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„Post Traumatic“-Tour: So war Linkin-Park-Frontmann Mike Shinoda in der Swiss Life Hall

„Post Traumatic“-Tour: So war Linkin-Park-Frontmann Mike Shinoda in der Swiss Life Hall
Foto:  Frank Wilde

Den Suizid von Linkin-Park-Leadsänger Chester Bennington hat Bandkollege Mike Shinoda auf seinem Album „Post Traumatic“ verarbeitet. Am Dienstag hat er vor 2000 Menschen in der Swiss Life Hall gespielt.


Er steht ganz allein am Keyboard auf der Bühne. „It doesn’t even matter how hard you try”, singt Mike Shinoda die berühmten Zeilen von Linkin Parks „In the End“ und helle Lichter flackern hinter ihm. Es geht um’s Versuchen und Versagen in diesem Lied, und es scheint wie geschrieben für diesen Moment.

Bevor Linkin-Park-Leadsänger Chester Bennington sich das Leben nahm, sang er den Refrain, heute machen das die 2000 Zuschauer in der Swiss-Life-Hall. „Fragt nach Hilfe und redet darüber, wenn es euch auch so geht. Es gibt viele Menschen, die wollen, dass ihr bitte bleibt“, sagt Shinoda. Es ist ein berührender Moment, einer von wenigen. „Ich will, dass ihr an die Musik denkt, die er geschaffen hat. Wir sollten das feiern“, sagt Shinoda und die Zuschauer jubeln.

„Wir hatten Nackenschmerzen vom Headbangen“

Der gelernte Illustrator war bei Linkin Park immer etwas wie der Konterpart zum charismatischen Bennington: Wenn Bennington die Nähe zu den Zuschauern suchte, stand Shinoda (Spitzname „The Glue“) am Mischpult. Er machte die Beats, war für die Rap-Parts zuständig – der ruhige Part im Hintergrund.

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So war das Konzert von Mike Shinoda in der Swiss-Life-Hall: ZUR GALERIE

In der Swiss-Life-Hall ist er nun der, der Nähe zu den Zuschauern sucht, er bedankt sich für selbstgebastelte Plakate und erzählt kleine Geschichten. Etwa von seiner Klavierlehrerin, die ihm empfohl die Klavierstunden zu skippen, um sich mit Keyboard und Sampler an eigenen Mash-Ups zu probieren – ein guter Rat. Oder von Keith Flintvon The Prodigy, der sich vor wenigen Tagen das Leben nahm: „Elektronische Musik war noch nicht angekommen in den USA, da verbreitet sich plötzlich ein Video von The Prodigy“, erzählt Shinoda„wir hatten schnell Nackenschmerzen vom ganzen Headbangen“.

Melodische Hooks und Midtempo-Beats

Die Verzweiflung und Hilflosigkeit nach Benningtons Suizid hat Shinoda auf seinem Solo-Album „Post Traumatic“ in Worten und Midtempo-Beats verarbeitet. In alter Linkin-Park-Crossover-Manier mischt Shinoda Hip Hop, Pop und Rock. Die Texte sind gefühlvoll und direkt, es gibt kaum Metaphern oder andere Verfremdungsstilmittel – man weiß immer sehr genau, was er meint.

Neben den neuen Songs, spielt Shinoda am Dienstag in der Swiss Life Hall auch alte Linkin-Park-Lieder wie „Papercut“. Die Zuschauer freut’s, sie jubeln, viele tragen Fanshirts aus den Nullerjahren. Man merkt aber auch, dass Shinoda die Balance im Crossover nicht alleine halten kann. Die Lieder wirken teilweise unausgereift, Rap-Parts schließen eher unbeholfen an melodische Hooks an. Wirklich gut ist er, wenn er etwa Lieder von Fort Minor, seinem Hip-Hop-Soloprojekt, rappt.

Ein neuer Sänger für Linkin Park?

Wie es mit Linkin Park weitergeht, ist weiter unklar. Mit einem neuen Sänger zu arbeiten, ist für Shinoda denkbar, wie er vor wenigen Wochen in einem Radio-Interview bestätigte. Aber: „Ich möchte nie das Gefühl haben, dass wir Chester ersetzen“.

Mehr zum Thema: Linkin-Park-Sänger Mike Shinoda im HAZ-Interview: „Trauer passiert zufällig“.

Von Kira von der Brelie

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Über den Autor/die Autorin:

Kira v. d. Brelie

Kira (26) hat Germanistik und Philosophie studiert. Vielleicht wird sie später Lehrerin, vielleicht aber auch nicht. Bis dahin schreibt sie. Für die Zeitung, für die Uni, mit Mama.

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