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Deshalb sind die nackten Spendensammlerinnen für Australien keine Heldinnen

Deshalb sind die nackten Spendensammlerinnen für Australien keine Heldinnen
Foto: Glen Morey/dpa; Kaylen Ward/Twitter

Mit ihren Nacktfotos sammeln viele Frauen mehrere Millionen Dollar Spenden für Australien mit Nacktfotos. Effektiv, aber auch ziemlich fragwürdig, findet MADS-Autorin Jacky.


Es ist ein Versuch einer Problemlösung, der gleichzeitig gesellschaftliche Brandherde aufzeigt: Models, Sexarbeiterinnen und Pornodarstellerinnen verschicken in Australien Nacktfotos gegen Spenden. Diese sollen Hilfsorganisationen bei der Feuerbekämpfung zugute kommen. Mehr als eine Millionen Dollar konnten die nackten Spendensammler so laut eigenen Aussagen aufbringen.

Aktion zeigt falsche Spendenmotivation

Die Aktion ist praktisch Belegstück des vielzitierten Sex sells. Und zeigt ein trauriges Bild unserer Gesellschaft: Nicht die grausame Katastrophe selbst, die laut WWF bereits mehr als 1,25 Milliarden Tiere und 25 Menschen das Leben kostete, motiviert Menschen Geld zu geben. Die Spende wird erst von nackter Haut befeuert.

Geld für Katastrophenbekämpfung? Och, vielleicht. Es gibt ein Schmuddelbild dazu? Dann her damit! Intrinsische Motivation zum Umweltschutz sieht anders aus.

Nur für den Fame?

Unklar ist auch, ob die nackten Frauen selbst um den Willen des Naturschutzes handeln. Ob da nicht eine Notlage für ein bisschen Rummel um die eigene Person instrumentalisiert wurde? Viele stilisieren die Unbekleideten jedenfalls zu Heldinnen: Besonders das amerikanische Erotik-Model Kaylen Ward erntet Lob als Kämpferin gegen die australischen Feuer, als Vorbild für Nachahmer oder als Helferin mit vollem Körpereinsatz.

Sexobjekte für Feuerlöschung

Mit der Aktion unterstreichen die Spendensammlerinnen die einzig notwendige Bedingung von Sex als Kassenschlager: Das Sexobjekt ist eine Frau. Wieso hat bloß noch kein Mann seine Nacktbilder angeboten? Nackte Frauen sind ein Gewinnmodell, das mittlerweile als gesellschaftlich hinterfragt gilt – eigentlich. Naturkatastrophen scheinen die Situation zur Ausnahme zu machen. Hier heiligt plötzlich der Zweck die Mittel. Feminismusdebatte hin- oder her.

Trotz aller möglichen Einwände sind die Nacktfotos eine effektive Methode, extrem schnell Spenden zu sammeln. Traurig nur, dass junge Frauen dafür blank ziehen müssen. Dass Nacktheit Bedingung für Hilfe ist. Und überholte Gesellschaftsbilder reproduziert werden. Hoffentlich helfen die Spenden bei der Feuerlöschung. Sie sollten aber gleichzeitig eine mediale und gesellschaftliche Debatte entflammen lassen.

Von Jacqueline Hadasch


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