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Serien und Filme: Die MADS-Redaktion verrät Streaminggeheimtipps

Serien und Filme: Die MADS-Redaktion verrät Streaminggeheimtipps
Foto: Unsplash/Jonas Leupe

Netflix, Disney+, Amazon Prime – aktuell häufen sich Streaming-Anbieter und damit auch die Auswahl an Filmen und Serien. MADS stellt Serien und Filme vor, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben.


The Sinner

Zunächst mag die Handlung der Serie The Sinner klischeehaft klingen: In den vier Staffeln untersucht Detective Harry Ambrose jeweils einen Fall, der zunächst eindeutig erscheint. Während die Handlung vorangeht, lernt man seine Persönlichkeit kennen und erfährt durch Rückblenden mit traumatischen Erlebnissen die Gründe für sein verschrobenes und seltsames Verhalten. Die erste Staffel beruht auf dem Roman „Die Sünderin“ der deutschen Autorin Petra Hammesfahr. Jessica Biel spielt die Hauptrolle der Staffel und führt gleichzeitig mit Regie. Sie spielt eine junge Mutter, die am helllichten Tag in der Öffentlichkeit einen scheinbar Fremden ermordet.

Die Serie konnte zumindest in den USA Erfolge feiern und wurde um weitere Staffeln ergänzt, bei denen Jessica Biel weiter hinter, jedoch nicht mehr vor der Kamera mitwirkte. Was The Sinner von anderen Serien über Kriminalfälle unterscheidet: Es gibt keine Schießereien und actionreiche Kampfszenen um Spannung aufzubauen. Außerdem sind die Täterinnen und Täter schon zu Anfang der Fälle klar. Es geht also nicht darum, wer die Verbrechen begangen hat, sondern warum sie überhaupt begangen wurden. Das ist den Täterinnen und Tätern in den ersten beiden Staffeln jedoch nicht einmal selbst klar. Die Zuschauenden werden also, wie die Hauptfiguren in der Serie, vor Rätsel gestellt, was eine starke Verbindung zwischen ihnen herstellt.

Von Tim Klein

„Everything Sucks!“

Die amerikanische Netflix-Serie „Everything Sucks!“ spielt in der fiktiven Stadt Boring im Jahr 1996 – langweilig geht es dort aber nicht zu. Der Fokus liegt vor allem auf den Mitgliedern des Film Clubs und des Theater Clubs. Viele von ihnen sind Außenseiter und schließen sich zusammen als die Requisiten des Theater Clubs zerstört werden, sodass dieser sein Stück nicht aufführen kann. Stattdessen beginnen die beiden Clubs an einem gemeinsamen Film zu arbeiten, den sie vor der ganzen Schule präsentieren wollen.

Auch das Privatleben der Schülerinnen und Schüler sowie angehende Liebesbeziehungen spielen eine Rolle. Die Schwierigkeiten der Selbstfindung werden sensibel und authentisch thematisiert. Hier macht sich bemerkbar, dass die Serie Teenager Sitcoms der 90er Jahre parodiert und nicht selbst aus diesem Jahrzehnt stammt. Denn die Repräsentation weiblicher Homosexualität wäre ih früheren Serien wohl nicht typisch gewesen. Musikalisch untermalt wird das Ganze von Bands wie Ace of Base, Oasis und Nirvana. Damit schafft die Serie eine unterhaltsame Balance zwischen tatsächlichen Retroelementen, zeitlosen Konflikten des Erwachsenwerdens sowie einer modernen Darstellung und Entwicklung der Figuren. Dass sie nach der ersten Staffel abgesetzt wurde, wird der Serie nicht gerecht. Mit ihrer Originalität, dem augenzwinkernden Blick auf die 90er Jahre und den gut umgesetzten Themen verdient sie definitiv mehr Aufmerksamkeit.

Von Tom Schwichtenberg

„The Darkest Minds – die Überlebenden“

Eine schreckliche Zukunftsvorstellung: Eine gefährliche Krankheit tötet fast alle Kinder der US-amerikanischen Bevölkerung. Die wenigen Überlebenden entwickeln im Gegenzug dafür übernatürliche Kräfte, was der Regierung so gar nicht passt. Infolgedessen sollen alle Kinder in ein Camp verbannt werden, was den Erwachsenen mehr Kontrolle über sie ermöglicht. Als die 16-jährige Rue dann jedoch aus dem Camp flieht, trifft sie schnell auf Gleichgesinnte. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen die Unterdrückung auf und stoßen dabei auf die ein oder andere Überraschung.

Wer schon Dystopien wie „Hunger Games“ mochte, dem wird auch dieser spannende Science-Fiction-Thriller gefallen. Action, Liebe und ganz viel Emotion in einem Film verpackt, der jedoch für seine Qualität nicht genügend Bekanntheit aufweist. Insbesondere die Dialoge zwischen den Protagonisten und deren Beziehung zueinander überzeugen. Aber auch die indirekte Gesellschaftskritik, die mit der Geschichte mitschwingt, ist positiv zu betonen. Insgesamt ein wirklich sehenswerter Film, mit einem Ende, das bestimmt nur die wenigsten mit einem trockene Auge davon kommen lässt. 

Von Tara Yakar

„Crashing“

Die Miniserie „Crashing“ erzählt von einer Gruppe Mittzwanziger, die in ein stillgelegtes Krankenhaus in London zieht, um Geld zu sparen. Im Gegenzug soll sie sich um den Erhalt des Krankenhauses kümmern und strenge Vorschriften einhalten. Was natürlich nicht gelingt mit wilden Parties, Alkohol und Gefühlschaos. Anthony und Kate, Sam, Melody und Colin könnten unterschiedlicher nicht sein. Als dann noch Lulu (gespielt von Phoebe Waller-Bridge) einzieht, ist das Chaos komplett.

Crashing ist bereits 2017 auf Netflix erschienen – zeitgleich mit der preisgekrönten Serie Fleabag. Auch bei Crashing spielt Phoebe Waller-Bridge die Hauptrolle und hat das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Dabei scheint sie eine Vorliebe für unangenehme Situationen am Esstisch zu haben. So dreht sich zum Beispiel eine ganze Episode um ein gemeinsames Abendessen, bei dem das ein oder andere pikante Geheimnis ans Licht kommt.

Wer Fleabag mochte, wird Crashing lieben – die Serien leben von cleveren Dialogen und einer erstaunlichen Tiefe und sind daher absolut sehenswert. Die herrliche Situationskomik und die großartige Besetzung unter anderem mit Jonathan Bailey (der kürzlich als Viscount Bridgerton begeisterte), kreiert eine kurzweilige Serie, die nach sechs Episoden leider schon viel zu schnell vorbei ist.

Von Melina Wall

„Mindhunter“

Die Serie „Mindhunter“ ist von realen Begebenheiten inspiriert. Es geht um die Anfänge des sogenannten Profiling, bei dem psychische Profile von Kriminellen erstellt werden, die zu ihrer Festnahme führen sollen. Die Hauptrollen sind zwei FBI-Agenten Holden Ford und Bill Tench, die den realen Beamten John E. Douglas und Robert Ressler nachempfunden sind. Unterstützt werden sie durch die Psychologin Wendy Carr, deren Rolle von der Professorin Ann Wolbert Burgess inspiriert ist. Die beiden Agenten wollen Interviews mit überführten Serienmördern durchführen, um zu verstehen wie diese denken. Sie erhoffen sich dadurch, deren Verhalten zu analysieren um ungeklärte Mordfälle zu lösen und sogar Morde zu verhindern. Die dargestellten Serienmörder beruhen auf gleichnamigen realen Tätern, ihre Dialoge mit den beiden Agenten fußen auf den echten aufgezeichneten Interviews.

Ähnlich wie „The Sinner“ gehört auch „Mindhunter“ nicht zu den Serien, bei denen rein durch Action für Spannung gesorgt wird. Vor allem die Dialoge mit den Serienmördern verursachen eine gruselige, angespannte Stimmung, die Unwohlsein verursacht, aber auch Neugier, wie diese Menschen ihre Taten rechtfertigen.

Von Tim Klein


Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

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