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„Jesus is King“: Unpersönliche Glaubensbekundungen

„Jesus is King“: Unpersönliche Glaubensbekundungen
Foto: dpa

Es ist das neunte Album von Kanye West, das Platz eins der US-Charts erreicht: Am 25. Oktober ist „Jesus is King“ erschienen – nachdem das Veröffentlichungsdatum immer wieder verschoben wurde. So klingt das Gospel-Projekt.


Wenn enthusiastische Gospelchöre, unpersönlicher Rap und konservative Frömmigkeit aufeinandertreffen, dann steht am Ende „Jesus is King“. Zwischen Größenwahn, Trump-Support und visionärem Musiktalent hat Kanye West in den vergangenen Jahren ein ambivalentes Selbstbild erschaffen. Das neue Album des US-Rappers scheint wie das Abbild seiner menschlichen und musikalischen Existenzkrise. Eine Krise, die laut West nur einer lösen kann: Jesus.

„Listen to the words I’m sayin‘, Jesus saved me, now I’m sane“, verkündet West seine vermeintlich selbstreflektierte Botschaft in „God is“. Viel weiter kommt West mit seiner Selbstreflexion in dem 27-minütigen Album allerdings nicht. Zwar huldigt er dem christlichen Glauben (verzichtet dafür sogar auf Rap-typische Schimpfworte), integriert in seine religiösen Liebesbekundungen aber kaum persönliche oder kritische Inhalte.

Für ein Gospelalbum mag das nicht unüblich sein. Für einen Künstler, der mit Platten wie „808 & Heartbreak“ den Hip-Hop nachhaltig prägte, ist „Jesus is King“ allerdings ein Symbol für das Abdriften in die musikalische Irrelevanz.


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Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (22) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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