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Betrug: Warum Deutschrapperin Loredana in den sozialen Medien boykottiert wird

Betrug: Warum Deutschrapperin Loredana in den sozialen Medien boykottiert wird
Foto: Henning Kaiser/dpa

Sie soll ein Ehepaar um mehrere hunderttausend Franken betrogen haben: Erneut werden Vorwürfe gegen die Deutschrapperin Loredana laut. Auf Twitter, Instagram und Youtube rufen User nun zum Boykott der 24-Jährigen und ihrer Musik auf.


Loredana Zefi polarisiert – wie so viele Deutschrapperinnen. Auf Twitter steht die Deutschrapperin nun erneut unter Beschuss: Unter dem Hashtag #boycottloredana wird hart gegen Loredana ausgeteilt, die im Deutschrap-Business zu den erfolgreichsten Frauen zählt. Zahlreiche Memes vergleichen Loredana auf Twitter mit Müll – auch Gewaltandrohungen finden sich unter den Postings wieder. Aktueller Auslöser: Die News-Seite „Raptastisch“, die täglich Artikel rund ums Thema Rap veröffentlicht, hat ein Interview mit Petra Z. geteilt – Meme-Seiten wie @memesfuerrapp und zahlreiche Privatpersonen teilten das Interview auf ihren Social-Media-Kanälen. Darin wirft die Rentnerin der Deutschrapperin Betrug vor. Seit rund einem Jahr läuft gegen die 24-Jährige ein Verfahren wegen Betruges – MADS hat die Informationen zu dem Fall noch einmal zusammen getragen.

Der Vorwurf

Loredana soll ein Walliser Ehepaar um mehrere hunderttausend Franken gebracht haben: Wegen des Verdachts auf Betrug hat die Staatsanwaltschaft Luzern im vergangenen Jahr eine Untersuchung gegen Loredana Zefi eingeleitet. Im Mai 2019 wurde die Deutsch-Rapperin kurzzeitig festgenommen – ihre Wohnung in Luzern wurde untersucht.

Der Grund: Laut des Vorwurfs hatte sich Loredana bei Petra Z. als vermeintliche Anwältin mehrere hunderttausend Euro erschlichen. Petra Z. hatte 2016 auf dem Community-Portal Badoo einen jungen Mann kennengelernt, zu dem sie über regelmäßiges Schreiben eine Freundschaft aufbaute. Wenig später bat der unbekannte Freund die Frau um Hilfe: Seine Mutter benötige eine neue Niere und ihm fehle das Geld – so die Schweizer Zeitung 20 Minuten, die Petra Z. im vergangenen Jahr interviewte. Insgesamt investierte sie knapp 200 000 Franken in den fremden Mann. Laut der Vorwürfe handelt es sich bei ihm um Loredanas Bruder Berat.

Später habe Loredana unter dem Namen „Anna Landmann“, die angebliche Tochter des Milieu-Anwalts Valentin Landmann, Unterstützung angeboten – für ihre Arbeitsleistung zahlten Petra Z. und ihr Mann mehrere hunderttausend Euro. Um wie viel Geld es dabei genau geht, variiert in der Berichterstattung. Die Schweizer Zeitung 20 Minuten berichtet etwa von 700 000 Euro, in der Schweizer Illustrierten sprach Loredana im Interview von 350 000 Franken. Letztlich habe sich das Ehepaar stark verschuldet und die Eigentumswohnung verloren. Im Juli 2018 reichten Petra Z. und ihr Mann Anzeige gegen Loredana und ihren Bruder ein. Loredana streitet die Vorwürfe bislang ab. Auch das Verfahren dauert weiterhin an – und es gilt die Unschuldsvermutung.

Erst vor vier Tagen veröffentlichte Loredana gemeinsam mit KC Rebell und Summer Cem die neue Single „Geh dein Weg“. Auch hier findet sich in den Top-Kommentaren vermehrt der Hashtag #boycottloredana. Die Dislikes liegen bei knapp 100 000 – und gleichen sich damit immer weiter an die Likes an.

Zu der Welle an Hass, die der 24-Jährigen aktuell entgegen schlägt, hat sich die Rapperin bislang nicht geäußert.


Über den Autor/die Autorin:

Nina Hoffmann

Nina (23) studiert Soziologie und kennt somit alle Sprüche über eine Karriere als Taxifahrerin. Statt an ihren Fahrkünsten zu feilen, liest sie lieber Texte über Gender-Fragen und Emanzipation - oder noch besser: Die dazugehörigen Kommentare der Facebook-Nutzer/innen.

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