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Prüfungsphase: Diese Lerntypen kennt jeder

Prüfungsphase: Diese Lerntypen kennt jeder
Foto: Unsplash/ Valeriy Khan

Gar nichts machen oder durchgehend büffeln? Unterschiedliche Charaktere gehören zur Uni wie Pommes in der Mensa: MADS präsentiert vier Lerntypen.


Wenn sich die Bibliotheken bereits ab acht Uhr morgens mit missmutigen Studenten füllen, ist die Prüfungsphase offiziell eingeleitet. Ob in der Bibliothek oder von zu Hause aus, mit Karteikarten oder endlos langen Lernzetteln: Welche Lernstrategien sich eignen, hängt vom individuellen Lerntyp ab. Diese vier Lerntypen kennst du bestimmt.

Der Tagaktive

Montag, 7 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Die Schlummertaste drückt der Tagaktive nicht. Lieber reibt er sich freudig den Schlaf aus den Augen, schwingt die Beine aus dem Bett und springt unter die Dusche. Auch ein gesundes Frühstück gönnt er sich, denn: Mit vollem Magen lernt es sich bekanntermaßen am besten. Spätestens um 9 Uhr morgens sitzt der Tagaktive dann in der Bibliothek. Hauptsache, pünktlich, er möchte sich schließlich seinen Stammplatz in der fünften Reihe am Fenster ergattern. Hier kann er beginnen, seinen Lernplan abzuarbeiten, schließlich sind die Klausuren schon in drei Wochen.

Pünktlich um 14 Uhr steht der zufriedene Tagaktive dann auf – für den ausgiebigen und belebenden Spaziergang. Die Luft ist kalt, die Sonne scheint, und erfüllt mit neuer Energie geht es wieder zum Stammplatz. Noch ein paar Stunden lang schreibt er bunte Karteikarten voll, lernt altgriechische Vokabeln, arbeitet die Lektüre durch und macht anderen mit seiner gut strukturierten Art ein schlechtes Gewissen. Mit Einbruch der Dunkelheit verschwindet der Tagaktive dann zurück nach Hause. Der nächste Lerntag kommt schließlich früh genug.

Von Florentine Pramann

Die Achtsame

Ihr Chai Latte steht dampfend neben einem kleinen Bücherstapel. Mehr als drei Bücher leiht sie sich nie aus. Denn sich aufs Wichtigste zu beschränken – das hat sie in einem Kurs über „Achtsamkeit mit sich selbst“ gelernt. Früher einmal war sie die Prokrastiniererin. Diejenige, die kurz vor knapp in einen Arbeitsrausch verfiel, sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse komplett vergaß, um die Abgabetermine noch knapp einzuhalten. Doch damit ist längst Schluss.

Statt sich zu überarbeiten, hält sie sich jeden Nachmittag nach ihren täglichen Meditationsübungen eine halbe Stunde frei. Dann werden einmal kurz die Bücher durchgeblättert und ein paar Notizen gemacht – an ihrem nach den Regeln des Feng-Shui ausgerichteten Schreibtischs. Ein Weckerton (Windrauschen und Wasssergeplätscher) erinnert sie an ihren Feierabend. Statt eines abendlichen Gebets wird dann ein Selbstliebe-Mantra gesprochen: Ich bin gut, so wie ich bin. Gleiches gilt dann auch für die Hausarbeiten. Das Geschriebene ist gut, so wie es ist – fraglich ist allerdings, ob der Dozent das dann auch so sieht. Denn zwischen all der Selbstliebe hat harte Arbeit leider wenig Platz.

Von Nina Hoffmann

Der Verdränger

Der Verdränger (auch Prokrastinierer) sitzt auf dem Sofa und guckt eine Dokumentation über die Tiere der Nordsee. Eigentlich müsste er ja lernen, doch sind Dokumentationen nicht auch eine Form von Bildung? Denn auch wenn er später wohl kein Meeresbiologe wird, das Wissen über Wattwürmer kann ihm niemand mehr nehmen.

Nach zwei Stunden rafft er sich dann aber doch auf. Zielstrebig setzt er sich an den Schreibtisch, wirft einen Blick in seine Unterlagen, da knurrt plötzlich sein Magen. Ärgerlich! Aber so ein kleiner Snack für zwischendurch ist schnell zubereitet. Inspiriert von einem Kochkanal auf Instagram wird aus dem Snack ein ausgiebiges Mittagessen, denn Prokrastinierer investieren gerne überdurchschnittlich viel Zeit in die Zubereitung ihrer Mahlzeiten. Fertig mit kochen und speisen fällt dem Verdränger direkt das Chaos in der Küche ins Auge. Fängt er erst einmal mit dem Aufräumen an, verfällt er in einen Putzrausch.

Wenn die Wohnung unaufgeräumt ist, kann er einfach nicht lernen. Nach zwei Stunden ist sogar die Besteckschublade neu sortiert. Jetzt könnte er endlich loslegen, doch auch dieser Versuch scheitert, denn: Seine Oma, die müsste er auch mal wieder anrufen.

Von Florentine Pramann

Die Nachtaktive

Endlich bleiben die Whatsapp-Chats stumm, auf Facebook und Instagram ist die Flut an spannenden Postings unterbrochen und die Küche ist aufgeräumt: Die Nachtaktive klappt erst ab 22 Uhr ihren Laptop auf. Dann schwinden mit dem Tag auch die schlimmsten Störquellen. Ob erfrischende Mate-Getränke, verschiedene Kaffee-Variationen oder Energydrinks: Koffein ist der beste Freund der Nachtaktiven. Vom bläulich-weißen Licht beschienen und mit der Decke über den Schultern kommt ihre Schreibmotivation.

Flink wandern die Finger über die Tastatur, verfassen Lernzettel und formulieren die ersten Kapitel der Hausarbeit – lediglich durch ein gelegentliches Gähnen unterbrochen und mithilfe von Online-Quellen. Die Nachtaktive hat sich nämlich noch nie ein Buch in der Bibliothek ausleihen können – die ist ja nur tagsüber auf. Zumindest mit den vor Müdigkeit getrübten Augen erscheint das Geschriebene perfekt und so legt sich die Nachtaktive schließlich um 4 Uhr nachts guten Gewissens schlafen. Der Schrecken kommt dann mit einem erneuten Blick auf das Ergebnis der letzten Nachtschicht: Zahlreiche Rechtschreib- und Grammatikfehler zieren das Geschriebene. Mist.

Von Nina Hoffmann


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