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Schüler aus MV in der Corona-Krise: Viele vermissen Freunde und Schule

Schüler aus MV in der Corona-Krise: Viele vermissen Freunde und Schule
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Die Schüler sind nun seit drei Wochen wegen der Coronavirus-Krise nicht mehr in ihren Schulen und lernen ihren Unterrichtsstoff zu Hause. Wie es ihnen in dieser Situation geht und was sie über die Veränderungen in ihrem Alltag denken, schreiben junge Leute aus der 8. Klasse vom Gymnasium Grimmen, aus der 8. Klasse der Regionalen Schule in Binz, der 9. Klasse vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium Rostock und aus der 9. Klasse Regionalen Schule Zingst.

Unser Leben ist nicht selbstverständlich

Lilly Blümel (14), Grimmen: Mir wird bewusst, wie ernst die Lage wirklich ist. Trotzdem kann ich auch positive Aspekte daraus schließen. So wird mir bewusst, dass das Leben, so wie wir es bisher gelebt haben, nicht selbstverständlich ist. Denn es gibt Familien, in denen Menschen wegen des Coronavirus sterben.

Welt ist stiller – und müllfreier

Johanna Grabs (14), Grimmen: Sonst überfüllte Urlaubsorte sind jetzt leer. Es liegt auch kaum noch Müll herum, nirgendwo Zigarettenkippen oder Plastikmüll. Es ist, als ob uns das Coronavirus zeigen will, wie es in der Welt sein soll: stiller und müllfreier. Ich nehme mir vor, wenn die Krise vorüber ist, öfter in die Natur zu gehen. Es ist schön zu sehen, wie es sein kann, wenn jeder ein bisschen auf die Umwelt achtet.

Lieber in die Schule gehen

Annalena Vietze (15), Zingst: Ich würde lieber in die Schule gehen, als die ganzen Aufgaben zu Hause zu erledigen. Natürlich habe ich Angst, gerade um meinen Opa und die älteren Menschen mit Vorerkrankungen. Es ist sinnvoll, dass Schulen und Kitas jetzt geschlossen sind.

Familien rücken enger zusammen

Shanaya Knaack (15), Zingst: Der Virus bringt mich zum Nachdenken. Das Gute an der Situation ist, dass Familien jetzt näher zusammenrücken. Die Natur blüht auf, da die Industrie und der Handel lahm gelegt wurden. Die Schule ist aber wichtig, denn ohne Bildung kommt man nicht weit. Gut, dass man digital bereits so weit ist, dass man auf diese Weise seine Aufgaben empfangen und erledigen kann. Für die Wirtschaft wäre es nicht gut, wenn es in diesem Jahr keine Auszubildenden gibt, wenn es keine Abschlussprüfungen gibt.

Krise regt zum Umdenken an

Emil Wassermann (15), Rostock: Wer hätte vor Wochen gedacht, dass Toilettenpapier Mangelware wird? Freunde treffen, zur Schule gehen, Urlaubsreisen, den Großvater im Pflegeheim besuchen, Feiern oder Konzerte – alles im Moment undenkbar. Aber sind Krisen nicht auch dazu da, dass man gestärkt aus ihnen hervorgehen kann? Wir müssen zwar räumlich Abstand halten, werden aber trotzdem näher zusammenrücken. Die Starken helfen den Schwachen, die Gesunden den Kranken und die Jungen den Alten. Man muss mehr aufeinander achten. Einkaufshilfen für Alte und Kranke organisieren, Gabenzäune für Obdachlose bestücken, Päckchen in Pflegeheimen abgeben, sich regelmäßig die Hände waschen und Kontaktsperren einhalten sind einige Beispiele dafür. Statt gedankenlos durch den Alltag zu hetzen, bremst uns das Virus aus. Es wird Opfer fordern, aber auch zum Umdenken im Umgang miteinander anregen.

Gefahr häuslicher Gewalt steigt

Lennart Brüderlein, Rostock: Zu Hause zu bleiben hat auch Schattenseiten. So wird befürchtet, dass die häusliche Gewalt zunimmt, da die Menschen ständig eng zusammenleben. Das wird wohl zu einem der zentralen Probleme der Pandemie werden. Deswegen sollte man Hilfstelefone mit mehr Personal besetzen und generell für dieses Thema sensibilisiert werden.

Wichtig, auf die Regierung zu hören

Till Roloff (14), Rostock: Mit einfachen Maßnahmen kann die Verbreitung des Virus gestoppt und verlangsamt werden. Als erstes ist es wichtig, auf die Regierung zu hören. Zweitens ist es unnötig, Gesichtsmasken zu kaufen und zu tragen, denn mittlerweile wurden so viele gekauft, dass Ärzte sie nicht mehr bekommen. Des Weiteren ist es unnötig zu hamstern.

Zu Hause lernt es sich besser

Clemens Breckenfelder (16), Rostock: Endlich kann ich mich auf die Dinge konzentrieren, die ich schon länger im Auge hatte: zum Beispiel meine Musik zu verbessern. Mit Freunden zu treffen, fällt nun aber leider weg. Die Schule schickt uns fleißig Aufgaben zu – keine Ahnung, wie ich das alles machen soll. Ich halte die getroffenen Maßnahmen vom Staat nicht übertrieben aber auch nicht für zu mild. Der größte Witz ist, dass ich selbst besser lernen kann, wenn ich die Schulaufgaben geschickt bekomme. Viel besser als Frontalunterricht.

Bei regionalen Firmen kaufen

Vito Mehl (15), Rostock: Täglich melden sich Menschen zu Wort, deren Existenz bedroht ist. Nicht allen kann der Staat mit den getroffenen Maßnahmen gerecht werden. Was können wir tun? Zuerst einmal sollten sich alle an die Hygieneregeln und die vom Staat getroffenen Maßnahmen halten, um die Ausbreitung des Virus schnell einzudämmen, damit die Wirtschaft so schnell wie möglich einen Aufschwung erlebt und möglichst wenig Betriebe Arbeiter entlassen müssen oder sogar insolvent gehen. Zudem bieten viele Geschäfte momentan einen Lieferservice, damit sie nicht ihre Existenzgrundlage verlieren. Bei regionalen Betrieben sollte eingekauft werden. Zwar ist es günstiger bei den großen Geschäften einzukaufen, allerdings haben diese weitaus mehr finanzielle Rücklagen als kleinere.

Sind gut vorbereitet auf diese Krise

Vicky Mehl (15), Rostock: Ich habe keine Angst vor dem Coronavirus, denn ich bleibe die meiste Zeit zu Hause und gehe nur mit meiner Familie hinaus. Es ist okay, dass Leute, die sich nicht an die Maßnahmen halten, Strafe zahlen müssen. Die „Corona-Ferien“, über die sich viele Schüler gefreut haben, sind notwendig. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass sich noch viel mehr Menschen infizieren und auch sterben werden. Aber ich denke, dass Deutschland die Krise ganz gut überstehen wird, denn wir haben ein gutes Gesundheitssystem und sind vorbereitet auf das, was noch kommt.

Lehrer sollten erreichbar sein

Richard Bauer (15), Rostock: Ein Virus, über das wir vor einem Monat noch Witze gerissen haben, verändert unseren Alltag. Es ist eine schwierige Zeit. Auch gibt es viele Fakenews und viele wissen nicht mehr, was sie glauben sollen. Es gibt ein Kontaktverbot, welches einem aber nicht verbiete,t einen Spaziergang zu machen. Das ist wichtig, da viele sonst einen Lagerkoller bekommen würden. Einen Pflicht-Onlineunterricht finde ich unnötig, da es in einem Onlineklassenraum wohl laut und stressig ablaufen würde. Besser wäre, wenn Lehrer in einem bestimmten Zeitraum online erreichbar sind, um Fragen zu stellen.

Mir gefällt Homeschooling

Lale Ulrich (15), Rostock: Mir gefällt das sogenannte Homeschooling. Ich kann meine Arbeitsweise meinem Biorhythmus anpassen. Die digitale Arbeitsweise bereitet mir mehr Vergnügen, da ich gern am Laptop arbeite. Meine Befürchtung ist, dass die Schule nach den Osterferien weiterhin ge­schlossen bleibt. Mir würde das gefallen, da ich mich gut arrangiert habe. Meine Ängste wegen des Coronavirus halten sich in Grenzen. Ich halte mich an die Vorgaben und habe dabei ein gutes Gefühl. Ich glaube, dass diese durch die Regierung verordnete Pause für viele Menschen eine Chance sein kann, um Dinge zu tun, die sie schon immer machen wollten. Zudem denke ich, dass bestimmte Berufe mehr Aufmerksamkeit und Beachtung erfahren. Weiterhin gefällt mir die Solidarität mit der Land­be­völkerung, dass einige Menschen freiwillig in der Landwirtschaft helfen.

Schwierig, optimistisch zu bleiben

Leonie Klingbeil (14), Rostock: Abgesagter Frankreich-Austausch, kein internationaler Chorwettbewerb in Prag, Schulausfall, geschlossene Geschäfte und Kontakte zu meinen Freunden nur noch digital. Diese Maßnahmen sind wichtig, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, aber manchmal ist es schwierig, seinen Optimismus zu behalten. Die Osterfeier mit unseren italienischen Freunden findet dieses Jahr erstmalig nicht statt.

Ich habe Angst, dass sich meine Großeltern infizieren können, Angst, dass sich Corona in Deutschland so ausbreiten könnte wie in Italien. Unser Gesundheitssystem ist hoch entwickelt, unsere Krankenhäuser moderner als in Italien, aber wird das reichen? Wie kann es sein, dass in unserem Staat befürchtet wird, im Ernstfall nicht genug Atemschutzmasken und Schutzkleidung zu haben? Das macht mich fassungslos. Hier müssen Lösungen her. Alle Firmen, die medizinische Schutzausrüstung herstellen können, sollten dazu sofort verpflichtet werden.

Einschränkungen sind zum Schutz

Charlotte Würz (15), Rostock: Die Politiker sollten noch etwas härter durchgreifen. Natürlich ist es eine schwere Situation. Aber man muss sich an die Schutzmaßnahmen halten. Doch wenn ich mit dem Hund spazieren gehe und mir eine Gruppe von zehn Personen entgegenkommt, dann frage ich mich, ob es diesen Leuten bewusst ist, warum uns die derzeitigen Einschränkungen im Alltag begleiten.  

Medien dramatisieren zu sehr

Carlotta Rose Evers (15), Rostock: Die bisherigen Einschränkungen sind wichtig. Man muss alles tun, um den Virus zu stoppen. Jedoch muss sich auch jeder daran halten, was einige nicht tun. Deshalb denke ich, dass noch härtere Maßnahmen eingeleitet werden sollten, wie eine komplette Ausgangssperre. Ich habe keine Angst oder Befürchtungen, jedoch fühle ich mich gestresst, eingeengt und überfordert. Und damit meine ich nicht unbedingt die Ausgangsbeschränkung, sondern die Aufgaben, die wir bekommen. Schüler müssen jetzt viel Disziplin zeigen und trotzdem habe ich das Gefühl, es kaum schaffen zu können. Außerdem wird das Thema Corona in den Medien zu sehr dramatisiert, fast so, als würde die Welt untergehen.

Ich fühle mich gestresst

Paula Döring (15), Rostock: Das Coronavirus stellt den Alltag auf den Kopf. Homeoffice für viele Leute. Bei Schülern heißt es jetzt, diszipliniert zu sein. Aufgaben lösen, Themen selbst erarbeiten. Die Schulen zu schließen, ist richtig. Aber ich fühle mich gestresst, denke, dass ich nichts schaffe, da wir immer neue Aufgaben bekommen. Ich versuche, mich nicht selbst unter Druck zu setzten.

Menge an Schulstoff ist nervig

Minna Rantama (13), Rostock: Tag und Nacht dasselbe Thema. Trotzdem muss darüber geredet werden, weil es uns alle betrifft.Die Jüngeren regen sich teilweise über die Kontaktsperre auf, weil sie angeblich nicht zur Risikogruppe zählen. Aber sie sollten an ihre Eltern und Großeltern denken. Über mich mache ich mir keine Sorgen, aber ich mache mir Sorgen.

Eine Sache, die ich nicht so gut finde, ist der zu bearbeitende Schulstoff. Er ist nervig und anstrengend, auch weil die Lehrer sehr viele Aufgaben verteilen. Wenn man mit den einen Aufgaben fertig ist, werden gleich die nächsten verschickt. So mühen wir uns nur ab und lernen dabei nicht. Deshalb hoffe ich, dass sich die Lage schnell entspannt. Allerdings ist die Situation fürs Klima die beste Erholung. Künftig könnte die Art und Weise der Produktion klimafreundlicher gestaltet werden.

War das die richtige Entscheidung?

Alea Schütt (15), Rostock: Es ist schockierend, wie sich unser Leben in den letzten Wochen verändert hat. In Deutschland gilt eine Kontaktsperre. Ist das eine richtige Entscheidung? Einerseits schadet dieses Vorgehen vielen Firmen wegen ihres Einkommens, Kindern wegen der Schulbildung und dem Gesellschaftsleben, das kaum noch existiert. Andererseits müssen alle dafür sorgen, dass sich das Virus möglichst langsam verbreitet, damit die Krankenhäuser hinterherkommen.

Mit Blick auf die internationale Situation ist es die einzig richtige Entscheidung. Mag sein, dass der aktuelle Zustand und das, was nach der Quarantäne kommt, vielen Angst bereitet. Aber um Schlimmeres zu verhindern, müssen wir uns jetzt einschränken. In der jetzigen Situation wird vielen bewusst werden, dass das, was wir als selbstverständlich empfinden, nicht selbstverständlich ist.

Kann Tage so gestalten, wie ich es möchte

Andreas Henkel (15), Rostock: Meiner Meinung nach finde ich es traurig, dass noch viele Leute hinausgehen, als ob nichts wäre. Sie bringen dadurch andere in Gefahr oder können sich selbst anstecken. Klar, man braucht frische Luft, aber man kann die auch auf dem Weg zum Einkaufen bekommen und muss nicht unnötig spazieren gehen. Einige haben auch eine Terrasse oder einen Balkon.

Unfair ist, dass einige Desinfektionsmittel stehlen. Das ist eine Frechheit. Dass so viel Klopapier gekauft wird, kann ich nicht verstehen. Das ist unnötig und manche Leute kriegen dadurch kein Toilettenpapier mehr. Was mir gut gefällt, ist, dass wir viel Schulstoff übers Internet bekommen haben. Es wird nicht langweilig. Außerdem finde ich Schule zu Hause manchmal besser, weil ich den Tag so gestalten kann, wie ich es will. Wenn man aber etwas selbst erarbeiten muss, klappt das in der Schule besser, weil man sofort Lehrer oder Mitschüler fragen kann.

Lehrer lassen keine Langeweile aufkommen

Emma Chamrad, Rostock: Ist es sinnvoll, jetzt schon die Sperren zu lockern? Es gibt Mediziner, die befürchten, dass es durch die Isolation zu einem Anstieg der Herzinfarkte und anderer schwerer Krankheiten kommen könne. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht wächst die Besorgnis. So stehen zum Beispiel viele Selbstständige vor existenziellen Schwierigkeiten. Aber zunächst müssen die Infektionsketten unbedingt unterbrochen werden. Ist die Kontaktsperre wirklich so schrecklich? Ich denke, es ist normal, jetzt Freunde und Verwandte zu vermissen und sich eingesperrt zu fühlen. Aber sobald wir die Situation akzeptieren, kann die Zeit zu Hause auch mal entspannend sein. Außerdem sorgen die Lehrer dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

„Ich wünschte, all das wäre nie passiert.“

Helene Schwarz (14), Rostock: Schulschließung, Kontaktsperre, überlastetes Gesundheitssystem. Auch unsere Schule wurde geschlossen und nun habe ich Kopfschmerzen, denn wir haben einen Berg von Aufgaben bekommen. Ich weiß noch nicht, wie ich das alles schaffen soll, da ich drei jüngere Geschwister habe und wenig Zeit, um in Ruhe zu arbeiten. Ich habe das Gefühl, nie Pause zu haben, da es keine Trennung von Ess-, Arbeitsplatz und Entspannungsbereich gibt. Aber was hätte die Regierung sonst machen sollen?

Schulen sind voller Keime und alles wird angefasst. Die Gefahr einer schnellen Ausbreitung des Virus ist in Schulen besonders hoch. Aber ich denke, wir müssen lernen, damit zu leben. Hier ein Zitat aus dem Buch „Der Herr der Ringe“: „Ich wünschte, all das wäre nie passiert.“ Gandalf: „Das tun alle, die solche Zeiten erleben. Aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist.“ Also werde ich jetzt viel Wasser trinken und noch ein paar Aufgaben von meiner Liste streiche.

Vertraue dem Staat und der Familie

Bennet Schwarze (15), Rostock: Ich fühle ich mich noch sicher, da ich Vertrauen in den Staat und in die Menschheit habe. Außerdem fühle ich mich durch meine Familie sehr gut geschützt. Natürlich mach ich mir Sorgen, wenn ich mitbekomme, was beispielsweise in Italien und Spanien los ist. Ich befürchte, dass nach dem Ganzen hier die Welt nicht mehr dieselbe sein wird. Die Regierung hätte früher handeln müssen mit Ausgangssperren, Grenzkontrollen, Schulschließungen. Da alle Schulen geschlossen wurden und eine Kontaktsperre gilt, sitzt man den ganzen Tag zu Hause, was ich nicht schlimm finde, da ich hier alles machen kann, wenn es um Sport, Essen und Schule geht.

Ich glaube, dass sich viele Schüler und Eltern mit Kindern wünschen, dass Schulen, Kindergärten und Betriebe wieder aufmachen. Das ist aber zurzeit leider nicht möglich und ja, ich vermisse die Schule, was ich sonst nicht oft sage. Jedoch gebe ich mich auch mit der Online-Schule zufrieden, die aber leider kein Vergleich zum richtigen Unterricht ist, da ich mich zu Hause schnell ablenken lasse. Außerdem fehlt mir der soziale Kontakt zu meinen Großeltern und Freunden.

Vermisse das persönliche Zusammensein

Jonathan Goffing (14), Rostock: Die Kontaktsperre ist zwar nervig, aber nötig. Ich habe kein Problem damit, mich nicht mit Leuten treffen zu dürfen, denn über die sozialen Medien sind wir ständig in Kontakt oder spielen zusammen Online-Spiele. Trotzdem vermisse ich das persönliche Zusammensein, weil nur dabei spontaner Schlagabtausch und Witzemachen möglich sind. Ich hoffe, dass die Schulen sobald wie möglich wieder aufmachen und das normale Leben für alle wieder losgeht. Bis dahin sollten sich alle an die Regeln halten und die sozialen Medien kreativ nutzen.

Das geht nicht lange gut

Ruth Manczyk (14), Rostock: Erst um 12 Uhr aufstehen, keine Schule, über 4 Wochen frei haben und das Beste; es sind noch nicht mal Sommerferien. Klar, wenn man sich anstrengt und den normalen Schultag bei sich zu Hause aufrechterhält, sollte es kein Problem sein, die Schulaufgaben zu erledigen. Doch wenn man ehrlich ist: Wer macht sich die Mühe und steht, obwohl er frei hat, um halb sechs auf, um danach ambitioniert Schulaufgaben zu erledigen? Ich bin nicht so jemand und genau deshalb mache ich mir Sorgen. Meiner Meinung nach kann das nicht all zu lange so gehen. Natürlich gibt es keine andere Möglichkeit in dieser Ausnahmesituation. Doch ist E-Learning nicht so effektiv, wie es echter Unterricht oder Online-Klassen wären, in denen ein Lehrer das erklärt, was Texte nicht können.

Eine Frage bereitet Bauchschmerzen

Friedemann Biernath (16), Rostock: Wann ist diese Pandemie vorbei, oder wann hört dieser Ausnahmezustand auf? Die Frage bereitet mir Bauchschmerzen. Obwohl ich meinen besten Freund nicht sehen kann und ich meine sozialen Kontakte drastisch senken musste, geht es mir und meiner Familie relativ gut. Ich hoffe, dass sich alle an die Regeln und Vorgaben des Staates halten, auch wenn die Gefahr so unwirklich ist und die Fallzahlen in MV noch gering sind.

Jetzt kommt die Langeweile

Yannik Jung (16), Rostock: Obwohl ich mich zunächst gefreut habe, dass ich viel Freizeit haben werden, langweile ich mich jetzt langsam, da ich mich wieder mit Freunden treffen will. Ich vermute, dass die Schulen später als geplant öffnen werden, da das Virus nicht in zwei Wochen verschwunden sein wird.

Bitte keine Panik

Lan Chi Nguyen (15), Rostock: Die Darstellung der Krise in den Medien ist oft übertrieben und vielen wird nicht bewusst, dass nur die schlimmsten Fälle und Fakten gezeigt werden. Zwar ist es notwendig, Menschen zu informieren. Aber Panik ist das letzte, was man in solch einer Situation benötigt. Die Regierung greift noch nicht richtig durch.

An öffentlichen Orten sind weiterhin Menschen in Gruppen zu sehen. Einige scheinen den Ernst der Lage nicht zu verstehen. Andererseits wird auch überreagiert, denn wenn etwa ein Kind nicht mehr hinausgehen darf, ist das Freiheitsberaubung. Es ist mir unerklärlich, dass in Flüchtlingslagern viele Menschen eng zusammenleben, aber Konzerte (richtigerweise) verboten sind. Solche Informationen werden nicht genug thematisiert. Die Gesellschaft reagiert einerseits übertrieben, beispielsweise mit Hamstereinkäufen. Es gibt keine hundertprozentig richtige Verhaltensweise, aber man sollte sich mehr Gedanken machen.

Mache mir Sorgen um die Wirtschaft

Lenny Stroisch (14), Binz: Das Thema wird über-, aber auch unterschätzt. Das öffentliche Leben ist stillgelegt. Es ist anstrengend, mit Freunden nichts unternehmen zu können oder sich nur mal zu treffen. Die Maßnahmen, die bisher getroffen wurden, sind zwar notwendig, dennoch langweile ich mich zu Hause. Ich mache die Schulaufgaben, würde aber viel lieber zur Schule gehen. Angst habe ich nicht, ich mache mir jedoch Sorgen um die Wirtschaft und um meine Familie.

Ich selbst habe ein schwaches Immunsystem, aber ich denke nicht immer darüber nach, dass ich einen schwierigen Verlauf der Krankheit durchmachen müsste. Ich nutze die Zeit, um alle Aufgaben zu erledigen und ich schaue Netflix. Außerdem gehe ich manchmal mit meinem kleinen Bruder spazieren, um mir die Zeit zu vertreiben und meine Mutter zu unterstützen. Ich finde es keine Panikmache und ich finde die getroffenen notwendigen Regelungen gut, da unsere Krankenhäuser sonst vielleicht nicht alle schwer erkrankten Patienten versorgen könnten. Übertrieben finde ich, dass einige Menschen ganze Regale leer kaufen.

Ruhig bleiben und Zeit nutzen

Lilly Zoe Gailun, (14), Binz: Ich dachte, das Virus kommt niemals zu uns. Jetzt ist es doch da. Unsere Schule ist geschlossen und meine Eltern sind in Kurzarbeit. Wir erhalten von unseren Lehrern Aufgaben erhalten und alle Touristen mussten die Insel verlassen. Bis jetzt habe ich noch keine Angst vor dem Virus, ich bleibe ruhig und halte mich an alle Regeln. Ich nutze die Zeit, um meine Aufgaben zu lösen und verbringe mehr Zeit mit meinen Eltern. Zuerst dachte ich, das sei alles Panikmache, aber mittlerweile kann ich auch einige verstehen.

Keine Sorge um mich, aber um die Großeltern

Annabell Schösser (14), Binz: Dass die Läden geschlossen sind, finde ich nicht so schlimm. Für mich ist es schlimm, dass ich meine Freunde nicht sehen kann. Meistens vermisse ich auch die Schule, weil ich zu Hause nicht so motiviert bin, alle Aufgaben zu machen. Dass Läden und Schulen geschlossen sind, finde ich auf der einen Seite gut, weil das Virus sich nicht mehr so schnell ausbreiten kann. Auf der anderen Seite ist es schlecht, weil viele Schüler, die ihren Abschluss machen möchten, überfordert sind und nicht wissen, wie es weitergeht. Für mich kann das Virus nicht schlimm werden. Bei meinen Großeltern ist das anders und ich habe Angst um sie. Das Virus sollte man schon ernst nehmen, aber keine Panik machen oder Sachen anhäufen, die andere Menschen dringender brauchen.

Kommt es zu Engpässen bei Lebensmitteln?

Carolin Bartsch (14), Binz: Als die Schulen schlossen, habe ich mich sehr gefreut. Nach kurzer Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass das Homeschooling alles andere als Entspannung ist. Man muss sich den Stoff allein erarbeiten, was ich stressig finde. Ich würde jetzt viel lieber in die Schule gehen. Der Kontakt zu meinen Freunden und Klassenkameraden fehlt mir. Außerdem denke ich, dass alles schlimmer geredet wird, als es in Wirklichkeit ist. Zwar sollte man das Virus nicht unterschätzen und sich an die Regeln halten, aber so viel kaufen, dass man davon ein halbes Jahr leben kann, ist nicht produktiv. Ich habe etwas Sorge, dass es zu Lebensmittelengpässen kommt und die Preise deutlich steigen, wen es so weitergeht. Dann würde es zu Prügeleien, beispielsweise um das letzte Brot kommen. Die freie Zeit kann ich für meine Hobbys nutzen (fotografieren, malen) oder aber auch um mein Zimmer neu zu dekorieren.

Zu zweit kann man sich immer noch treffen

Nele Zimmer (14), Binz: Die Krise ist für viele eine schwere Zeit. Die Wirtschaft leidet unter den Auswirkungen. Bringen die bis jetzt beschlossenen Maßnahmen überhaupt etwas? Ich finde sie eher sinnlos, da man sich trotzdem zu zweit treffen darf und somit der Virus übertragen werden kann. Es kann natürlich jeder für sich entscheiden, ob er zu Hause bleibt oder das Risiko eingeht, infiziert zu werden. Die Maßnahme, dass die Schulen geschlossen wurden, finde ich hilfreich, weil man soziale Kontakte vermeidet. Für Schüler ist es etwas komplizierter, die erhaltenen Aufgaben zu Hause zu lösen als in der Schule, da man nicht mal schnell einen Lehrer fragen kann.

Wichtig: Kontakt zu Mitschülern halten

Celine Jeschkeit (14), Binz: Es ist für mich eine neue Erfahrung, digital unterrichtet zu werden, was ich persönlich nicht so gut finde. Im Klassenzimmer ist es jederzeit möglich, miteinander zu sprechen, Fragen zu stellen und ein Feedback zu bekommen. Da das im Moment nicht möglich ist, ist es wichtig, in Kontakt mit den Mitschülern zu bleiben. Jedoch reduziert die Schulschließung auch meine persönlichen Kontakte, aber nur so kann ich mich vor dem Virus schützen. Deshalb halte ich die jetzigen Maßnahmen für wichtig und richtig.

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Von Klaus Amberger

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