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Jobs im Studium: Wie viel Berufserfahrung brauchen Uni-Absolventen?

Jobs im Studium: Wie viel Berufserfahrung brauchen Uni-Absolventen?
Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Viele Studierende hangeln sich im Studium von Praktikum zu Praktikum, arbeiten als studentische Aushilfe oder gehen einem herkömmlichen Nebenjob nach. Denn Berufserfahrung wird in vielen Bereichen vorausgesetzt – doch Menge allein ist nicht alles.


Auf Berufspraxis zu verzichten ist aus Sicht von Ragnhild Struss vom Hamburger Karriereberatungs-Unternehmen „Strussund Claussen“ nicht empfehlenswert. „Praktika stellen als einschlägige Praxiserfahrung einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber rein theoretisch ausgebildeten Berufseinsteigern dar“, so die Expertin. „Daher gilt: Je mehr Praktika man absolviert hat, umso besser.“

Doch Menge allein ist laut Struss nicht alles: In jedem Fall sei es wichtig, dass ein roter Faden erkennbar ist und die Tätigkeiten nicht wild durcheinander gewürfelt wirken. „Passen Sie extrem gut zu einer ausgeschriebenen Stelle, können mitunter schon ein bis zwei Praktika ausreichend sein, um zu punkten.“

Arbeitgeber schätzen praktische Erfahrungen

Grundsätzlich könne man sagen, dass potenzielle Arbeitgeber praktische Erfahrung schätzen, bestätigt Petra Lehmann von der Zentralen Studienberatung der Universität Heidelberg. Das könnten Praktika, studentische Nebentätigkeiten oder Werkverträge sein.

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Praxiserfahrung: Der Studiengang als Maßstab

Ob es Praxiserfahrung unbedingt braucht, hänge auch vom Studienfach ab. „Grundsätzlich haben es Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge einfacher mit dem Berufseinstieg. „Aber auch hier sind praktische Erfahrungen von Vorteil“, sagt Petra Lehmann. In den geisteswissenschaftlichen Studiengängen jedoch seien praktische Erfahrungen unabdingbar.

Erfahrung während des Studiums zu sammeln, kann den Lohn heben

Vorerfahrung könne sich außerdem finanziell auszahlen: Beim Eintritt in geisteswissenschaftliche Berufe hebe Vorerfahrung den Lohn im Schnitt um elf Prozent, erklärt Malte Sander vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Grundsätzlich sei das Einstiegsgehalt in den anderen Bereichen aber höher.

Kellnern, Essen ausliefern und Co.: Wenn Geld vor Erfahrung steht

Ob Kellnern, Kurierfahrten oder Flyer verteilen: Wer neben dem Studium Brotjobs nachgeht, um sich sein Auskommen zu sichern, müsse sich nicht schämen. „Zunächst ist es sehr wichtig, die eigene Lebenslage mit Stolz zu betrachten“, sagt Ragnhild Struss. „Wer neben dem Studium darauf angewiesen ist, durch fachfremde Jobs Geld zu verdienen, dem gebührt Respekt.“

Sie empfiehlt diesen Studierenden aber, alle möglichen Arten der Weiterbildung zu nutzen: VHS-Kurse belegen, Vorträge besuchen oder Bücher lesen. Denn solche autodidaktischen Bemühungen signalisierten Eigeninitiative, fachliches Interesse und Lernbereitschaft.

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Fazit: Berufspraxis bietet meist Vorteile

Laut den Experten ist es also ratsam, während des Studiums möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Ein roter Faden sollte aber erkennbar sein. Diejenigen, die beim Berufseinstieg noch grün hinter den Ohren sind, haben es oftmals etwas schwerer im Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt.

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RND/dpa


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