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ESC 2024: Das sind die Favoriten

ESC 2024: Das sind die Favoriten
Foto: picture alliance/dpa/ANP | Sander Koning

Die nächste Runde des Eurovision Song Contests (ESC) steht an. Am 11. Mai findet das große Finale im schwedischen Malmö statt – und das sind die Favoriten.


Es ist ein ganz besonderer ESC in diesem Jahr: Der Gewinn von ABBA mit „Waterloo” liegt genau 50 Jahre zurück. Passend dazu findet der 68. Eurovision Song Contest nach Loreens Sieg 2023 im schwedischen Malmö unter dem Motto „United by Music” statt. Inzwischen stehen auch alle 37 Kandidaten und Kandidatinnen fest, die ihre Länder zunächst in einer der Vorrunden am 7. und 9. Mai und anschließend im Finale am 11. Mai vertreten werden.

Schon jetzt gibt es einige Favoriten, die unter den Buchmachern und auf Social Media gefeiert werden. Dazu zählt Deutschland nicht: Während Ryk im Vorentschied mit „Oh Boy” antrat – und von Experten und Expertinnen als Anwärter auf die Top 10 geschätzt wurde – gewann Isaak mit „Always on the run”, was mal wieder einige Kritik am Vorentscheidssystem des NDR hervorrief. Doch genug vom deutschen Beitrag, hier die Favoriten des diesjährigen ESC:

Angelina Mango mit „La Noia”

Ganz oben im Ranking steht mal wieder Italien. Zuletzt hatte das Land mit Måneskin 2021 gewonnen. Jetzt tritt die 22-jährige Angelina Mango mit „La Noia“ (Die Langeweile) an. Das Genre: Cumbia-Pop. Sie gewann das Sanremo-Festival, dessen Gewinner meistens anschließend zum ESC weiterziehen. Mit dabei war auch Mahmood, der zuletzt 2022 teilnahm – und den sechsten Platz erzielte, 2019 aber zweiter wurde. Mango setzte sich jedoch gegen die Konkurrenz durch; der Track behandelt menschliches Leid, aus dem man gestärkt hervorgeht. Das hat wohl biografischen Hintergrund: Mango wurde in eine Künstlerfamilie hineingeboren, hat ihren Vater Pino Mango mit 13 verloren. Ihre Mutter wiederum war Sängerin der Band Matia Bazar, die das Sanremo-Festival schon zweimal gewann und auch einmal am ESC teilnahm. Auf Instagram, Tiktok und Co. erhält die Italienerin nicht nur nationalen Support, sondern Zuspruch aus ganz Europa.

Europa-Hymne aus den Niederlanden

Diesen Künstler dürften viele Deutsche durch sein Feature auf Ski Aggus „Friesenjung” kennen. Jetzt tritt Joost Klein für die Niederlande mit seiner Europa-Hymne „Europapa” an. Es ist eine gut gelaunte Spaßnummer die verschiedene Sprachen und Städte des europäischen Kontinents mischt. Das hat jedoch laut Klein noch einen tieferen Sinn: Der Track handle von einem Waisenkind, das zwecks Selbstfindung herumreist. Zeitgleich sei das eine Hommage an die weltoffene Erziehung seines Vaters, dem er als Kind versprach, eines Tages auf der ESC-Bühne zu stehen. Ob es auch für einen Sieg reicht, wird sich zeigen: Er rangiert jedoch laut Buchmachern und Buchmacherinnen in den Top fünf, auf Social Media scheint seine Promo vor allem Gen Zs zu überzeugen.

Kroatien: „Rim Tim Tagi Dim”

Auf Platz eins wird momentan tatsächlich keines der Big Five gehandelt, sondern: Kroatien. Bisher hat das Land kein einziges Mal gewonnen, doch der aktuelle Teilnehmer Baby Lasagna (bürgerlich Marko Purišić) scheint mit seinem Track „Rim Tim Tagi Dim” gute Chancen zu haben. Der englische Track thematisiert eine Art Coming-of-Age-Geschichte: Ein Junge zieht von dem Land in die Stadt und feiert ein letztes Fest. Der Song ist voller Energie, sehr eingängig, und hat damit Potenzial, weit oben abzuschneiden. Inspiration für den Track sind die jungen Menschen, die Kroatien auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen.

Eine Qualifizierung für das Finale – der 28-jährige Künstler ist für das erste Halbfinale am 7. Mai eingeplant – scheint damit gesichert zu sein. „I can not get your song out of my head. Plus your performance is amazing. Definitely 12 points from the UK”, ist einer von vielen positiven Kommentaren, die sich auf seinen Social-Media-Accounts tummeln.

Synthie-Pop von Marcus und Martinus

Schweden gehört zu den erfolgreichsten Ländern der ESC-Geschichte. Kein Wunder also, dass sie auch dieses Jahr wieder weit oben eingeschätzt werden. Ins Rennen gehen die norwegischen Zwillinge Marcus und Martinus mit „Unforgettable”. Als Gastgeberland hat Schweden mit dem Synthie-Pop-Track automatisch einen Platz im Finale am 11. Mai sicher. Für Schweden ist dieser ESC nicht nur wegen des ABBA-Jubiläums besonders, das Land richtet zudem zum siebten Mal den Wettbewerb aus, was zuvor nur Irland gelang.

Nemo mit „The Code”

Last but not least: Nemo tritt für die Schweiz mit „The Code” an. Der Song mixt verschiedene Genres, hat einen Rapteil, klingt stellenweise wie eine Oper, dann wieder wie klassischer Pop, Artcore und Drum’n’Bass. Inhaltlich geht es um die non-binäre Geschlechtsidentität Nemos, welche bereits für mediale Debatten sorgte. Der Song muss sich zwar erst für das Finale qualifizieren, jedoch scheinen die Chancen dafür gut zu stehen. Für Nemo ist der Track das künstlerische Manifest der eigenen Reise, und zeitgleich ein Aufruf an andere, ebenso den titelgebenden Code zu brechen und sich zu befreien. Das mögen nicht nur die Experten und Expertinnen, sondern auch seine Fans: „Our winner everyone else can go home”, schreibt jemand in den sozialen Medien.


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Über den Autor/die Autorin:

Marie Bruschek

Marie (20) studiert Weltliteratur. Wenn sie nicht gerade schlechte Wortwitze macht oder sich zum zehnten Mal Mamma Mia anguckt, schreibt sie für MADS über alles, was sie gerade interessiert.

4 Bemerkungen

  1. Denise

    Mahmood ist bereits zweimal beim ESC für Italien angetreten und hat nicht nur 2022 den sechsten Platz erreicht, sondern 2019 sogar den zweiten.

    Antworten
    • Marie Bruschek

      Vielen Dank für den Hinweis, das haben wir ergänzt.

      Antworten
  2. aggu

    Der Song Europapa handelt nicht von einem Waisenjungen, es ist die Lebensgeschichte von Joost Klein selbst.

    Antworten

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