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Facebook erwägt separaten Bereich für Medieninhalte

Facebook erwägt separaten Bereich für Medieninhalte
Foto: Florian Gärtner/photothek/imago

Mark Zuckerberg versucht weiter, Vertrauen in Facebook zurück zu gewinnen. Facebook könnte einen separaten Bereich für Medieninhalte einrichten. Zuckerberg warnte zudem vor einer Zersplitterung des Internets.


Facebook könnte einen separaten Bereich für Medieninhalte einrichten. Das Online-Netzwerk wolle stärker „hochwertige und vertrauenswürdige News“ hervorheben, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Gespräch mit dem Springer-Chef Mathias Döpfner. Dabei schloss Zuckerberg auch Lizenzzahlungen an teilnehmende Medienunternehmen nicht aus. Zugleich betonte Zuckerberg, der Plan stehe noch ganz am Anfang und Facebook wolle ihn gemeinsam mit der Branche entwickeln.

Döpfner sagte, für Medienunternehmen seien ein funktionierendes Geschäftsmodell und der direkte Zugang zu Nutzern besonders wichtig. Attraktive Konditionen für Verlage würden auch dazu beitragen, dass hochwertige Inhalte auf die Plattform kommen. In Anlehnung an die EU-Urheberrechtsreform sprach er an, dass Facebook als Plattform eine Lizenz für Medieninhalte erwerben müsste. Der Facebook-Chef sagte, man werde darüber nachdenken.

Medienbereich könnte Facebook Watch ähneln

Zuckerberg sagte auch, ein Medienbereich könne dem Angebot Facebook Watch für Videos ähnlich sehen. Dabei werden den Nutzern sowohl Inhalte von Seiten, die sie abonnieren, angezeigt – als auch andere populäre Videos. „Alles, was wir machen, wird personalisiert sein“, stellte er zugleich klar. Facebook werde aber keine eigenen Journalisten beschäftigen.

Zuvor hatte Zuckerberg das europäische Datenschutzgesetz als Vorbild für Facebook und eine generelle Regelung des Internets bezeichnet. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung rief er erneut zu einer Regulierung des Internets auf und bat die Politik um Vorgaben, speziell, was Hassreden anbetrifft. „Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass wir zu viel Macht darüber erlangt haben zu entscheiden, was Redefreiheit im Internet ist“, bekräftige der Vorstandsvorsitzende des größten sozialen Netzwerks der Welt.

Besonders im Zuge des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 war Facebook unter Druck geraten, weil die Plattform für die massenhafte Verbreitung gefälschter Nachrichten missbraucht wurde. Damals musste Zuckerberg einräumen, schlecht darauf vorbereitet gewesen zu sein. Auch die Tatsache, dass die mörderischen Attacken auf die beiden Moscheen im neuseeländischen Christchurch 17 Minuten lang vom Täter auf Facebook live gestreamt werden konnte, hatte für Empörung gesorgt.

Zuckerberg für internationale Regelung

Des weiteren warnt Zuckerberg in einem FAZ-Interview vor einer Zersplitterung des Internets und plädiert für einheitliche Rahmenbedingungen über Ländergrenzen hinweg. „Eine so weitgehende Harmonisierung wie möglich ist wichtig, um eine Schlüsseleigenschaft des Internets zu erhalten – dass es eine Plattform ist, auf der jeder von überall aufbauen kann und deren Dienste alle Menschen rund um den Globus nutzen können.“ Das möge zwar eine zu optimistische Einschätzung sein angesichts des Verhaltens von Staaten wie China oder Russland. Jedoch sei dies „die beste Zukunft, auf die wir hoffen können“.

Unterdessen zeigte sich Justizministerin Katarina Barley skeptisch, was Zuckerbergs Aussagen anbelangt. Nach einem Treffen mit ihm in Berlin sagte die SPD-Politikerin: „Mark Zuckerberg spricht seit einem Jahr viel über die Verantwortung von Facebook für Gesellschaft, Demokratie und die Privatsphäre von mehr als zwei Milliarden Menschen. Doch zu spüren ist davon wenig“, erklärte Barley (SPD) am Montag. „Facebook hat durch sein Verhalten viel Vertrauen verspielt.“

„Kaum ein Monat ohne neuen Sicherheitsskandal“

Barley sieht die Vorschläge – ebenso wie andere Netzpolitiker – kritisch. „Facebook hätte bereits heute alle Möglichkeiten, um unabhängig von staatlicher Regulierung höchstmöglichen Datenschutz für die User zu garantieren“, sagte sie. „Stattdessen vergeht kaum ein Monat ohne einen neuen Sicherheitsskandal.“

Dabei kritisierte sie auch Zuckerbergs Plan, die technische Infrastruktur hinter Facebooks Chatdiensten WhatsApp und Messenger sowie der Kommunikationsfunktion von Instagram zusammenzulegen. Das sei eine Abkehr von ursprünglichen Ankündigungen. „Bei der Zusammenführung dieser Dienste bestehen ganz erhebliche kartellrechtliche und datenschutzrechtliche Fragen“, warnte sie. Worum es in dem Gespräch der beiden konkret ging, wurde nicht bekannt.

Von RND/dpa/dk

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