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Deshalb lohnt sich die neue Netflix-Serie „Unbelievable“

Deshalb lohnt sich die neue Netflix-Serie „Unbelievable“
Foto: dpa

Ohnmacht, Hilflosigkeit und Schmerz: „Unbelievable“ erzählt die wahre Geschichte von Marie Adler, der man vorwarf, ihre Vergewaltigung bloß erfunden zu haben. Deshalb lohnt sich die Netflix-Serie.


Sie ist 18 Jahre alt, als mitten in der Nacht ein Fremder in ihre Wohnung einbricht, sie mit einem Messer bedroht, fesselt und vergewaltigt. Schlimmer könnte es kaum kommen, möchte man meinen. Doch in Marie Adlers Fall wird es schlimmer – denn niemand glaubt ihr.

Die True-Crime-Serie „Unbelievable“auf Netflix verschafft ein Gefühl der Ohnmacht. Immer wieder denkt man sich während der schwer aushaltbaren Szenen: „So etwas Furchtbares, kann doch niemand erlebt haben.“ Doch (fast) genau so ist es Marie Adler passiert. Denn die Mini-Serie basiert auf den mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Recherchen der Reporter Christian Miller und Ken Armstrong.

Ihr Blick wirkt starr und die Augen sind gerötet vom Weinen, als Marie Adler einem Polizisten sagt: „Ich wurde vergewaltigt.“ Immer wieder muss die junge Frau den Tathergang wiederholen. Immer sind die Polizisten, die sie befragen, männlich, empathielos und grob. Schließlich äußert ihre Pflegemutter Zweifel: Maries schwere Vergangenheit könnte der Grund für eine Falschaussage sein. Daraufhin wird Marie mit etlichen Vorwürfen überhäuft. Noch in der ersten Folge von „Unbelievable“ unterzeichnet sie die Aussage, ihre Vergewaltigung hätte nie stattgefunden und sie hätte gelogen.

„Unbelievable“ zeichnet sich nicht durch einen extremen Spannungsbogen aus. Stattdessen zeigt die Serie einen Wandel vom Opfer zur vermeintlichen Täterin – im Zweifel für den Angeklagten. Ohne viele Worte gelingt es Kaitlyn Dever, die Marie Adler verkörpert, den Schmerz und die Hilflosigkeit greifbar zu machen. Im Kontrast dazu zeigt das Ermittlerinnen-Duo aus Grace Rasmussen (Toni Collette) und Karen Duvall (Merritt Wever), wie man rücksichtsvoll mit Missbrauchsopfern umgehen kann. Die beiden nehmen sich zwei Jahre nach Adlers Vergewaltigung ähnlichen Missbrauchsfällen an – an dieser Stelle soll aber nicht weiter gespoilert werden.

Sexismus, Gewalt gegen Frauen und der Umgang mit Opfern: Wer mit Vergewaltigungsszenen umgehen kann, der sollte sich Marie Adlers Geschichte ansehen.

Von Nina Hoffmann


Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (22) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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