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Serienkritik: Spannende Fantasy-Serie mit holprigem Einstieg

Serienkritik: Spannende Fantasy-Serie mit holprigem Einstieg
Foto: David Appleby / Netflix

Es geht um Flucht, Rassismus und Magie: Die neue Netflix-Serie „Shadow and Bone“ erzählt die Geschichte von Kartografin Alina Starkov. Die Verfilmung der Fantasy-Trilogie ist gut gelungen, findet MADS-Autorin Annika.


​In Ravka gibt es Magie – magisch begabte Menschen, die sogenannten Grisha, dienen in der Armee des Zaren. Aufgrund ihrer Kräfte gehören sie zur Elite. Doch ihre Macht kann auch gefährlich sein: Nicht nur liegt das Land im Krieg mit Nachbarländern, Ravka ist auch durch einen Streifen aus dunkler Schattenmagie geteilt. Diesen zu durchqueren ist wegen der darin lebenden Monstern sehr gefährlich.

Die Hoffnung der Bevölkerung liegt seit Jahrhunderten in einem besonderen Grisha, der mit dem Beschwören von Licht die Schattenflur oder Ödsee zerstören und das Land einen soll. Das Problem dabei? Einen solchen Magier gab es zuvor noch nie – bis schließlich die junge Kartografin Alina Starkov (Jessie Mei Li) ihre Fähigkeiten entdeckt. So entbrennt ein Wettrennen um ihre Person: Sie wird zum wertvollen Mitglied der Grisha und deren Anführer (Ben Barnes) und gleichzeitig zum Ziel von Entführungsplänen und Attentaten.

Die Netflix-Serie verfolgt zwei verschiedene Geschichten aus dem gleichen Universum der amerikanischen Schriftstellerin Leigh Bardugo: In der Haupthandlung wird von Alina erzählt, mit der sich die Originaltrilogie, „Shadow and Bone“, beschäftigt. Sie gibt den Rahmen vor und bietet einen Einstieg in die Umstände Ravkas und das Magiesystem der Welt.

Zeitgleich gibt es zwei weitere Handlungsstränge mit Charakteren aus der „Das Lied der Krähen“- Dilogie: Auf der einen Seite werden die Kriminellen Kaz, Inej und Jesper verfolgt, andererseits erzählt die Serie, wie die Grisha Nina und der Grisha-Jäger Matthias sich kennenlernen, bevor sie in den Büchern Teil von Kaz‘ Gruppe sind. Da diese Bücher zeitlich einige Jahre nach der Trilogie angesetzt sind, handelt es sich bei ihrem Anteil der Serie um eine extra hierfür geschriebene Vorgeschichte.

In beiden Hälften der Erzählung werden aktuelle Themen wie Flucht, Rassismus und Krieg angeschnitten. Am Anfang ist die Serie für Nicht-Kenner der Bücher aufgrund der Fülle an Material schwer zugänglich. Vor allem der Zusammenhang zwischen den Charakteren ist schlecht greifbar. Die ersten beiden Folgen beinhalten viele Informationen und fremde Begrifflichkeiten, die vorerst unerklärt bleiben. Um alles hinreichend zu erklären und damit vielleicht auch Young-Adult-Fantasy-Klischees ein wenig zu entkommen, hätten der Serie ein oder zwei Folgen mehr gutgetan.

Die Stärke der Serie liegt in dem Setting und ihren Charakteren. Das russisch inspirierte Ravka ist schön gestaltet, die Kostüme überzeugen. Alina ist als Protagonistin weniger farblos als in den Büchern und ihre Vergangenheit aktiv zu zeigen war eine gute Entscheidung der Serienmacher. Doch am meisten stechen trotzdem die einzelnen Persönlichkeiten der Kriminellen hervor, vor allem Jesper (Kit Young) ist ein Highlight der Serie.

Zum Ende hin nimmt die Serie trotz anfänglicher Schwierigkeiten deutlich an Fahrt auf. Vor allem die letzten Folgen sind stark und arbeiten überzeugend auf den Höhepunkt hin. Dass es danach weitergehen muss, ist bei dem Ende klar. Für kommende Staffeln interessant ist die weitere Umsetzung des Handlungsstrangs um Kaz und seine Gruppe. Schon in der ersten Staffel „Shadow and Bone“ war ihr Einwirken auf Alinas Storyline nicht unerheblich, obwohl sie in den Büchern überhaupt nicht vorkommen. Trotzdem ist das Ende der Serie dem des Buchs sehr ähnlich. Inwiefern die Schicksale wieder verflochten werden und ob die Macher der Serie dadurch von der Buchvorlage abweichen werden, bleibt spannend.

Von Annika Eichstädt


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