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„Avatar: The Last Airbender“: Kann die Adaption mit dem Original mithalten?

„Avatar: The Last Airbender“: Kann die Adaption mit dem Original mithalten?
Foto: Robert Falconer/Netflix

Vor kurzem veröffentlichte Netflix die erste Staffel ihrer Live-Action-Adaption des erfolgreichen Animes „Avatar: The Last Airbender“. An die Qualität des Originals kommt diese jedoch nicht heran, findet MADS-Autor Tim.


Als Netflix bekanntgab, das erfolgreiche und beliebte Anime „Avatar: The Last Airbender“ in eine Live-Action-Serie zu verwandeln, waren Begeisterung und Sorge gleichermaßen groß. Viele Fans freuten sich, die Abenteuer von Protagonist Aang und seinen Freunden Sokka und Katara in einem neuen Licht zu sehen – andere zeigten sich wiederrum besorgt. Denn: In der Vergangenheit erschienen zahlreiche Serien- und Filmadaptionen, die nicht an die Qualität ihres Vorgängers anknüpfen konnten. Doch wie ist das Vorhaben Netflix bei der ersten Staffel von „Avatar: The Last Airbender“ geglückt?

„Avatar“: Besser als erwartet – und stellenweise trotzdem schwach

Schon einmal vorweggenommen: Die Netflix-Adaption ist besser als erwartet. Doch einige Wochen vor dem Release kamen Informationen aus der Produktion ans Licht, die die Hoffnungen vieler Fans stark dämmten. Unter anderem sprachen die Showrunner davon, aus der primär für Kinder gedachten Serie ein ernstes Drama machen zu wollen. Gleichzeitig beschlossen sie, ernste Themen wie Sexismus zu streichen.

Genau darin liegt auch eine der großen Schwächen der Adaption: Die meisten Hauptcharaktere sind deutlich flacher als ihre Versionen im Original. Kataras Ärger und Wut über die Ungerechtigkeiten die sie als junge Frau erfährt, werden nur in der letzten Folge thematisiert. Sokkas festgefahrenen Ansichten und seine spätere Entwicklung aus dem Original kommen quasi überhaupt nicht vor. Aangs Angst vor Verantwortung kommt fast nur durch das ständige Gejammere über den schlimmen Zustand der Welt und seine Machtlosigkeit zum Ausdruck. All das lässt die Charaktere sehr einseitig wirken, ihre Entwicklung aus dem Original ist kaum zu sehen.

Zu viel erzählt, zu wenig gezeigt

Ein weiteres Problem der Serie: Es wird extrem viel erzählt und zu wenig visuell dargestellt. Ganze Folgen aus dem Original kommen in der Adaption nur in einem Nebensatz vor. Die Netflix Produktion solle sich laut den Showrunnern auf das Hauptziel von Aang fokussieren, das Bändigen aller vier Elemente zu erlernen und weniger auf seine Abenteuer. Dieses Vorhaben wirkt aber wenig glaubhaft, wenn Aang am Ende der ersten Staffel nicht Wasserbändigen kann, obwohl er es im Original schon viel früher beherrscht. Außerdem haben die Abenteuer im Anime dazu beigetragen, dass die Zuschauenden die Charaktere besser kennenlernen und diese durch ihre Geschichten mehr Hintergrund erhalten. Die Adaption scheint zu versuchen, das durch erzwungen tiefsinnige Dialoge wettzumachen. Doch das sorgt eher dafür, dass die Charaktere weniger echt wirken und die tatsächlich tiefsinnigen Dialoge ihre Ernsthaftigkeit und Besonderheit verlieren.

Zusammengefasst: Im Anime lernen die Protagonistinnen und Protagonisten aus ihren eigenen Erfahrungen, ziehen ihre Schlüsse daraus und entwickeln sich weiter. In der Adaption entstehen die wenigen Veränderungen vielmehr durch äußere Einflüsse.

Ein weiterer Störfaktor: Ereignisse aus dem Anime kommen in anderer Reihenfolge in der Adaption vor und wirken dadurch oft zusammenhangslos.

Adaption hat auch gute Seiten

Doch es gibt auch positive Aspekte: Die Kampfszenen und das Bändigen können sich sehen lassen. Die Musik sticht wie im Original heraus und auch die Monster und zahlreichen Tiere der Welt repräsentieren die guten Seiten der Adaption.

Doch vor allem die Darstellung des Antagonisten Zuko und seines Onkels Iroh stechen heraus – durch kluge Veränderungen im Vergleich zum Anime, aber auch durch die Schauspielleistungen von Dallas Liu als Zuko und Paul Sun-Hyung Lee als Iroh. Die Geschichte der beiden ist im Gegensatz zu den anderen Protagonistinnen und Protagonisten facettenreich. Zwar sind sie aus der Sicht der Zuschauenden die „Bösen“, doch Flashbacks und Hintergrundinformationen zeigen, dass eine Einteilung in Gut und Böse nicht immer so einfach ist.

Passend dazu ist der Cast hervorzuheben. Das Aussehen der Schauspielenden entspricht sehr genau ihren Animie-Versionen. Zu seinem Cast sagte Showrunner Albert Kim in einem Interview, dass die Adaption eine Chance sei „to showcase Asian and Indigenous characters as living, breathing people. Not just in a cartoon, but in a world that truly exists, very similar to the one we live in.” 

Auch Daniel Dae Kim, der Feuerlord Ozai verkörpert, und Paul Sun-Hyung Lee, hoben hervor, wie wichtig es ihnen ist, mit einem primär asiatisch-stämmigen Cast vor und hinter der Kamera zu arbeiten. „For the longest time as an actor of color, you dont get to have the opportunity to play in these kinds of franchices“, so Sun-Hyung Lee. „You have no idea how important that is and how many more voices are going to be heard from this“, sagte er weiter.

Und alleine dafür lohnt es sich, die Adaption anzusehen.



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