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Ideenexpo: Wie sich Schüler über den Klimawandel informieren

Ideenexpo: Wie sich Schüler über den Klimawandel informieren
Foto: Moritz Frankenberg

Hanne Brodersen befindet sich mitten in einem ausgetrockneten Flussbett in Madagaskar. Ihr gegenüber steht ein Mann. Er erzählt, dass er tiefe Löcher in den trockenen Sand graben muss, um überhaupt an etwas Wasser zu kommen. Seine Kinder verpassten morgens oft den Unterrichtsbeginn, weil sie noch beim Wasserausbuddeln helfen müssen, sagt er. Hanne dreht sich um und sieht Frauen und Kinder am Wasserloch schuften. Sie spürt die Hitze der prallen Sonne im Gesicht.

Besuchen die Klimazone: Hanne Brodersen (von links), Nina Eiteneier und Luna Langrehr. Quelle: Moritz Frankenberg

Nach sechs Minuten nimmt Hanne die Kopfhörer und die Virtual-Reality-Brille (VR) ab. Sie ist auf der Ideenexpo in Hannover. Die Hitze stammt in Wahrheit nicht von der madagassischen Sonne, sondern von einem Heizstrahler. Am Stand des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung können Schüler erfahren, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Madagaskar hat. Immer zehn Besucher sitzen zusammen in einem runden Zelt, in der „Klima-Bubble“. Mit der VR-Brille sehen sie einen Film, in dem madagassische Fischer und Bauern von ihrem Alltag berichten. Wärme und Gerüche sollen die Erfahrung authentischer machen.

Neuer Themenbereich

Die „Klima-Bubble“ ist ein Stand in der Klimazone in Halle 8 auf dem Messegelände. Die Themenwelt gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Ideenexpo. Wie wichtig das Thema Klimawandel jungen Menschen ist, zeigt seit Monaten die Fridays for Future-Bewegung. Auch die 15-jährige Hanne hat schon an den Protesten in Hannover teilgenommen. „Weil es um unsere Zukunft geht“, sagt sie und fügt dann noch hinzu: „Um die Zukunft aller Menschen.“ Mit ihren Mitschülerinnen Nina Eiteneier und Luna Langrehr wollte sie daher auch unbedingt die Klimazone auf der Ideenexpo sehen.

Damit sind die drei nicht allein. „Der Stand ist den ganzen Tag voll“, sagt Stefanie Sohm, Referentin des Ministeriums, zufrieden. Fast 600 Besucher pro Tag haben sich den kurzen Film angeschaut. „Zum Teil stehen die Leute sogar 20 Minuten lang an“, sagt Sohm. Die Wartezeit können sie mit einem Quiz zu Madagaskar und dem Klimawandel überbrücken. Außerdem geben die Mitarbeiter am Stand Tipps, mit denen jeder einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann.

Klimawandel im Unterricht: „Könnte mehr sein“

Obwohl sich die drei Schülerinnen schon seit einiger Zeit mit dem Thema beschäftigen, vegetarisch leben und versuchen, Plastik zu vermeiden, konnten sie bei dem Film aus Madagaskar noch viel lernen. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass es neben der Dürre dort auch so ein großes Problem mit Heuschrecken und Insekten gibt“, sagt Nina. Sie wünscht sich, auch in der Schule mehr darüber zu erfahren. „In der Erdkunde machen wir das schon ein bisschen, aber es könnte mehr sein“, findet die 15-Jährige. Mit ihren Mitschülerinnen will sie bald wieder in Hannover demonstrieren – auch in den Ferien. „Weil es wichtig ist“, sagt sie.

Lest auch: Wie Leonie den Haushalt ihrer Eltern übernimmt – und so etwas für die Umwelt tut

Von Johanna Stein

Mehr zur Ideenexpo gibt es hier:

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