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„Parents for Future“: Jetzt streiken auch die Eltern fürs Klima

„Parents for Future“: Jetzt streiken auch die Eltern fürs Klima
Foto:  dpa

Die Bewegung „Parents for Future“ unterstützt junge Klimaaktivisten. Doch nicht nur die Jungen, auch die Eltern müssen heftige Kritik aushalten. Diese sei „noch militanter als während der Flüchtlingskrise“, berichtet ein Vater.


Wenn Eltern von ihren Kindern lernen: Seit Wochen demonstrieren Tausende Kinder und Jugendliche unter dem Slogan „Fridays for Future“ für den Klimaschutz – und schwänzen dafür freitags die Schule. Vor einigen Wochen fasste sich eine Gruppe Erwachsener aus Nordrhein-Westfalen ein Herz und folgt seitdem dem Beispiel der Jugendlichen.

Das war der Beginn der Bewegung „Parents for Future“. Mittlerweile haben sich viele Eltern, aber auch Erwachsene ohne Kinder, der Initiative angeschlossen: Die Liste auf der gleichnamigen Homepage zählt bislang 60 Ortsgruppen in ganz Deutschland – Tendenz steigend.

Einer von ihnen ist Rene Grassau, Hamburger Organisator von „Parents for Future“. Er sieht die Initiative vor allem als Unterstützung für die Jugendlichen an, sagt er im NDR-Interview: „’Fridays for Future’ soll weiterhin das Projekt der Jugendlichen bleiben.“

Idee: Schulunterricht am Rande der Demo

Mittlerweile sei der Austausch zwischen beiden Bewegungen allerdings sehr eng. „Es gab unter anderem die Idee, am Rande der Demo so etwas wie Schulunterricht anzubieten, damit die Schüler nachweisen können, dass sie eben nicht die Schule geschwänzt haben.“

Insgesamt sei das, was die jungen Menschen bisher erreicht hätten, beeindruckend. „Sie legen sehr viel Engagement an den Tag“, daran sollten sich viel mehr Menschen ein Beispiel nehmen, sagt Grassau dem Sender.

Einige Eltern kritisieren Engagement der Erwachsenen

Aber nicht alle Eltern finden das Mitwirken Erwachsener bei den Klimaprotesten gut. Oft würden andere Eltern Grassau für sein Engagement kritisieren. „Diesmal sogar noch militanter als während der Flüchtlingskrise, in der ich mich auch engagiert habe.“

Für viele Erwachsene stehe die persönliche Bequemlichkeit vor dem Umweltschutz. Deshalb stünden sie der Bewegung kritisch gegenüber.

Davon ließe sich aber niemand seiner Mitstreiter irritieren, denn die Wichtigkeit hätten die Jugendlichen mehr als deutlich gemacht: „Nur weil der Klimawandel jetzt bei uns noch nicht deutlich zu sehen ist, heißt das nicht, dass er nicht schon da ist.“

Um weitere Mitstreiter zu finden, rufen die Erwachsenen auf Twitter unter dem Hashtag #Parents4Future dazu auf, sich an den Streiks zu beteiligen. Das kommt auch bei den jungen Aktivisten gut an. Man begrüße es sehr, wenn sich Eltern und andere Erwachsene den wöchentlichen Demonstrationen für eine bessere Klimapolitik anschließen, erklärte etwa die Hamburger Aktivistin Nele Brebeck.

„Die Abwendung der Klimakrise ist ein Problem, das wir nur generationenübergreifend bewältigen können.“ Das steigende Engagement der älteren Generationen überrasche sie nicht: „Ich denke, dass immer mehr Erwachsene verstehen, worum es uns geht und was uns antreibt, so zu handeln.“

Greta Thunberg sieht Proteste noch nicht am Ende

Die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die Klimaproteste ins Leben gerufen. Und sie sieht die Proteste noch lange nicht am Ende: „Warum in aller Welt sollten wir jetzt damit aufhören?

Wir haben noch nicht mal angefangen“, sagte die 16-jährige der Deutschen Presse-Agentur. Während die Emissionen immer noch anstiegen, gebe es nirgends Anzeichen für ein Umdenken hin zu mehr Klimabewusstsein. „Bei diesem Kampf ist kein Ende in Sicht“, sagte Thunberg.

„Das ultimative Ziel ist, dass die internationale Gemeinschaft eine globale Notlage erklärt und damit beginnt, die Lebensbedingungen auf der Erde zu schützen“, sagte die Neuntklässlerin. Die Regierungen der reichsten Länder der Welt müssten auf dem Weg zu äußerst drastischen Emissionskürzungen vorangehen. „In anderen Worten müssen wir beginnen, das Pariser Abkommen zu befolgen.“

Thunberg hatte im August 2018 damit begonnen, vor dem Reichstag der schwedischen Hauptstadt Stockholm für eine beherztere Klimapolitik ihres Landes zu demonstrieren.

Sie und ihr Schulstreik sind seitdem weltbekannt geworden, in zahlreichen Ländern der Erde demonstrieren Schüler und Studierende nach ihrem Vorbild immer freitags für mehr Klimaschutz. Für diesen Freitag sind die bislang umfangreichsten Proteste geplant: Sie sollen in mehr als 1650 Städten in 105 Ländern stattfinden, darunter allein fast 200 in Deutschland.

Lest auch: Wissenschaftler appellieren: Schüler haben Recht zu streiken

Von RND/lf mit dpa

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