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Wie Periodenunterhosen die Umwelt schützen – und für wen sie geeignet sind

Wie Periodenunterhosen die Umwelt schützen – und für wen sie geeignet sind
Foto: Pexels/Polina Zimmerman

Menstruationstassen, Stoffbinden, Schwämmchen, Soft Tampons – der rasant wachsende Markt für Alternativen zu klassischen Einmal-Menstruationsprodukten kann schnell überfordern. MADS stellt ein Produkt vor: Periodenunterwäsche.


Wer zum ersten Mal im Leben menstruiert, greift häufig zu Periodenprodukten, die schnell zur Hand sind – weil die Schwester, die Mutter oder andere menstruierende Personen im persönlichen Umfeld diese ebenfalls verwenden. Bei Periodenprodukten hat jede Person eigene Anforderungen und Präferenzen, sodass wohl oder übel irgendwann die Frage aufkommt: Was soll ich denn jetzt nehmen?

Menstruationsprodukte: Die Qual der Wahl

Oftmals sind Binden oder Tampons die erste Wahl. Das Problem: Durch deren Nutzung wird viel Müll produziert. Laut Statista haben Menstruierende in Deutschland im Jahr 2022 durchschnittlich etwa zehn Packungen mit insgesamt 48 Tampons, Binden oder ähnlichen Menstruationsprodukten verbraucht. Der damit verbundene Abfall, der sich jährlich ansammelt, ist enorm. Die Online-Plattform Utopia rechnet vor, dass in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch Menstruationsartikel jedes Jahr zwischen 75.000 und 125.000 Tonnen Abfall entstehen. Dieser enorme Müllberg ließe sich durch die Verwendung von alternativen Periodenprodukten vermeiden.

Die Auswahl ist groß – und überfordert schnell. Verschiedene Varianten auszuprobieren, ist nicht immer einfach, da manche Alternativen viel kosten und so abschrecken. Auch Periodenunterhosen wirken auf den ersten Blick sehr teuer. Mit 15 bis 40 Euro je nach Hersteller haben viele der Produkte einen stolzen Preis. Ob eine Periodenunterhose in den eigenen Alltag passt, lässt sich allerdings schnell herausfinden.

Für wen sich Periodenunterhosen eignen

Wer kein Problem damit hat, das eigene Blut wie bei (Stoff-)Binden erstmal „rauslaufen“ zu lassen, muss sich für die Nutzung von Periodenslips nicht großartig umstellen. Periodenunterhosen eignen sich vor allem auch für Menstruierende, die das Tragen von Tampons als unangenehm empfinden.

Ein zusätzlicher Vorteil: Herkömmliche Tampons, aber auch Binden werden oft mit Chemikalien oder Weichmachern behandelt. Diese können sich durch den direkten Kontakt zu den Schleimhäuten oder der Haut auf die Gesundheit und die Intensität der Regelschmerzen auswirken. Wenn Tampons nicht regelmäßig gewechselt werden, besteht zudem die Gefahr, dass sich Bakterien ansammeln. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem toxischen Schocksyndrom führen, auch als Tamponkrankheit bekannt.

Bei Menstruationsunterwäsche existiert diese Problematik nicht. Die verschiedenen Lagen einer Periodenunterhose sind bei den meisten Anbietern aus hochwertigen Materialien, weshalb Periodenunterwäsche unbedenklich für die Gesundheit ist.

Wie funktionieren Periodenpanties?

Die Unterhosen bestehen aus mehreren Schichten, meist sind es drei bis vier, die unterschiedliche Funktionen, zum Beispiel Blutabsorption oder Auslaufschutz, haben. Außerdem gibt es meist eine antibakterielle Schicht, um unangenehme Gerüche zu vermeiden. Wie viel Blut sie aufnehmen können, hängt ganz vom Modell ab: Auf dem Markt sind sowohl Periodenpanties mit geringer Saugstärke – vergleichbar mit einem oder zwei Tampons – als auch Panties mit hoher Saugstärke – ungefähr so viel wie sechs Tampons – erhältlich. Dadurch kann jede Person sich das Modell aussuchen, das gut zur eigenen Menstruation passt. Auch vom Design her müssen die Unterhosen nicht zwingend direkt nach Menstruationsunterwäsche aussehen. Ob mit Spitze, High Waist, Low Waist, Hipster-Schnitt oder als Tanga: Periodenpanties sind so vielfältig wie normale Unterhosen.

Zum Schutz der verschiedenen Schichten dürfen Periodenslips allerdings bei maximal 40 Grad Celsius gewaschen werden und sollten weder gebügelt noch in den Trockner getan werden. Die Unterhosen müssen je nach Saug- und Periodenstärke alle acht bis zwölf Stunden gewechselt werden. Danach sollten sie einmal unter kaltem Wasser ausgespült und anschließend in der Waschmaschine gewaschen werden. Die Anwendung ist also denkbar einfach und die Periodenunterhosen sind immer wieder verwendbar. Bedenken sollte man jedoch, dass sie laut den Herstellern lediglich circa zwei Jahre lang ihre volle bakterienhemmende Wirksamkeit behalten.

Gibt es auch Nachteile?

Natürlich hat Menstruationswäsche nicht nur Vorteile, sie bringt auch ein paar Nachteile mit sich. Da man pro Periode nicht nur eine Unterhose, sondern etwa fünf bis sieben benötigt, können die anfänglichen Kosten hoch ausfallen. Da es sich jedoch um ein wiederverwendbares Produkt handelt, werden sich die Aufwendungen in Anbetracht der aufsummierten Kosten für Tampons schnell rechnen.

So haben Menstruierende durchschnittlich 13-mal im Jahr ihre Periode. Eine Packung mit 64 Tampons kostet circa fünf Euro. Tampons sollen laut Hersteller etwa alle vier bis sechs Stunden gewechselt werden, was bei einer durchschnittlichen Periodendauer von fünf Tagen circa 25 Tampons pro Periode entspricht. Auf das Jahr gesehen sind das etwa 325 Tampons. Dafür benötigt man fünf Packungen, wodurch man 25€ allein nur für Tampons ausgibt – wenn in Taschen verlorene Tampons, zusätzliche Binden und Slipeinlagen nicht mitgezählt werden. Dennoch braucht der erste Kauf einer Periodenunterhose sicher Überwindung. Viele Hersteller von Periodenunterwäsche bieten daher Sets mit verschiedenen Panty-Modellen an, damit die unterschiedlichen Designs und Saugstärken ausprobiert werden können.

Wo kriege ich Periodenunterwäsche her?

Dadurch, dass die Nachfrage nach Periodenpanties in den letzten Jahren stark angestiegen ist, gibt es auch viele Hersteller. Zu den Größten zählen ooia, The Female Company, Sisters Republic und Kora Mikino. Diese haben alle eine große Auswahl an verschiedenen Modellen, die sich bequem online bestellen lassen.

Was, wenn mir Periodenunterhosen gar nicht zusagen?

Falls Periodenunterwäsche trotz der Vorteile nicht überzeugt, gibt es immer noch genügend andere Alternativen zu den herkömmlichen Einmalprodukten, die durch ihren hohen Plastikanteil besonders schwer biologisch abbaubar sind. Dazu zählen Menstruationstassen, Schwämmchen und Stoffbinden. Wichtig ist im Endeffekt, dass Menstruierende die für sie angenehmste Lösung finden – und im besten Fall die Umwelt weniger darunter leiden muss.

Von Marie Thielebörger


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Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautorinnen und -autoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen unter dem einzelnen Beitrag.

3 Bemerkungen

  1. istegal

    Das muss man erstmal hinkriegen: Einen Artikel über die Periode, in dem das Wort „Frau“ nicht ein Mal vorkommt. Besser eine 0,000000000000001 % Minderheit (politisch korrekt adressieren und dafür die 52% Mehrheit, die Frauen an der Bevölkerung ausmachen, sprachlich eliminieren.
    An die AutorIN: Merkst du nicht, dass du Frauen sprachlich unsichtbar machst?

    ENtspricht dem woken Trend: Rollback u d Diskrimi ierung on Frauen spra hlich zudecken, aber die Pro bleme einer Mini-Minderheit aufbauschen. Leute, iht seid auf dem pc-Holzweg

    Antworten
  2. istegal

    Das muss man erstmal hinkriegen: Einen Artikel über die Periode, in dem das Wort „Frau“ nicht ein Mal vorkommt. Besser eine 0,000000000000001 % Minderheit (politisch korrekt adressieren und dafür die 52% Mehrheit, die Frauen an der Bevölkerung ausmachen, sprachlich eliminieren.
    An die AutorIN: Merkst du nicht, dass du Frauen sprachlich unsichtbar machst?

    Entspricht dem woken Trend: Rollback und Diskriminierung von Frauen sprachlich zudecken, aber die Probleme einer Mini-Minderheit aufbauschen. Leute, ihr seid auf dem Holzweg.

    (Sorry für die Fehler, da hat mein Tablet gesponnen. Aber „Modertaion“ ist auch nicht schlecht …)

    Antworten
    • Mimimimi

      Ich finde den Text sehr wertschätzend auch gegenüber Minderheiten. Ich hoffe es gibt mehr solche Texte.
      Ich verstehe auch die vorgehende Kritik nicht. Immerhin haben Menschen die Periode haben und Frauen Diskriminierungserfahrungen gemacht. Frauen wurden in der Vergangenheit und werden immer noch unsichtbar gemacht. FLINTA* Personen erfahren dieses Schicksal in einem viel größeren Umfang.
      Ich verstehe nicht warum über die gemeinsame Erfahrung nicht Solidarität entsteht.
      Statt dessen wird darauf bestanden andere Unsichtbar zu machen, um das eigene Unsichtbar gemacht werden zu verweisen.
      Dabei hat die Kritik überhaupt keine Auswirkung auf den Inhalt des Artikels.
      Daher gut geschrieben.

      Antworten

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