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Nachrufe auf Jane Birkin: Bebilderung ist oberflächlich und sexistisch

Nachrufe auf Jane Birkin: Bebilderung ist oberflächlich und sexistisch
Foto: picture alliance/dpa/AP | Brynn Anderson

Schauspielerin, Sängerin und Namensgeberin der berühmten Hermès-Handtasche Jane Birkin ist am 16. Juli verstorben. In der folgenden Woche gab es eine Welle an Nachrufen – in denen die 76-Jährige aber nur als junge Frau gezeigt wurde. Ein Kommentar.


Große Verwirrung: Ist Jane Birkin etwa nicht als alte Frau, sondern mit Mitte 20 gestorben? Die Schauspielerin und Sängerin verstarb letzte Woche, und es folgten prompt Nachrufe auf Birkin auf Instagram, Tiktok und in diversen Zeitungen – fast alle jedoch mit Fotos der Schauspielerin aus ihrer Jugend bebildert. Man sah Birkin mit dem ikonischen Korb, in knappen Outfits, mit Serge Gainsbourg, in „La Piscine”, mit Alain Delon. Aber in dem Alter, in dem sie starb, wurde sie selten bis gar nicht abgebildet.

Jane Birkin: Nicht am Höhepunkt ihrer Attraktivität verstorben

Natürlich kennen die meisten Menschen Jane Birkin als junge Frau, die mit ihrem Pony und den großen blauen Augen einen hohen Wiedererkennungswert hat. Deshalb macht es durchaus Sinn, auch diese Fotos zu verwenden. Dennoch ist die Schauspielerin nicht am Höhepunkt ihrer Attraktivität mit einem verführerischen Blick und einem subtilen Lächeln verstorben, sondern mit fast 80 Jahren. „Vogue“ widmete einen ganzen Artikel ihren schönsten Fotos, von denen gerade einmal drei sie als ältere Frau zeigen.

Problem der Industrie

Das zeigt eines der größten Probleme der Film- und Modeindustrie: Alternde Frauen werden nicht gern gesehen. Während Männer wie „guter Wein“ in Würde älter werden dürfen, unterziehen sich etliche Schauspielerinnen und Models Schönheitsoperationen, um attraktiv zu bleiben. Dass selbst Jane Birkin, das It-Girl der 60er-Jahre in Frankreich, in Artikeln und Posts zu ihrem Tod vor allem für ihr Äußeres erinnert wird, spricht für sich.

Statt für Charakter und Leistungen erinnert zu werden, bleibt Jane Birkin offenbar den meisten als Sexsymbol im Gedächtnis, für das skandalöse „Je t’aime moi non plus”, für ihren halbnackten Körper in „Blow Up”. So geht es auch anderen Schauspielerinnen: Nur die wenigstens wissen, wie Audrey Hepburn am Ende ihres Lebens aussah oder wie Brigitte Bardot gealtert ist. Dass unter Tiktok-Edits von Birkin als junger Frau dann Kommentare wie „gone to soon” stehen, wirkt entsprechend unpassend.


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Über den Autor/die Autorin:

Marie Bruschek

Marie (20) studiert Weltliteratur. Wenn sie nicht gerade schlechte Wortwitze macht oder sich zum zehnten Mal Mamma Mia anguckt, schreibt sie für MADS über alles, was sie gerade interessiert.

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