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„Land of the Free“: The Killers singen Protesthymne

„Land of the Free“: The Killers singen Protesthymne
Foto:  Anton Corbijn/dpa

Viva Las Vegas! Die Killers aus der amerikanischen Hauptstadt des Glücksspiels haben eine neue Single am Start. Mit dem Protestsong „Land of the Free“ üben sie Kritik an Rassismus, Waffengesetzen und Donald Trumps Plan einer Mauer zu Mexiko. 


Die Polizeilichter sind blau-rot-weiß wie die der amerikanischen Flagge. Sie gleißen in der Nacht. Müde Menschen laufen auf sie zu. Schatten sind zu sehen, Füße, Kinderwagen. Der amerikanische Filmregisseur Spike Lee („Blackklansman“) hat ein Video gedreht, das Migranten an der Grenze zwischen Mexiko und den USA zeigt.

Wochenlang filmte Spike Lee Familien auf dem Weg in die USA

Wochenlang war der Filmemacher an der Grenze unterwegs, um Bilder von Familien einzufangen, die auf dem Weg ins Land der Freien sind. Leute in Armut. Bittere Gesichter und optimistische Lächeln. Lagerbilder. Ein Junge bläst Seifenblasen. Sieht symbolisch aus.

Der ausdrucksstarke bis gefühlige Minifilm schmückt den neuen Song der Killers, der „Land of the Free“ heißt und die Band aus Las Vegas in die Riege der gegenwärtigen Protestsänger einreiht. „Wenn du mit der falschen Hautfarbe geboren bist“, singt Brandon Flowers, „wächst du auf, indem du dir ständig über beide Schultern schaust.“

Die Killers legen den Finger in die Wunde der Unfreiheit

Die Killers legen den Finger in die Wunde der Unfreiheit. „Wir haben mehr Menschen eingesperrt als der Rest der Welt“, heißt es in ihrem Lied, und „Wie viele Töchter, wie viele Söhne müssen wir noch begraben, bevor wir begreifen, dass wir ein Problem mit Waffen haben.“

Und zu Trumps Mauer: „Unten an der Grenze wollen sie eine Mauer hochziehen aus Beton und Stahlstreben. Hoch genug, um all die schmutzigen Hände von unseren Hoffnungen und Träumen fernzuhalten. Leute die dasselbe wollen wie wir – im Land der Freien.“ Und damit auch der Letzte weiß, auf welcher Seite die Killers stehen, gospelt ein Chor: „I’m standing, crying!“ – Ich stehe hier und weine.

Was als Pianoballade beginnt, wird schon bald ein Koloss, eine bombastische Hymne mit Hitappeal. Die Band wird damit für Kontroversen sorgen, aber das Lied wird unzweifelhaft seinen Weg machen – der Absender ist bedeutsam genug. Aufgenommen wurde „Land of the Free“ in den bandeigenen Battle Born Studios in Las Vegas, Nevada, produziert wurde er von Jacknife Lee, mit zusätzlichem Gospelgesang von Lynn Mabry, Dorian Holley, Will Wheaton, Sherree Patrice Brown, Akasha Mabry sowie den Konzertvokalisten der Band – Amanda Brown, Danielle René Withers und Erica Canales.

Spike Lee hatte die volle künstlerische Freiheit. Das letzte Bild seines Clips zeigt die auf dem Kopf stehende amerikanische Flagge an einem Stück Stahlwall am Meeressaum. Wie wir spätestens seit dem Filmdrama „In the Valley of Elah“ mit Tommy Lee Jones wissen wird das Sternenbanner nur dann so aufgehängt wird, wenn das Land in Not ist.

Von Matthias Halbig / RND

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