz: Das Internationale Folklorefestival in Ribnitz-Damgarten findet in diesem Jahr online statt. Für viele Leute hat das fest eine Bedeutung, weil sich dort viele Nationalitäten treffen. Dass das Festival nun im Live-stream zu sehen ist, könnte dazu führen, dass solche Feste zur weiteren Entwicklung von Internet-Festen beitragen.

Mehr gegen Rassismus tun

Aida Berisa (16), Neuburg: Ich finde, dass sich nicht genügend Personen gegen Rassismus einsetzen. Es gibt immer wieder rassistische Vorfälle. Viele Menschen werden für ihr Aussehen verurteilt und beleidigt. Es ist nicht richtig, andere aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion anzugreifen. Ich bin dafür, dass Leute, die rassistische Vorurteile haben, für ein paar Tage ins Ausland reisen, um zu sehen, wie es dort ist.

Aida Berisa

Einblick in andere Kulturen

Lisa Warda (14), Neuburg: Alle Menschen sollten gleich behandelt werden. Wir sind alle gleich, unabhängig von Hautfarbe und Herkunftsland. Niemand sollte verurteilt werden, weil er sein Land verlässt, um irgendwo ein besseres Leben führen zu können. Gut, dass auf Demos für gleiche Rechte gekämpft wird. Um Vorurteile abzubauen, sollten internationale Schüleraustausche organisiert werden, um Einblick in andere Kulturen zu bekommen.

Selbst entscheiden ist wichtig

Leonie P. Jacob (14), Neuburg: Ich denke, dass jeder Mensch selbst entscheiden kann, ob er zum Beispiel gegen Ausländer oder ob er komplett pro Ausländer ist. Wenn Ausländer nach Deutschland kommen und Regeln und Gesetze brechen, sollten sie in ihr Heimatland geschickt werden. Alle anderen sind willkommen. Nicht jeder Deutsche, der Vorurteile gegenüber Ausländern hat, ist gleich ein Nationalsozialist. Die meisten Ausländer sind aber nicht schlecht, nur weil sie aus einem anderen Land kommen.

Mehr für Radler tun!

Albert Reinike (15), Neuburg: Es ist gut, dass in Wismar und anderswo Fahrradfahrer auch in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung fahren dürfen. Wenn es mehr befahrbare Wege für Radler geben würde, würden mehr Leute aufs Fahrrad umsteigen. Das wäre auch gut für die Umwelt. Deshalb sollte mehr für Radfahrer getan werden.

Wölfe nicht vertreiben

Lukas M. Werk (15), Neuburg: Mit Zäunen kann man andere Tiere vor den Wölfen – sie gehören zu meinen Lieblingstieren – schützen. Landwirte können einen Teil ihrer Tiere auch in Ställen halten und sie nur tagsüber auf die Weiden lassen, damit die Raubtiere sie nicht nachts angreifen. Wichtig ist, dass an den Autobahnen Wildfangzäune aufgestellt werden, damit das durch Wölfe aufgescheuchte Wild nicht sich und Autofahrer gefährdet.

Spannende TV-Serie

Pia-Sophie Blank (14), Neuburg: Die amerikanische TV-Serie „Riverdale“ sollte man sich anschauen, weil es um Mord, Hinterhalt, Beziehungen und Liebe geht. Die Handlung des Teenager-Dramas ist für Zuschauer unberechenbar; und gut ist, dass man miträtseln kann.

Von Klaus Amberger

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Über den Autor/die Autorin:

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