Seite auswählen

Werbung

„Real Food“: Was hat es mit dem Tiktok-Ernährungstrend auf sich?

„Real Food“: Was hat es mit dem Tiktok-Ernährungstrend auf sich?
Foto: Unsplash/Carlos Davila Cepeda

Derzeit begegnet man auf Tiktok früher oder später Videos zum Thema „Real Food“. MADS erklärt, was es mit dem Trend um „echtes“ Essen auf sich hat – und hinterfragt, inwiefern der Ernährungsstil tatsächlich gesundheitliche Vorteile hat.


„Wenn du dich 30 Tage lang so ernährst, wirst du deinen Körperbau, deine Stimmung, deine Gesundheit und deine Leistung verbessern. Die optimalste Nahrung für menschliche Gesundheit, Leute.“ Mit diesen Worten beschreibt ein Tiktok-Creator seinen Ernährungsstil. Was auf dem Tisch vor ihm zu sehen ist: sogenanntes „Real Food“, laut dem Tiktok-Creator also „echtes Essen“.

Die „Superhuman Shopping List“ des Creators besteht im Detail aus Äpfeln, Blaubeeren, Wassermelone, Bananen, Granatapfelkernen, Avocado, Räucherlachs, Eiern, griechischem Joghurt, Rindersteak und Rinderhackfleisch.

Wer sich auf Tiktok weitere Videos zum Thema „Real Food“ anschaut, wird schnell bemerken: Während die präsentierten Mahlzeiten und „echten“ Lebensmittel zwar variieren, preisen viele Creatorinnen und Creator den Ernährungsstil als das absolute Optimum für den menschlichen Körper an – ohne wissenschaftliche Belege dafür zu liefern.

Was genau ist „Real Food“?

In einem weiteren Punkt sind sich die Creatorinnen und Creator ebenfalls einig: „Real Food“ besteht zu größten Teilen aus natürlichen und leicht verarbeiteten Lebensmitteln – hochverarbeitete Produkte sollten lieber gemieden werden. Daher sehen viele der gezeigten Mahlzeiten auch recht ähnlich aus. Häufig besteht beispielsweise eine Hauptmahlzeit aus viel Fleisch, Eiern, Avocado und Früchten, während man Gemüse oft vergebens sucht.

@alfiegetshard

WHOLE-FOOD LUNCH 🥙 Keep it simple. Eat whole-foods. wholefood – food that has been processed or refined as little as possible and is free from additives or artificial substances Goodluck out there 🫡 #healthyfood #healthylifestyle #food #healthy #foodie #foodporn #instafood #foodphotography #fitness #meat #healthyeating #yummy #foodblogger #foodstagram #health #foodlover #delicious #homemade #nutrition #healthyliving #weightloss #breakfast #instagood #diet #fit #dinner #healthyrecipes #lunch #love #carnivore

♬ original sound – Alfiegetshard

Generell gilt scheinbar: Viele tierische Proteine, eine ordentliche Portion Fette, wenig bis kaum Kohlenhydrate und möglichst keine verarbeiteten Lebensmittel. Ab und an werden die Regeln aber auch plötzlich gebrochen, sodass ein Proteinpulver und eine Fertigsoße in den Mahlzeiten landen. Allzu viel Varianz scheint der Ernährungsstil jedenfalls nicht zu bieten – zumindest auf Tiktok.

Dort zeigen die Creatorinnen und Creator meist beinahe identische Mahlzeiten, die sogar beinahe identisch (auf Holzgeschirr oder Holzbrettern) präsentiert und gefilmt werden, nur um zusätzlich auch noch die identischen angeblichen Vorteile für den Körper aufzulisten. Wer sich außerhalb von Tiktok mit dem Thema befasst, findet verschiedenste Inhalte zu Ernährungsstilen, die dem der „Real Food“-Videos ähneln, jedoch wesentlich mehr Vielfalt gestatten.

Die eigentliche „Real Food Diet“

Die auf Tiktok präsentierte „Real Food“-Ernährung ähnelt eigentlich einer sogenannten „Animal Based Diet“: Wie der Name bereits erahnen lässt, basiert diese Ernährung auf tierischen Lebensmitteln, sie ist also quasi das Gegenteil der veganen Ernährung. Verkauft wird sie oftmals aber im Stil einer „Whole Foods Diet“, bei der meist auf Fertigmahlzeiten, hochverarbeitete Lebensmittel, Nahrung mit zugesetztem Industriezucker und oft auch auf raffinierte Kohlenhydrate verzichtet wird.

Dass beispielsweise der Verzicht auf Fertigprodukte und übermäßigen Zucker gesundheitliche Vorteile hat, dürfte allgemein bekannt sein. Das Problem der „Real Food“-Tiktok-Videos ist jedoch, dass die Vorteile möglichst naturbelassener Ernährung im allgemeinen genannt werden – nicht aber die eventuellen Nachteile des hohen Tierproduktekonsums und des geringen Gemüsekonsums in der „Real Food“-Bubble. Abgesehen von ethischen Bedenken kann beispielsweise zu viel rotes Fleisch negative gesundheitliche Folgen haben.

Im Ernährungsstil-Dschungel

Vor allem im Internet und in der Buchhandlung treten unzählige Ernährungsstile gegeneinander an – und von allen wird behauptet, sämtliche Vorteile einer gesunden Ernährung zu erfüllen. Selbst studierte Ernährungsexperten sind sich auf ihrem Gebiet nicht wirklich einig. Daher kann hin und wieder eine Einordnung nicht schaden: Der optimale Ernährungsstil existiert (abgesehen vom ethischen Aspekt) schlichtweg nicht.

Während sich manche Menschen vegan ernähren und dabei glücklich, gesund und voller Energie sind, ernähren sich andere, ebenso glückliche, gesunde und energiegeladene Menschen recht fleischlastig. Wichtig zu verstehen ist hierbei, dass gesunde Ernährung immer ausgewogen sein muss, um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen – dafür reichen Fleisch, Obst und Eier wohl eher nicht.


Lies auch:


Über den Autor/die Autorin:

Poste einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Newsletter

UNSERE MADS-PARTNER

Jetzt zum MADS-Newsletter anmelden

Jetzt zum MADS-Newsletter anmelden

Laufend die neuesten Artikel direkt in deine Mailbox -bequemer geht's nicht. Melde dich schnell und kostenlos an!

Du bist erfolgreich angemeldet