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Projekt in Rostock: Schüler drehen Musik-Film mit richtigen Profis

Projekt in Rostock: Schüler drehen Musik-Film mit richtigen Profis
Foto: Klaus Amberger

Ob laut oder leise, Rap oder Schauspiel – ein Musik-Film-Projekt für Schüler geht in den Schulferien im Rostocker Stadtteil Groß Klein in die nächste Runde. Begleitet wird das Vorhaben von Profis wie etwa Filmemacher Mark Sternkiker oder Rapper „Mauler“.

Er hat schon mit Schauspielern wie Josef Heynert (Polizeiruf 110, Ella Schön) oder Julia Richter (SOKO München, Ferdinand von Schirach: Feinde) zusammengearbeitet. Regisseur Andreas Dresen (Sommer vorm Balkon, Gundermann) war bereits zwei Mal sein Mentor und coachte ihn – Mark Sternkiker aus Rostock.

Nun hat der 44-jährige Medienpädagoge und Filmemacher ein Medien-Projekt im Rostocker Stadtteil Groß Klein gestartet: „Boombox“. Geplante Laufzeit: dreieinhalb Jahre. Home-Base ist die Störtebeker-Schule in dem 11 000 Einwohner zählenden Stadtteil an der Warnow.

„Ziel ist es, einen kompletten Spielfilm an den Start zu bringen“, sagt Sternkiker. Einen Musik-Spielfilm. Der mit Flankierung von sechs Dozenten von Schülern vor und hinter der Kamera produziert wird. „Schüler im Alter von 12 bis 20 Jahren von allen Schulformen sollen bei uns mitmachen und sind eingeladen.“ Es gebe nach seinen Erfahrungen überall Talente, die gefördert werden müssen, sagt der Fachmann, der erst im vergangenen Jahr mit bekannten Schauspielern Videoclips für das Darßer Naturfilmfestival abgedreht hatte.

In die Lebenswirklichkeit und Seele der Schüler

Diese jungen Talente überhaupt erst einmal zu entdecken und dann zu unterstützen, sei die eine Seite, so der Film-Profi und Mitarbeiter des Landesjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die andere sei die Absicht, an die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen heranzukommen, gerade auch an die jungen Leute, die aufgrund der Lebensumstände andere Probleme kennen, die Schwierigkeiten haben in der Schule oder mit Eltern, die schon viele Misserfolge hatten, vielleicht unbeachtet sind, aber ein „Feuer“ in sich brennen fühlen und eine Sprache dafür finden möchten.

„Wir wollen im Ziel einen professionell gestalteten Film zeigen, in dem aber die Seele der Kinder und Jugendlichen erhalten bleibt.“ Das Ergebnis soll, so sagt man heute, authentisch sein. Kein Film lediglich über, sondern ein Film mit Schülern, von Schülern und natürlich – es geht ja gar nicht anders – auch über Teenager aus Rostock, „die etwas erzählen müssen, die ihre Erfahrungen künstlerisch verarbeiten wollen, sei es durch Schauspiel, Gesang, Musik, Gedichte, Reime, Dialoge oder Tagebucheintragungen“.

Rap-, Schauspiel-, Gesangs-Profis stehen bereit

Dazu stehen Dozenten bereit. Sie kommen vom Tanz, vom Rap, vom Schauspiel und Gesang, es sind Chor-Experten, Leute, die sich mit Drehbüchern auskennen und die Band-Erfahrung haben. „Wir haben dieses Netzwerk zusammengebunden, um etwas Größeres zu gestalten“, erläutert Sternkiker den Hintergrund. Es sei eben nicht nur ein Filmprojekt, ebenso möchten die Verantwortlichen die „bestehenden Strukturen der kulturellen Jugendarbeit bündeln und erweitern“.

Der Filmemacher sagt: „Über den Projektzeitraum möchten wir nach und nach ein Ensemble von jungen Leuten bilden, das sich in den Schulferien zu Wochen-Camps trifft.“ So wie in den kommenden Herbstferien. Sternkiker hofft, dass sich für den anstehenden Kurs noch mehr Mädchen und Jungen melden. Es geht dann in den Ferien von Montag bis Freitag von jeweils 10 bis 16 Uhr nicht nur um Ideen und Filmarbeit, sondern unter anderem ebenso um auch um digitale Bildbearbeitung. „Wir können uns in den kostenfreien Kursen voll auf das Projekt stürzen – für Verpflegung wird gesorgt sein“, sagt ein schon jetzt kaum zu bremsender Projekt-Chef.

„Ihr seid die Künstler“

Schon im Sommer wurde mit 16 Schülern ein erster Kurs durchgeführt. Das Arbeitsergebnis wird dann intern aufgeführt und besprochen. So wird es auch dieses Mal sein. Einer der Dozenten ist Tino „Mauler“ Bartos, ein Rapper, der schon mit dem bekannten Rapper Marteria (wuchs in Groß Klein auf) im Ostseestadion auf der Bühne stand.

Der Rapper „Mauler“ Foto: Dietmar Lilienthal

Der 37-Jährige sagt, dass er Freude daran hat, junge Leute für den Rap zu begeistern. „Das Schöne beim Rappen und anderen Kunstformen ist ja, dass man beim Ausprobieren Fähigkeiten an sich entdecken kann, die man sich nie zugetraut hat“, erläutert der 37-Jährige. Er gibt jungen Leuten mit auf den Weg: „Es ist Kunst und absolut frei. Ihr seid die Künstler. Es geht um eure Ideen!“ Die Teenager sollen wissen, sagt er, dass sie so viel Verantwortung bekommen, wie es geht. „Damit sie spüren und sagen können: Das haben wir gemacht.“

Für Andrea Nagel, Schulleiterin der Störtebeker-Schule, wo das Medien-Projekt seine räumliche Heimat hat, sagt: Dieses Projekt holt Kunst und Kultur in die Schule. Es bietet Kindern die Möglichkeit, mit professionellen Künstlern ihre Talente zu entdecken oder zu festigen.“ Sie sei über diese Chance sehr froh.

Getragen und finanziert wird das Medien-Projekt durch „Kultur macht stark“, einem Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums.

Von Klaus Amberger

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