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#PrayforAmazonia: Brasiliens Regenwald steht in Flammen – im Netz formiert sich Protest

#PrayforAmazonia: Brasiliens Regenwald steht in Flammen – im Netz formiert sich Protest
Foto: imago images / Westend61

Brasiliens Regenwald steht in Flammen. Seit Jahresanfang wurden 72.000 Feuer registriert. Farmer zünden den Wald vorsätzlich an, um Wirtschaftsfläche zu gewinnen. Unter dem Hashtag #PrayForAmazonia formieren sich immer mehr Menschen zum Protest gegen Präsident Bolsonaro.


Flammen schlagen aus dichten Wäldern im Amazonas-Gebiet, schwarze Rauchwolken ziehen Richtung Süden. Die Auswirkungen des Feuers im brasilianischen Regenwald seien sogar im gut 2000 Kilometer entfernten Sao Paulozu spüren, dort sei es auch tagsüber dunkel am Himmel geworden, berichten die örtlichen Medien. Der größte Regenwald der Welt, er geht in Flammen auf.

9500 Brände in zwei Wochen

In Brasilien wüten in diesem Sommer die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Nach Angaben des brasilianischen Weltrauminstitutes Inpe ist die Zahl der Brände in diesem Jahr über 80 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Demnach wurden von Anfang Januar bis MitteAugust diesen Jahres rund 72.000 Feuer im Regenwald registriert, allein 9500 in den ersten zwei Augustwochen. Satellitenaufnahmen zeigen, dass auch der Amazonas-Regenwald in Bolivien und Paraguay von den Bränden betroffen ist.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat am Dienstag eine Grafik der massiven Rauchfahne getwittert. Ausgehend von den Bränden im Regenwald breite sich diese inzwischen über Brasilien und den Küstenbereich aus.

Forscher und Umweltverbände schlagen Alarm und führen das massenhafte Ausbrechen von Waldbränden auf die Politik von Brasiliens ultrarechtem Präsident Jair Bolsonaro zurück. Bolsonaro will den Amazonas gegen internationalen Protest zum Rohstoffabbau freigeben und dafür auch Naturschutzgebiete und Reservate der Ureinwohner opfern. Seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr sind die Rodungen im brasilianischen Regenwald rapide angestiegen.

Im Juli sind dem brasilianischen Weltrauminstitut zufolge insgesamt mehr als 2250 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden – das ist in etwa die Fläche des Saarlandes und entspricht einer Zunahme von 278 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Forscher erwarten in diesem Jahr einen Anstieg um insgesamt 45 Prozent der illegalen Abholzung im Vergleich zum Vorjahr.

User werfen Bolsonaro Umweltverbrechen vor

Unter dem Hashtag #PrayForAmazonia (#RezaPorLaAmazonía) formiert sich Protest im Netz. Tausende Menschen und zahlreiche Umweltschutzorganisationen kritisieren in den sozialen Medien Bolsonaros Politik und werfen ihm Umweltverbrechen vor, weil er die grüne Lunge der Erde für den Kommerz opfern wolle.

Der kanadische Politiker Gurratan Singh zeigt in seinem Tweet die Bedeutung des Amazonas-Regenwaldes für die Welt: Er produziere 20 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen, halte 20 Prozent der weltweiten Frischwasserversorgung und mache 40 Prozent des weltweiten Regenwaldes aus.

Eine Userin zieht einen traurigen Vergleich: „Als Notre Dame brannte, berichteten die Medien der Welt über jeden Moment und Milliardäre eilten, um sie wieder aufzubauen. Im Moment brennt der Amazonas, die Lunge unseres Planeten. Es brennt jetzt seit 3 ​​Wochen. Keine Medien. Keine Milliardäre.“

Und Präsident Bolsonaro? Er sieht in den Daten der Regierungsorganisation vor allem „Fake News“, wie er kürzlich wieder betonte, als er den Chef des Instituts für Weltraumforschung feuerte, nachdem dieser die Zahlen über die jüngsten Regenwaldrodungen in Brasilien veröffentlicht hatte.

Von Sonja Fröhlich/RND


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