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Blackfriday: Ein dunkler Tag für den Fortschritt

Blackfriday: Ein dunkler Tag für den Fortschritt
Foto: Unsplash/ Artem Beliaikin

Bedeutet Fortschritt, nachhaltig zu leben oder den Konsum zu fördern? Eine Frage, die wir uns stellen sollten, bevor wir uns in das Shopping-Getümmel des Blackfridays stürzen, findet MADS-Autorin Nina. Ein Kommentar.


Nachhaltigkeit liegt im Trend. Das zeigt sich spätestens beim Scrollen durch den Instagram-Feed: Tipps für selbstgemachte Weihnachtsgeschenke, Fotos von lustigen Klimastreik-Plakaten und haufenweise Bilder von veganen Bowls aus regionalem Obst. Für mehr Klimaschutz gehen wir sogar auf die Straßen, shoppen in Secondhandläden und hinterfragen unseren Konsum.

Klimaschutz ist angesagt – und darauf können wir eigentlich ziemlich stolz sein. Wären da nicht diese Stolpersteine, wie der Blackfriday. Ein schwarzer Tag für die Nachhaltigkeit. Denn dann heißt es wieder: Rabatte, Rabatte, Rabatte. Oder genauer gesagt: Schreiende Kinder, die durch Einkaufszentren gezerrt werden, überfüllte Kaufhäuser und Verkäufer, die mit dunklen Augenringen bis spät in die Nacht ihre Ware an die Kunden bringen. Ein guter Tag für den kapitalistischen Konsum.

Ursprünglich aus den USA übernommen, wurde der Blackfriday 2013 erstmalig im großen Rahmen in Deutschland zelebriert. Einen Tag nach Thanksgiving, das den meisten Deutschen eigentlich nur aus amerikanischen Serien wie „How I met your Mother“ bekannt ist, wird die Weihnachtseinkaufsaison eingeleitet. Der Tag soll der Familie gewidmet werden – und dem Konsum. Mittlerweile hat sich der Blackfriday sogar ausgeweitet. Amazon feiert vom 22. bis zum 29. November eine ganze Shopping-Woche mit zahlreichen Schnäppchen. Da nicht schwach zu werden, ist nicht einfach.

Immerhin: Es gibt auch eine Gegenbewegung. Am sogenannten „Kauf-nix-Tag“, der am 30. November zelebriert wird, soll für 24 Stunden kein Kapital in Umlauf gebracht werden. Ziemlich rückständig, mögen da manche argumentieren. Die Wirtschaft anzukurbeln und schwarze Zahlen zu schreiben, das sei doch die Zukunft. Doch, was bedeutet Fortschritt überhaupt? Schwarze Zahlen zu schreiben, die nur in den Köpfen existieren oder sich gegen haltlosen Konsum zu entscheiden und so aktiv zu werden, gegen eine nachweisliche Klimaerwärmung?

Die Frage lautet, für welche Variante wir uns entscheiden – wir, die Generation Z, die sich dem Kampf gegen die Klimasünder verschrieben hat. Entscheiden wir uns für die dunkle Seite des Konsums, den Blackfriday, oder für den Fortschritt?


Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (22) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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