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Das sind Hannovers beste Club-Konzerte im Februar

Das sind Hannovers beste Club-Konzerte im Februar
Foto:  privat

Lust auf gute Musik, aber keinen Bock auf große Bühne? Hier sind neun Video-Tipps für die besten Februar-Shows auf den Club-Stages vom Lux bis zu Feinkost Lampe – von Me + Marie über YY bis zum Heimspiel von Rabea.

Me + Marie(5.2., Lux)

Frau trommelt, Mann klampft und singt. Klingt nach The White Stripes? Sind aber Marie de Val (Italien) und Roland Scandella (Schweiz). In München sind sie aus ihrem Probenraum geflogen, weil das Haus abgerissen wurde. Dann für die Albumaufnahmen in ein Alpen-Chalet umgezogen. Komisch. Das klingt viel mehr nach gewollt lustlos problematisierendem Prenzlauer Hinterhofloftpop. Es gibt dieses Youtube-Video, da covern sie „Ace of Spades“ von Motörhead. Eigentlich hätte der Song so nie klingen dürfen, aber dann ist es dann doch irgendwie ganz bemerkenswert.

Nisse (6.2., Musikzentrum)

Nisse ist vielleicht sogar ein ganz typischer Vertreter des Four-Music-Label-Pop. Halb Rap, halb irgendwas. „Regen ist ein Stück Himmel auf der Hand – alles ist unmöglich, wenn man an nichts glaubt.“ Klingt das nicht irgendwie voll so, als würde es irgendwas etwas bedeuten? Aber was? Nisse ist zuweilen ein etwas liebesverliebter Floskelgenerator, aber erfreulich frisch im Sound (ist schließlich auch DJ und Beatster). Als Songwriter war er schon für Maffay und Schweighöfer aktiv, und er ist Mitautor von Michael Schultes ESC-Platz-Vier-Song „You Let Me Walk Alone“. Abgefahrener Anspieltipp: „Taxi“.

Poems for Jamiro (7.2., Lux)

Zwei Frauen, Nina Müller und Laila Nysten. Aus Hamburg. Obwohl, eigentlich zu unprätentiös für Hamburg. Aber auch nicht kopfbaufällig genug für Berlin. Außerdem auf Englisch. Manchmal klingen sie etwas skandinavisch, aber dann doch wieder einen Tick zu weit weg von der Frost- und Frustgrenze. Sie haben bereits in der „Elphi“ gespielt und dem ZDF für die Serie „Komm schon“ einen Song geliefert. Inzwischen gibt es ein neues Album, aber der etwas ältere Song „Eden“ ist ein guter Anspieltipp.

 Eli (9.2., Lux, ausverkauft)

Ach, hätte er doch nur nicht seine Seele an die Magenta-Gang von der Telekom verkauft. Eigentlich ist Eli ein echtes Schnuckelchen, 20-jährig aus Köln dazu, guter Gitarrist, toller Sänger. Aber dann: Magenta. Diese Werbekampagne mit dem Straßenmusik-Gig hat in allen sozialen Medien alles mit Rosa verschmutzt. Manchmal war’s fast so unumgänglich wie Trump-Tweets. Eli (eigentlich Elias Leon Breit) hat gute Songs. Wie zum Beispiel „Change your Mind“. Aber da klebt Magenta dran. Anspieltipp (obwohl es schlimm nach Ed Sheeran klingt): „Gone Girl“.

Karmic (13.2., Lux)

Eine Band mit zwei Sängerinnen? Nein, hört auf, an ABBA zu denken! Obwohl … Karmic heißt die Combo, dazu gehören die Sängerinnen Laura Baruch und Kylee Katch sowie im Hintergrund die Produzenten/Musiker Sam Murphy und Peter Kastner. Hippie-Rare-Folk-o-Rama-Party-Neo-Irgendwas ist ab sofort die offizielle Genrebezeichnung. Und dass der Besuch im Lux sich lohnt, zeigt der Clip des Songs „Get It“, aufgenommen in irgendeinem Wohnzimmer in Los Angeles.

Odd Beholder (14.2.) Feinkost Lampe

Es gibt dieses relative prätentiöse Genre: Frau singt in leicht nebensächlicher Melancholie, Mann drückt demonstrativ nerdmäßig Knöpfe auf Musikkisten mit bunten Lämpchen. Das kann epochal oder epische Qual sein. Odd Beholder ist so eine Band aus dem Genre – mit dem Zeug zum Epochalen. Daniela Weimann und Curdin Tones sind Schweizer, die in Amsterdam komponiert haben und dann zum Aufnehmen nach Berlin gezogen sind. Weil, Berlin, ist wichtig, merkste, ne? Der Liveclip von einer Show im Schweizerischen Zug zeigt ganz gut, wie das beim Gig im Feinkost Lampe klingen könnte.

Morcheeba (20.2., Pavillon)

Morcheeba – das neue heiße Ding? Klar, ist aber auch schon wieder 20 Jahre her. Die Brüder Paul und Ross Godfrey schicken sich ab Mitte der Neunzigerjahre an, mit Sängerin Skye Edwards von London aus den Trip-Hop etwas zu vermainstreamen, ohne ihn zu verblöden. Hat ganz gut geklappt. Jetzt gibt es das neue, noch fast pflückfrische Album „Blazing away“ (siehe Video, eine komplette Show aus Berlin im Sommer ’18). Immer noch ein guter Soundtrack für die Klassentreffen der Abi-Jahrgänge bis einschließlich 2006.

YY (22.2., Lux)

Florian Scheffler – hat bei der leider viel zu kurzlebigen hannoverschen Band be vor 20 Jahren wild im Beatie-Boys-Style gerappt und Trompete gespielt und damit sogar einen VIVA-Comet als Newcomer des Jahres eingeheimst. Inzwischen hat er sich berlinisiert und mit dem Sänger Shon Abraham zusammengetan. YY heißt die Combo, die Hip-Hop, Neo-Soul und Fun-Dub spielt und in ihren Prince-esken Songs am meisten glänzt. Jetzt wird das das neue Album „Greatest Hits So Far“ vorgestellt. Aufgenommen von Daniel Nentwig, der auch The Whitest Boy Alive produziert hat. Live sieht das ungefähr so aus (Berlin, 2016).

Rabea (28.2., Feinkost Lampe)

Zum Schluss ein Heimspiel – und vielleicht die schönste hannoversche Musikentdeckung des Monats: Rabea ist Sängerin und Cellistin, die in kleiner, teilelektrifizierter Besetzung wunderschöne Lieder spielt. Lieder wie Samensegel von Pusteblumen, die selbst an kalten Februartagen wie schwerelos in einem sommerlichen Himmel überm Kronsberg zu schweben scheinen. Hach, man möchte direkt mitschweben. Anspieltipp: Ask For The Moon“.

Von Volker Wiedersheim

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