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Rassismusvorwurf: RTL-Star Tijan Nije darf nicht in Kölner Bar

Rassismusvorwurf: RTL-Star Tijan Nije darf nicht in Kölner Bar
Foto: Instagram/@tijan.nije

Schauspieler und Tänzer Tijan Nije erzählt auf Instagram von einem Rauswurf aus einer bekannten Kölner Bar. Seine Freunde und er vermuten, dass er aus rassistischen Gründen als einziger der Gruppe aus der Bar geschickt wurde – obwohl er eine Tischreservierung hatte. Auf Instagram tobt ein Shitstorm gegen den Barbesitzer.


„Das, was wir gestern erlebt haben…“, sagt Tijan Nije, dann spricht er nicht mehr weiter. Der Schauspieler („Alles was zählt“) und Tänzer (Let’s Dance) sitzt neben seinem Kumpel und Blogger Louis Darcis und erzählt seinen 150.000 Instagram-Followern von einem Barbesuch. Erst hätte Tijan mit fünf Freunden Fußball gespielt, dann sollte es in eine Bar gehen. In einem Video mit dem Titel „Zu Hause nicht willkommen“ nennen Tijan und auch Louis die bekannte Bar nicht – „Das ist die Bar in Köln“, sagt Louis. „Jeder, der aus Köln kommt: Aachener Straße, Ecke Brüsseler Platz.“ In den Kommentaren unter dem Video der beiden posten viele allerdings den Namen der Bar und markieren ihren Instagram-Kanal.

Die Freunde hätten im Vorfeld einen Tisch reserviert, seien dann in das Lokal gegangen, als der Barbesitzer zu Tijan gekommen sei. „Er sagt: ,Ey, was willst du. Weg mit dir'“, erzählt Tijan und macht dazu eine Handbewegung als wollte er etwas verscheuchen. Der Barbesitzer habe Tijan gesagt, er solle sich umdrehen und weggehen, „das war wirklich sehr erniedrigend, ich stand mitten im Raum“, sagt der Schauspieler. Weil er aber keine Szene machen wollte, habe er die Bar verlassen.

Schauspieler Tijan Nije: Rassismusvorwürfe gegen Barbesitzer

„Mir war nicht bewusst, dass aussortiert wird“, sagt Louis. Er habe mal Gerüchte gehört, aber nicht gewusst, was daran gewesen sei. „Ich habe den Barbesitzer angesprochen und gefragt, wieso mein Freund nicht reinkommt, obwohl wir reserviert haben“, sagt Louis. Der Barbesitzer habe gefragt, um wen es gehe, als Louis auf Tijan zeigte, habe er nur „Ja, stimmt.“ gesagt. Auf den Hinweis von Louis, dass man jetzt denken würde, der Mann sei rassistisch, habe dieser nur erwidert, dass das dann eben so sei. Louis ist sichtlich geschockt, als er erzählt, dass der Eigentümer des Lokals ihm das mehrmals und offen ins Gesicht sagte. „Wir leben im Jahr 2020 und haben immer noch dieses Thema“, sagt er ungläubig.

Unterstützung von Prominenten: Motsi Mabuse und Keno Veit sind sprachlos

„Wir wollen nicht pauschalisieren, aber man fragt direkt nach, ob man wegen der Ethnie ausgegrenzt wird und er bestätigt das noch“, sagt Tijan. Die Gruppe sei deshalb weiter gezogen, nun wollen Tijan Nije und Louis Darcis aber ihre Reichweite auf Instagram nutzen, um den Rassismus nochmal zu thematisieren. „Wir wollen dem Laden nichts Böses, aber es geht schon speziell um die Person. Darum, ihm zu zeigen, dass es bis hierhin geht und nicht weiter“, erzählt Louis.

Screenshot: Instagram/@tijan.nije

Mehr als 155.000 Menschen haben das Video der beiden bereits gesehen, es gibt hunderte Kommentare darunter. Tanzkollegin Motsi Mabuse schreibt: „Wieso taggt ihr diese idiotische Bar nicht, die Menschen müssen wissen, wo sie nicht hingehen sollten“. Auch Treckerfahrer Keno Veit, der als „de schwatten Ostfreesjung“ bei Youtube und Instagram bekannt geworden ist, schreibt: „Ich bin sprachlos, das ist echt fürn Arsch“.

Shitstorm gegen Bar auf Instagram

Die Bar, an deren Eingangstür groß „Kein Viertel für Rassismus“ steht, kann auf Instagram keinen Zuspruch von ihren Followern erwarten. Mittlerweile hat sich die Bar auf Instagram zu dem Vorfall geäußert und die Corona-Maßnahmen sowie ein volles Lokal als Grund für den Rauswurf angegeben. „Nur für die Beiden gab es keinen Platz mehr… so ein peinliches Statement hab ich noch nie gelesen“, schreibt ein User. „Lächerlich…was eine dumme Ausrede „wegen Corona“. Und so ein Schild an der Eingangstür könnt ihr euch sonst wo hinstecken, wenn ihr trotzdem diskriminiert und euch rassistisch verhaltet“, postet eine andere Userin unter das Bild.

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In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es zu einer nicht schönen Begegnung bei uns im @herrpimock gekommen. Am Wochenende ist es nun bei uns immer sehr voll. Aufgrund der Hygiene-Regeln zur Eindämmung der Corona Pandemie weisen wir seitdem wir wieder öffnen dürfen euch an die noch freien Plätze, um zu vermeiden, dass es sich im Laden staut. Bis dahin müssen die Gäste vor der Tür warten. Nun sind Gäste ohne Anweisung hereingekommen, woraufhin sie von uns wieder hinausgeschickt wurden. Wir konnten keinen Tisch anbieten da alle Plätze belegt waren. Hier ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen. Wir haben niemanden herausgeworfen, sondern lediglich darum gebeten draußen auf Anweisungen zu warten, bis ein Tisch frei wird. Wir sind ausdrücklich gegen Rassismus und haben dies auch ganz deutlich an unserer Eingangstür stehen. In der Corona Zeit gelten strikte Regeln, die wir einhalten müssen und diese gelten für alle Gäste egal welcher Herkunft. Herr Pimock bedeutet in der kölschen Sprooch „der Zugezogene“ und diesen Namen haben wir bewusst gewählt. Es ist jeder willkommen da gibt es für uns keinen Unterschied. Mensch ist Mensch. Es tut uns leid, wenn es im Rahmen der erhitzten Situation nicht so rübergekommen ist. Wir hätten uns wahrscheinlich mehr Zeit für die Situation nehmen müssen. Aber wir haben definitiv niemanden aufgrund seiner Hautfarbe vor die Tür gesetzt. Bitte fühlt euch weiterhin willkommen! Euer Herr Pimock!

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Über den Autor/die Autorin:

Tomma Petersen

Tomma (30) ist Redakteurin und leitet die MADS-Redaktion. Zu den Konferenzen bringt sie immer Haribo mit.

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