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Jugendwort des Jahres: Welche Ausdrücke nutzen Jugendliche wirklich?

Jugendwort des Jahres: Welche Ausdrücke nutzen Jugendliche wirklich?
Foto: Unsplash/Sven Brandsma

Wild, „cringe oder „sus”? Auch in diesem Jahr kürt der Langenscheidt-Verlag in München das Jugendwort des Jahres. Nachdem die Auswahl der Jury in den vergangenen Jahren oft Kritik erntete, können nun zum zweiten Mal Jugendliche selbst abstimmen. MADS-Autorin Marie hat die Top Ten auf Alltagstauglichkeit geprüft.


Noch bis zum 13. September können Jugendliche aus zehn Vorschlägen ihren Favoriten für das Jugendwort des Jahres 2021 auswählen. Die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen stehen dann erneut bis zum 18. Oktober zur Wahl, eine Woche später verkündet der Langenscheidt-Verlag die finale Entscheidung. 

Doch welche Wörter kommen tatsächlich im alltäglichen Sprachgebrauch von jungen Menschen vor? Ich habe mir die Top Ten angeschaut und ein – selbstverständlich subjektives – Ranking erstellt – vom Standardvokabular auf dem Schulhof bis zum albernen Ausdruck, den sich eigentlich nur Erwachsene ausgedacht haben können.

Jugendwort des Jahres: Die Kandidaten im MADS-Ranking

1. „same“ (Zustimmung) und „cringe“ (Fremdscham)

Am gebräuchlichsten sind zweifellos „cringe“ und „same”. Auf dem Schulhof, zu Hause, online – überall stößt man auf diese Begriffe, und auch ich verwende sie täglich.

2. „wild“/wyld (krass)

Diesen Ausdruck benutzen meine Freunde und ich, um zu sagen, dass etwas krass oder besonders ist. Um „wild” ist man dieses Jahr nicht herumgekommen. 

3. „sheesh“ (Ausdruck des Erstaunens)

 „Sheesh” kennen bestimmt viele, ich selbst benutze es aber kaum – und wenn überhaupt, dann ironisch.

4. „Digga“/„Diggah“ (Freund, Kumpel)

Dass „Digga” mal wieder auf der Liste steht, tut schon fast weh – dieses Wort benutzen Teenager schon so lange, dass es auch vor einigen Jahren schon Jugendwort des Jahres hätte sein können. Wirklich im Alltag höre ich es aber nur vereinzelt.

5. „sus“ (verdächtig)

Dieser Ausdruck stammt aus dem Onlinespiel „Among Us”, das vor allem während des ersten Lockdowns beliebt war. Genauso wie der Hype um die App ist aber auch der Gebrauch von „sus” wieder vorbei, zumal das Wort in meinem Umkreis ohnehin kaum genutzt wurde.

6. „akkurat“

Dieser Kandidat hat mich wirklich überrascht. Denn „akkurat” benutzen Jugendliche meines Wissens nach genauso wie ältere Menschen. Im Alltag gebräuchlich ist „akkurat” in der Hinsicht also schon, ein spezifisches Jugendwort dagegen eher nicht.

7. „Geringverdiener“ (scherzhaft für Verlierer)

Über das Wort bin ich zwar schon mal auf Tiktok gestolpert. Selbst benutzt haben meine Freund und ich es aber noch nie.

8. „Mittwoch” (Es ist Mittwoch meine Kerle-Frosch-Meme)

Das Meme kenne ich zwar, allerdings treffe ich ausschließlich online darauf. Im Alltag sagt das niemand. 

9. „papatastisch“ (fantastisch, schön)

Dieses Wort habe ich noch nie gehört und finde es ein bisschen albern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jugendliche es wirklich nutzen.

Fazit: Am besten als Jugendwort 2021 passt meiner Ansicht nach „wild” – es ist im Alltag gebräuchlich und trotzdem erst seit diesem Jahr im Umlauf. „Cringe“ und „same” sind dagegen schon länger im Sprachgebrauch und nichts Besonderes mehr. Außerdem war 2021 bisher ohne Zweifel ein „wildes” Jahr.

Die Abstimmung ist unter langenscheidt.com/jugendwort-des-jahres möglich.


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Über den Autor/die Autorin:

Marie Bruschek

Marie (18) ist Schülerin in der Oberstufe. Wenn sie nicht gerade schlechte Wortwitze macht oder sich zum zehnten Mal Friends anguckt, schreibt sie für MADS über Politik, Feminismus und Social Media.

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