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Mops Edda gepfändet und verkauft – nun hagelt es Vorwürfe

Mops Edda gepfändet und verkauft – nun hagelt es Vorwürfe
Foto:  Mikko Schümmelfeder/dpa

Beschlagnahmt und verhökert: Das Schicksal einer Mops-Dame bewegt viele Menschen. Die Stadt Ahlen hat sich damit Ärger eingehandelt. Sogar die „New York Times“ berichtet über den unmöglichen Fall.


Nachdem die westfälische Stadt Ahlen einen Mops gepfändet und bei Ebay verkauft hat, mehrt sich die Kritik. „So etwas habe ich in meinen 16 Jahren als Mops-Züchterin noch nie erlebt, ein unglaubliches Verhalten“, sagte Uschi Dukowski am Freitag. Das Tier sei auch ihr von einem Vollzugsbeamten der Stadt angeboten worden. „Ich habe aber auf den Fotos sofort gesehen, dass mit den Augen etwas nicht stimmt.“ Die Hündin stamme ursprünglich aus ihrer Zucht in Lünen und sei rund anderthalb Jahre alt.

Die Käuferin aus Wülfrath will die Stadt Ahlenverklagen

Mops „Edda“ war gepfändet worden, weil die betroffene Familie nach Angaben der Stadt bei der Kommune hohe Schulden hat. Das sorgt seit Tagen für Schlagzeilen, sogar die „New York Times“ und der britische „Guardian“ berichteten zuletzt über „Edda the pug“.

Ein städtischer Mitarbeiter hatte den Hund über seinen privaten Ebay-Account verkauft und diesen als gesund und „mit Stammbaum“ für 750 Euro angepriesen. Die Käuferin aus Wülfrath bei Wuppertal will die Stadt nun allerdings mehreren Medienberichten zufolge verklagen, weil sie sich arglistig getäuscht sieht. Der Hund habe wegen einer Augenverletzung mehrere teure Operationen benötigt.

„Es geht um einen Familienhund. Da sind Kinder betroffen“

Auch der Deutsche Tierschutzbund rügte das Vorgehen der Stadt. „Das Tier, seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen wurden hier vollkommen außen vor gelassen“, sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz. Der Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen setze „dem Ganzen regelrecht die Krone auf“. Der Handel mit Tieren über Internet-Plattformen sei abzulehnen, da man Lebewesen damit zu Waren degradiere.

Die auf Pfändungsfälle spezialisierte Anwältin Gesche Creon-Tiggesäußerte sich ebenfalls kritisch: Die Pfändung eines wertvollen Tieres sei rechtlich zwar möglich. „Die Stadt hat aber nicht verhältnismäßig gehandelt. Es geht um einen Familienhund, da sind auch Kinder betroffen.“ Sie habe nie zuvor vor von einem Fall gehört, in dem ein Hund gepfändet worden sei. Sie gehe davon aus, dass die Stadt „ein Exempel statuieren“ wollte.

Ahlens Kämmerer: Pfändung war „legales Mittel

Die Käuferin – sie nennt ihren Hund laut der Zeitung „Rheinische Post“ nun „Wilma“ – habe nun Klage eingereicht, sagte Züchterin Dukowski, die nach eigenen Angaben in Kontakt zu der neuen Hundebesitzerin steht. Die Wülfratherin will den Kaufpreis zurück und eine Kostenübernahme für die Behandlung der Mops-Dame, wie mehrere Medien berichteten. Dukowski sagte, sie selbst habe dem städtischen Beamten damals 500 Euro für den Mops geboten, der habe aber 2000 Euro haben wollen.

Kämmerer Dirk Schlebes (parteilos) hatte am Donnerstag erläutert, man habe „etwas weniger“ als die auf Ebay angegebenen 750 Euro Verhandlungsbasis erlöst. Der Betrag sei in die Stadtkasse geflossen. Die Pfändung des Hundes sei ein „legales Mittel“ gewesen.

Die Stadt habe kürzlich aber dennoch eine Versicherung und einen Anwalt eingeschaltet. Geprüft werde etwa, ob das Tier zum Zeitpunkt des Verkaufs krank war, Regressansprüche bestehen und ob der Hund kostengünstiger hätte behandelt werden können. „Natürlich wollen wir nach Recht und Gesetz handeln.“

Von RND/cbo

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