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Datenschutz-Skandal um chinesische Deepfake-App Zao

Datenschutz-Skandal um chinesische Deepfake-App Zao
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In China sorgt aktuell eine neue Deepfake-App namens Zao für Furore. Die Nutzer können die Gesichter bekannter Schauspieler durch ihre eigenen ersetzen – und so ihren eigenen Hollywood-Streifen kreieren. Doch Zaos Nutzungsbedingungen sorgten für einen medialen Shitstorm.


Seit dem vergangenen Wochenende ist der chinesische App-Store um eine Sensation reicher. Die so genannte Deepfake-App Zao ging wenige Stunden nach ihrem Erscheinen viral und führte bis Montag die Rangliste der beliebtesten iOS Gratis-Apps in China an. Auf Twitter gab es in den vergangenen Tagen nahezu kein anderes Thema mehr. Doch der Grund dafür waren eher die skandalösen Nutzungsbedingungen.

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Fake-Videos werden immer realistischer

Die Technik hinter solchen Videos ist mittlerweile sehr ausgefeilt, denn in wenigen Sekunden lässt sich das eigene Gesicht in Szenen von bekannten Filmen oder Serien projizieren – mit verblüffend realistischen Ergebnissen. Eine Auswahl an Filmmaterial stellt einem die App selbst zur Verfügung. Einmal Hauptdarsteller in „Game of Thrones“ oder „Titanic“ sein, rückt damit für ein Millionenpublikum in greifbare Nähe.

Als Basis für die Projektion reicht bei Zao schon ein einfaches Foto. Noch realistischere Ergebnisse lassen sich mit einem Foto-Walkthrough erstellen, bei dem sich die Nutzer aus unterschiedlichen Winkeln ablichten lassen. Zao-Nutzer Allan Xia zeigt auf Twitter zum Beispiel seine ganz persönlichen Hollywood-Clips, die laut eigener Aussage in nur wenigen Sekunden entstanden sind.

Die Technik dahinter nennt sich „Deep Video Portraits“ und ist am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken entwickelt worden. Die Wissenschaftler haben eine Möglichkeit gefunden, Mundbewegungen und sogar den Gesichtsausdruck in Filmaufnahmen zu verändern. Ursprünglich sollte die Technik der Filmindustrie zu Gute kommen, denn besonders das Synchronisieren von Filmen oder die Postproduktion könnten so leichter werden. Wie sich zeigte, wurde die Technik aber eher von verschiedenen App-Entwicklern als Spielerei adaptiert, um mit Hilfe künstlicher Intelligenz Fake-Videos zu erzeugen. Das Missbrauchspotenzial hinter der Technik ist hoch, denn die Videomanipulationen könnten ebenso gut auch genutzt werden, um Reden von Politikern zu verändern oder die Gesichter von Prominenten auf die Körper von Pornodarstellern zu montieren.

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Datenschutz-Skandal: Das Kleingedruckte lesen

Schon wenige Stunden nachdem Zao im App-Store zum Download bereitstand, hagelte es in den App-Bewertungen und sozialen Medien Kritik. Der Grund dafür waren die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der App. Mit dem Download von Zao müssen die Nutzer ihre Rechte an Bildern und erstelltem Video-Content abgeben. Auch eine Weitergabe an Dritte schließen die Nutzungsbedingungen nicht aus. Für viele Nutzer ein Skandal, der einen gewaltigen Shitstorm in den sozialen Medien heraufbeschwor.

Wie der Guardian berichtete, zeigte der App-Entwickler auf Drängen von Verbraucherschützern und unter dem Druck der Öffentlichkeit Einsicht und überarbeitete seine Nutzungsbedingungen. „Wir verstehen die Bedenken um die Privatsphäre und werden das Problem beheben“, äußerte sich das Entwickler-Unternehmen MoMo, dem unter anderem auch eine Dating-Plattform gehört. Eine dauerhafte und freie Nutzung des erstellten Video-Contents oder hochgeladener Fotos sei nun nicht mehr möglich. Auch auf den Firmen-Servern sollen die Inhalte ab sofort nicht mehr gespeichert werden, weiß der Guardian.

Lies hier: FaceApp: Lustige Spielerei oder russischer Datenklau?

Von Michèle Förster/RND


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