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Ideenexpo 2022: Die kreativsten Schülerprojekte beim Ideenfang

Ideenexpo 2022: Die kreativsten Schülerprojekte beim Ideenfang
Foto: Tim Schaarschmidt

Schülerinnen und Schüler schicken einen Mini-Satelliten ins Weltall, programmieren einen Flugsimulator für die VR-Brille und entwickeln eine App, um die Umwelt zu schonen. MADS hat sich drei Ideen des diesjährigen IdeenfangWettbewerbs genauer angesehen. Ab Juli kann man sie auf der Ideenexpo in Hannover erleben.


Beim Schülerwettbewerb Ideenfang der Stiftung NiedersachsenMetall sind sowohl originelle als auch praktische naturwissenschaftlich-technische Ideen gefragt. In Teams von mindestens fünf Personen haben Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften ihrem Erfindergeist freien Lauf gelassen.

Die diesjährigen Ideen sind beeindruckend: Die Schülerinnen und Schüler wollen einen Mini-Satelliten ins Weltall schicken, ein AgrarLab zur landwirtschaftlichen Forschung aufbauen oder ein Verfahren zur kombinierten Aufzucht von Fischen und Gemüse entwickeln. In diesem Jahr haben sich 24 Schülergruppen durchgesetzt und gehen ins Rennen um die Siegertitel.

Schule schickt Mini-Satelliten ins Weltall

Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich möchte als erste europäische Schule einen Mini-Satelliten ins Weltall schicken, der dort Forschungsdaten sammelt. Die Idee dazu hatte Bernhard Andreas Krenig, der an der Schule unterrichtet und ebenfalls Diplom-Chemiker ist. „Eigentlich habe ich nur den Anreiz gegeben, die Kinder waren sofort Feuer und Flamme für das Projekt“, sagt er.

Bis es aber richtig losgehen kann, müssen sich die 20 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen sieben bis zehn noch etwas gedulden. Der Bausatz für den kleinen Satelliten wird erst in ein paar Wochen geliefert – er kommt extra aus Amerika. Hilfe beim Bau bekommen sie nicht nur von ihrem Lehrer, sondern auch von einem Elektroingenieur und dem Physiker Ulrich Walter, dem fünften Deutschen im Weltall.

Die Schüler der Weltraum-AG basteln nicht nur an dem Mini-Satelliten, sondern auch an einem Thermocycler. Foto: privat

Einen fertigen Satelliten werden die Besucherinnen und Besucher auf der Ideenexpo wohl aber noch nicht bestaunen können. „Ich denke, dass wir dort erst den Bausatz demonstrieren“, sagt Krenig. Der Satellit mit dem Namen „Frieden für die Welt“ wird auch nicht aus Hannover ins Weltall starten, sondern von einem Schiff an der Pazifikküste von Kalifornien.

Dass er jemals zurück auf die Erde kommt, ist allerdings ausgeschlossen: „Der Satellit wird sich zwischen zwei und sechs Monaten im Weltall aufhalten, sich dann immer mehr der Atmosphäre nähern und so klein wie er ist, irgendwann verglühen.“ Bis es aber so weit ist, wird er unter anderem Umweltdaten sammeln.

Der Startschuss erfolgt zwischen Dezember 2022 und Mai 2023. „Die Schülerinnen und Schüler sind schon ganz aufgeregt. Wir wären damit europaweit die erste Schule und weltweit die zweite Schule nach Brasilien.“

Das ist die Ideenexpo

Die Ideenexpo gibt es seit 2007. Die Messe findet seit 2021 jedes Jahr immer wechselnd zwischen Präsenz und online auf dem Messegelände Hannover statt und will mit Innovationen aus den Berufsfeldern Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik Jugendliche für diese Bereiche begeistern. Die Ideenexpo gilt als Europas größte Jugendveranstaltung dieser Art.

VR-Brille simuliert Segelflugzeug und Wald

Einmal selbstständig ein Segelflugzeug ohne Pilotenschein fliegen oder den Wald erkunden, obwohl man sich in einem Gebäude aufhält – acht Schüler der Otto-Brenner-Schule in Hannover machen das mithilfe einer VR-Brille möglich. Die Idee dazu haben sie gemeinsam mit ihrem ehemaligen Schulleiter entwickelt. „Wir konnten alles komplett selbst programmieren und brauchten nur wenige Hilfsmittel aus dem Internet“, sagt Tom Otte, der die 13. Klasse besucht. Vieles, was sich die Schüler im Vorfeld überlegt haben, konnten sie technisch innerhalb eines Jahres umsetzen.

Deonis Ajeti (21, hinten von links), Tim Louis Heinze (19), Tom Otte (18), Kjell Raschke (17) und Benedikt Moll (20, vorne) haben verschiedene Anwendungen für die VR-Brille programmiert. Foto Tim Schaarschmidt

Unterstützung bekommen die Schüler der Jahrgänge zwölf und 13 von ihren Informatiklehrern Michael Steincke und Henning Meyer. Auf der Ideenexpo präsentieren sie unter anderem einen Flugsimulator, welcher das Segelfliegen so realistisch wie möglich erlebbar macht. Passend dazu setzt sich die Trägerin oder der Träger der VR-Brille in ein selbstgebautes Modell, welches mit Sitz, Steuerknüppel und Pedalen stark an ein echtes Flugzeug erinnert.

Daneben lässt sich mit einer anderen Anwendung aber auch die Otto-Brenner-Schule selbst erkunden. Nicht der ganze Komplex, sondern vier Räume, welche die Schwerpunkte des Beruflichen Gymnasiums – Elektrotechnik, Metalltechnik, Gestaltungs- und Medientechnik sowie Bautechnik – darstellen. Hat man keine Lust mehr auf Schule, verlässt man die Räume einfach und erkundet den angrenzenden virtuellen Wald.

Benedikt Moll (20) probiert den Flugsimulator aus. Foto Tim Schaarschmidt

Dass jeder einmal die Programme von zu Hause aus testen kann, ist durchaus möglich. „Neben einer VR-Brille und dem Projekt an sich braucht man nur noch einen Computer“, erklärt Benedikt Moll. Die Schüler hätten außerdem noch viele weitere Ideen für die VR-Brille, sagt er.

App motoviert dazu, im Alltag nachhaltiger zu handeln

Schülerinnen und Schüler der Erna-de-Vries-Schule in Lathen entwickeln eine kostenlose App, die dazu motiviert, im Alltag nachhaltiger zu handeln. Mit der Anwendung lernten Kinder ab der 5. Klasse spielerisch, rechtzeitig Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen, erklärt Sabine Bertschik, die das Projekt betreut.

In der „Klimaretter“-App, die voraussichtlich vorerst nur für Android-Geräte verfügbar sein wird, ist die virtuelle Welt kaputt und verschmutzt – es gibt zu wenig Wasser, und die Tiere sterben aus. Schülerinnen und Schüler müssen dann eine Woche ihren normalen Wasserverbrauch aufzeichnen, um erst einmal eine Grundlage zu bilden. Das Wasser, welches man dann in den kommenden Wochen außerhalb der App einspart – zum Beispiel beim Zähneputzen oder Duschen -, setzt man dann in der virtuellen App ein, um die Tiere zu füttern oder den Rasen grün werden zu lassen.

Die Schülerinnen und Schüler haben bereits ein Logo für die App entworfen. Foto: Erna-de-Vries-Schule

„So merken die Kinder: Wenn ich Wasser spare, bringt das wirklich etwas, auch außerhalb der App“, sagt Bertschik, die unter anderem Informatik unterrichtet. Seit Anfang des Jahres programmieren 20 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge acht und neun bereits an der Anwendung. Rechtzeitig zum Start der Ideenexpo im Juli wird sie dann fertig sein.

Neben der Wasser-Challenge gibt es noch weitere Herausforderungen und auch Quizfragen. Aber Achtung: Wer die Challenges nicht fortsetzt, riskiert das Wohl seiner Welt. Denn sonst verschmutzt sie ganz schnell wieder.

Ideenexpo startet am 2. Juli in Hannover

Damit die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte auf der Ideenexpo präsentieren können, fördert die Stiftung NiedersachsenMetall alle Finalisten jeweils mit einer Summe von 600 Euro. Die Siegerinnen und Sieger des Jugendevents für Technik und Naturwissenschaften erhalten ein Preisgeld von 2500 Euro.

Neben dem Mini-Satelliten, der Klimaretter-App und der VR-Brille gibt es 21 weitere spannende Projekte, die vom 2. bis 10. Juli auf der diesjährigen Ideenexpo zu sehen sein werden.

Von Jule Arista Runde



Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautorinnen und -autoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen unter dem einzelnen Beitrag.

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