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Shortlist des Deutschen Buchpreises: Das sind die sechs Finalisten

Shortlist des Deutschen Buchpreises: Das sind die sechs Finalisten
Foto: Alexandra Fuller/Unsplash

Am Dienstag ist die Shortlist für den Deutschen Buchpreis erschienen. Aus der Longlist mit 20 Nominierten sind sechs Finalisten geworden: MADS stellt euch die Auswahl vor.


Jedes Jahr verleiht eine wechselnde Jury den Deutschen Buchpreis. Vergeben wird der Preis auf der Frankfurter Buchmesse, die Auswahl der Nominierten geschieht in zwei Runden: erst Longlist, dann Shortlist. Letztere ist am 19. September erschienen, und beinhaltet nur noch sechs Autoren und Autorinnen.

„Muna oder Die Hälfte des Lebens” von Terézia Mora

Terézia Mora ist eine deutschsprachige ungarische Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin. Sie erhielt den Buchpreis bereits vor zehn Jahren für „Das Ungeheuer“. Ihr jetzt nominiertes Buch „Muna oder Die Hälfte des Lebens” spielt in der DDR, kurz vor dem Mauerfall. Die titelgebende Protagonistin ist Abiturientin, als sie eine Nacht mit dem deutlich älteren Magnus verbringt. Er verschwindet, und sieben Jahre verstreichen, bis sie sich zufällig in Berlin wieder treffen. Jetzt werden sie ein Paar, doch er hat sich verändert, worüber Muna „immer und immer wieder” hinwegsieht. Als toxische Beziehung beschreibt die Jury das Verhältnis der beiden, als eigensinnig und mutig die Protagonistin.

Das Debüt „Vatermal” von Necati Öziri

Auch in „Vatermal” geht es um Beziehungen, aber – wie es der Titel bereits andeutet – um eine Vater-Kind-Beziehung. Protagonist Arda liegt mit Organversagen im Krankenhaus, als er einen Abschiedsbrief schreibt. Nicht aber an seine Mutter oder Schwester, sondern an seinen Vater, den er nie kennengelernt hat. Er erzählt ihm von seinem bisherigen Leben. Es geht um seine weggelaufene Schwester, die Alkoholprobleme seine Mutter, Erfahrungen mit dem Ausländeramt, seine Freunde und Liebe. Es ist das Debüt von Necati Öziri, der bereits zuvor als Autor und Dramaturg tätig war. Seine Prosa, Essayistik und Theaterstücke sind bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden.

Anne Rabe: „Die Möglichkeit von Glück”

Die DDR ist auch Thema in Anne Rabes „Die Möglichkeit von Glück”. Es geht um Stine, die Mitte der 80er-Jahre geboren wird und an der Ostsee aufwächst. Als Kind der Wende erlebt sie die Veränderungen hautnah mit, ist aber zeitgleich zu jung, um die Ereignisse um sie herum richtig zu verstehen. Ihre Verwandten begegnen den gravierenden Geschehnissen mit Schweigen, während Stine vor allem eins hat: Fragen. Das Dilemma einer Generation, die zwischen Diktatur und Demokratie steht, hat Anne Rabe mit Archivarbeit analysiert. Neben Büchern hat sie wie Öziri bereits Essays und Drehbücher geschrieben.

„Echtzeitalter” von Tonio Schachinger

In ein völlig anderes Genre fällt „Echtzeitalter” von Tonio Schachinger: Es handelt sich um einen Coming-of-Age-Roman. Das Setting ist ein elitäres Internat in Wien – eine ehemalige Sommerresidenz der Habsburger -, was auch Protagonist Till Kokorda als überheblich empfindet. Nachdem sein Vater stirbt, widmet er sich mehr als zuvor seinem Hobby: den Videospielen. So wird er im Stillen zum Star, begrenzt auf die virtuelle Welt. In seinem Abschlussjahr verändert sich für Till dann erneut alles. Die Kombination aus Coming-of-Age und digitaler Welt zeichnet „Echtzeitalter” aus. Es ist der zweite Roman Schachingers, wobei sein Debüt „Nicht wie ihr” 2019 ebenfalls auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet war.

Deutsche Buchpreis Finalist: „Maman” von Sylvie Schenk

In Richtung Autofiktion geht Sylvie Schenk mit „Maman”. Es ist ein Spiel mit Fakt und Fiktion, Erforschung der eigenen Familiengeschichte – genauer gesagt der Geschichte ihrer Mutter. Diese wird 1916 geboren, die Großmutter stirbt bei der Geburt, ihre genau Tätigkeit bleibt im Unklaren. Jetzt fragt Schenk nach der eigenen Familiengeschichte. Wie Annie Ernaux, an welche das Buch erinnert, ist auch Sylvie Schenk Französin, und ist mit fast 80 Jahren die Älteste aller Nominierten. Sie ist zum ersten Mal für den Preis nominiert.

Last but not least: Ulrike Sterblich mit „Drifter”

Magische Elemente finden einen Platz in Ulrike Sterblichs „Drifter”. Die Männerfreundschaft zwischen Wenzel und Killer ist im Fokus. Beide arbeiten im PR- und Social-Media-Bereich, als die mysteriöse Vica aufraucht, eine mephistoartige Frau. Sie bringt die Welt der beiden ins Wanken, als immer mehr Ungereimtheiten ans Licht kommen. Zeitgleich nimmt Sterblich Literaturbranche, PR und Social Media mit satirischen Elementen aufs Korn. Seit 2004 erscheinen Bücher von ihr, „Drifter” hat es als erstes ihrer Werke auf die Shortlist geschafft.


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Über den Autor/die Autorin:

Marie Bruschek

Marie (20) studiert Weltliteratur. Wenn sie nicht gerade schlechte Wortwitze macht oder sich zum zehnten Mal Mamma Mia anguckt, schreibt sie für MADS über alles, was sie gerade interessiert.

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