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Jugendcafé: Janek Voos ist Vereinschef

Jugendcafé: Janek Voos ist Vereinschef
Foto:  Maike Steuer

Die nächste große Hürde ist genommen: Mitte Oktober gründete sich der Verein „Jugendcafé Altenburg“. Janek Voos, erster Vorsitzender, spricht über die Entstehungsgeschichte seiner Idee und den Weg zum großen Ziel. Im Moment steckt das Team noch in praktischen Übungen.


Der 19. Oktober war ein besonderer Tag für Janek Voos, denn er geht in die Geschichte ein als Tag 1 des frisch gegründeten Vereins Jugendcafé Altenburg. Der Schüler des Friedrichgymnasiums ist nicht nur dessen erster Vorsitzender, sondern auch Vater des Grundgedankens: ein eigenes Café für Jugendliche im Altenburger Land. „Als wir nach der Gründungsversammlung im Paul-Gustavus-Haus noch alle zusammen saßen, musste ich erst mal einen Moment vor die Tür gehen. Die Gründung, der Weg dahin: Mir gingen so viele Sachen durch den Kopf. Da wollte ich niemanden bei mir haben“, erinnert er sich.

Noch immer ist er selbst erstaunt, welch Eigenleben der Gedanke angenommen hat. Erst recht, seitdem der Vereinskern regelmäßig sonntags im Paul-Gustavus-Haus (PGH) übt. Anfangs rockten sie den dortigen „Kaffeeklatsch“, betreut von regulären PGH-Akteuren. Inzwischen schmeißen sie den Laden alleine. „Wir stehen hinterm Tresen, kochen Kaffee, servieren Kuchen. Und ja, auch für den Abwasch sind wir zuständig“, zählt der 18-Jährige lächelnd auf. Jeder Einsatz sei sehr lehrreich und mitunter an der Grenze zur Überforderung: „Beim Speeddating kürzlich oder natürlich beim Bauernreiten war richtig was los. Der Zustrom wurde einfach nicht weniger! Das war schon krass.“

Nichtsdestotrotz oder vielleicht auch gerade wegen dieses Trubels haben er und seine Mitstreiter Spaß am Gastgeben gefunden. So viel, dass sie jetzt auch den Freitag mit bespielen wollen. Es ist eine weitere Etappe hin zum großen Ziel, das der junge Verein nächstes Jahr im April erreichen will: den Umzug in die eigenen Räume im Reichenbach’schen Palais. Damit bis dahin „keine Durststrecke entsteht“, wie Janek es nennt, treibt er sein „Baby“ weiter eifrig voran, denn jede Menge Dinge müssen noch geplant und organisiert werden: „Wir wollen eine Sachspendenliste aufstellen und überlegen, wie man die Räume gestalten könnte. Die Eckdaten, wie Miete und Nebenkosten, müssen geklärt werden, und wir schauen natürlich immer nach finanzieller Unterstützung.“

Gründungskosten übernahm der OB privat

Während Oberbürgermeister André Neumann (CDU) die Gründungskosten des Vereins in Höhe von um die 200 Euro aus eigener Tasche zuschoss, haben die Jugendlichen inzwischen 30 Unternehmen als mögliche Sponsoren der gastronomischen Zukunft kontaktiert.

Apropos Zukunft: Nicht der Aufbau des Cafés selbst, sondern dessen Fortbestand sieht Janek als eine der größten Herausforderungen: „Nächsten Sommer kommt wieder eine Welle, wenn einige von uns Abitur machen. Auch ich bin dann mit der Schule fertig und will zum Studium eigentlich erst mal weg.“ Großstadterfahrung sammeln, vielleicht in Hamburg oder Rostock und Sozialpädagogik studieren. Umso wichtiger sei es, noch mehr Leute – und zwar jeglichen Alters – für den Verein zu begeistern: „Die Jugendlichen wollen wir ins Café locken, aber als Vereinsmitglieder wollen wir eher Erwachsene ansprechen.“ Eben Menschen, die bleiben und auf Dauer (mit)machen.

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