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Satow: Gespräch mit einem Kampfkunstmeister

Satow: Gespräch mit einem Kampfkunstmeister
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Torsten Rollberg ist Trainer für Gewaltprävention. Regelmäßig besucht der 52-jährige Wing-Tsun-Kampfkunstmeister Schulklassen. Der Leiter der EWTO-Akademie (EWTO: Europäische Wing-Tsun-Organisation) in Stralsund und ehemalige Marinetaucher und ausgebildete Sportlehrer sagt im Gespräch mit den beiden zehnjährigen Mads-Reportern von der Satower Schule am See unter anderem, was Sprache mit Gewalt zu tun hat.

Gibt es Gewalt an Schulen in MV?

Die gibt es. Und die beginnt meist mit der Sprache, mit der Art, wie wir teilweise miteinander reden. Stichwort: Verrohung der Sprache. Gerade bei körperlicher Gewalt ist in den vergangenen Jahren die Hemmschwelle gesunken.

Und was tun Sie dagegen?

Ich versuche, jungen Leuten beizubringen, wie sie möglichst gewaltfrei kommunizieren, sowohl mit Worten als auch mit ihrer Körpersprache. Denn in der Sprache liegt oft schon Gewalt. Erst kommen die aggressiven Worte, dann die Tat. Gewalt bahnt sich in den allermeisten Fällen stufenweise verbal an. Durch gezielte Sprache und Körpersprache kann man oft deeskalieren und die Situation ohne körperliche Gewalt beenden. Auf der anderen Seite zeige ich vermeintlich schwachen Personen, wie sie selbstbewusster mit ihrer Stimme und ihrer Körperhaltung auftreten.

Haben Sie selbst schon Gewalt erlebt?

Schon einige Male. Gewalt macht keinen Spaß, es ist eine Schock­situation. Viele Betroffene sind dann handlungsunfähig, weil sie mit ihrer Angst nicht umgehen können. Ich gebe deshalb Tipps, wie man sich in solchen Lagen schützen kann, wie man im Vornherein bereits deeskalieren kann, zum Beispiel durch gewaltfreie Sprache, und wie man seine Angst nutzen kann, um handlungsfähig zu bleiben. Denn auch Angst löst meist Gewalt aus. Um Gewalt zu vermeiden, hilft es oft, sich in die andere Person hineinzuversetzen – Empathie zeigen –, um auch beruhigend wirksam werden zu können.

Muss man sich denn alles gefallen lassen?

Mein Wing-Tsun-Meister, Prof. Keith Kernspecht, sagt, dass man in der heutigen Zeit auch den Mut zur Feigheit haben sollte. Das heißt gerade für die Jungs, auch mal wegzulaufen, ohne sich dafür zu schämen. Denn zum Teil werden Leute, die zu Boden geschlagen werden, getreten und teilweise schwer verletzt.

Seit wann sind Sie Kampfsportler?

Ich trainiere seit meinem 13. Lebensjahr.

Wie sind Sie zum Thema der Gewaltprävention gekommen?

Wenn man mit Kampfkunst zu tun hat, beobachtet man automatisch oftmals das Thema Gewalt. Irgendwann habe ich das Bedürfnis gespürt, jungen Leuten Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Gewalt beendet und vor allem verhindert werden kann. Unter anderem auch durch Achtsamkeit. Das heißt, jeder sollte rechtzeitig erkennen können, wann eine Konfliktsituation womöglich eskalieren kann.

Von Kulsoom Khan (10) und Emil Pegelow (10)

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