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Schutz aus Zellstoff: Mundschutz als Accessoire

Schutz aus Zellstoff: Mundschutz als Accessoire
Foto: Unsplash/Flavio Gasperini

In Japan werden im Jahr Milliarden Masken verkauft. Auch in der westlichen Welt wird der Mundschutz immer populärer. Autorin Kerstin Hergt über die Zellstoffabdeckungen für die untere Gesichtshälfte, die sich mehr und mehr zum populären Accessoire entwickeln.


Naomi Campbell hat panische Angst vor Keimen. Welche Folgen das hat, demonstrierte das ehemalige Supermodel jüngst in einem Video, in dem sie wie eine Besessene ihren Platz im Flugzeug putzt und desinfiziert. Doch richtig entspannen kann die 49-Jährige erst, wenn sie ihren Mundschutz angelegt hat (ein Modell in Schwarz). Das ist keineswegs eine Reminiszenz an Poptitan Michael Jackson, der sich bekanntermaßen gern dahinter verschanzte. Vielmehr ist es die Sorge um die eigene Gesundheit: Naomi findet eigenem Bekunden nach kaum etwas unangenehmer als das Husten und Niesen der anderen Passagiere. Der Mundschutz hilft ihr, jede Reise sauber durchzustehen. Doch bei allem Spott und hämischem Gelächter, die das durchs Netz geisternde Video nach sich zog (Heidi Klum und Nicole Richie fanden es so zum Gackern, dass sie gleich ein Scherzvideo nachlegten, in dem Richie Campbell imitiert), ist das sterile Stück Vlies möglicherweise bald nicht mehr nur in, sondern auch vor aller Munde.

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In Japan werden jährlich Milliarden Masken verkauft

Die täglichen Bilder in den Medien von den Protesten in Hongkong zeigen ständig Menschen mit Mundschutz. Die Masken wahren ein Stück weit die Anonymität der Demonstranten, doch gehören sie in Asien durchaus zum Alltag: Die Angst vor Ansteckung mit Viren und Bakterien ist allgemein groß, hinzu kommt der Smog. Ein neues Phänomen ist die Selbstverständlichkeit, mit der Mund und Nase in asiatischen Metropolen gern abgedeckt werden, indes nicht: Die Japaner haben schon vor hundert Jahren damit begonnen, Mundschutzmasken im Alltag zu tragen: 1919 wurden sie zur Vorbeugung gegen die Spanische Grippe empfohlen. Die Angst vor Epidemien ist seitdem geblieben – und nicht unbegründet, wenn man an den Ausbruch der Lungeninfektionskrankheit SARS 2002 oder der Schweinegrippe 2009 denkt. Jährlich werden allein in Japan Milliarden Masken verkauft.

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Der Mundschutz wird auch im Westen populärer

In der westlichen Welt sorgen nunmehr immer öfter Prominente und auch bekannte Modemarken dafür, dass sich Zellstoffabdeckungen für die untere Gesichtshälfte zum populären Accessoire entwickeln. So gibt es längst nicht mehr nur Wegwerfmodelle, sondern auch Exemplare von Gucci oder Louis Vuitton. Nützen tun sie allerdings wenig, wenn sie keinen Filter haben. Einfache Mundschutzmasken aus Seide, Baumwolle und Satin schützen zwar einigermaßen gut davor, sich mit verunreinigten Händen ins Gesicht zu fassen und sich so einen Infekt einzuhandeln, doch Feinstaub wehren sie ebenso wenig ab wie die Chirurgenmodelle aus dem OP-Saal: Die Luft kann seitlich eindringen.

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Tatsächlich können sich Allergiker und Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben oder unter zu hoher Feinstaubbelastung leiden, darüber freuen, dass es mittlerweile Hersteller gibt, die Mundschutz kreieren, der optimalen Schutz vor mikroskopischen Schadstoffen in der Luft verspricht und im Design keinen sterilen Krankenhauscharme verbreitet: Die kalifornische Marke Vogmask zum Beispiel hat ihre Modelle mit Blumen, Bienen oder Karos bedruckt und das britische Label Freka setzt auf „Facewear“ mit Filter in Weinrot.

Wer nicht gerade schwache Lungen hat und wie Naomi einzig und allein Bazillen fürchtet, kann das vielfältige Angebot an Masken getrost ignorieren. Mediziner sind sich darin einig, dass regelmäßiges und gründliches Händewaschen wesentlich effektiver ist als die Abdeckung von Mund und Nase.

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Von Kerstin Hergt/RND


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